Ein Wiederhören mit besonderer Vorgeschichte
Manche Alben hört man zum ersten Mal, wenn sie im Plattenladen stehen oder auf den Streamingplattformen erscheinen. Bei Hardbone ist es für mich ein „Wiederhören“. Bereits am 29. Mai 2026 bekam ich beim Pre-Listening im Hamburger Chameleon Studio (hier nachzulesen) einen exklusiven Einblick in das neue Album Hardbeat. Neben rund 50 geladenen Gästen und Gewinnern, war auch Time For Metal bei dieser besonderen Veranstaltung dabei. Produzent Eike Freese gab Einblicke in die Entstehung der Platte, wir hörten die neuen Songs gemeinsam mit der Band. Doch damit nicht genug: Hardbone spielten das Material an diesem Nachmittag auch einmal komplett live …
(112 Tage oder) sechs Jahre Wartezeit haben sich gelohnt
Vier Monate später ist das Album endlich für alle da. Und: Hardbone bleiben ihrem Stil treu. Die Hamburger setzen auf schnörkellosen Hard Rock, dreckige Gitarren und einen Rhythmus, der ohne Umwege nach vorne geht. Die Einflüsse von AC/DC, Rose Tattoo und Airbourne sind nicht zu überhören. Trotzdem klingt das Album eigenständig und ist eine erkennbare Weiterentwicklung der bisherigen Diskografie.
Für Luca Rosnau, der seit 2024 zur Besetzung gehört, ist es das erste Studioalbum mit der Band. Gemeinsam mit Sebastian „Basti“ Kranke sorgt er für ein Gitarrenduo, das den Songs zusätzliche Farbe verleiht. Tim Dammann liefert dazu den rauen Gesang, während Tim Schwarz am Bass und Benjamin „Benni“ Ulrich am Schlagzeug das Fundament legen.
Die Produktion von Eike Freese passt hervorragend zum Konzept. Hardbone spielten das Album live im Studio ein. Das Ergebnis klingt direkt und ungeschliffen, ohne dass die Instrumente im Klangbrei verschwinden. Hier steht die Band im Mittelpunkt, keine bis polierte Produktion.
Song für Song
Das kurze Intro Hardbeat eröffnet die Platte mit einem hörbaren Herzschlag und stimmt auf das Kommende ein. Als eigenständiger Titel bleibt es eher nebensächlich, erfüllt aber seinen Zweck als Auftakt.
Mit Four To The Floor geht es direkt zur Sache. Ein kräftiges Riff, der raue Gesang und ein eingängiger Refrain machen den Song zu einem der stärksten Stücke der Platte. Hier ist sofort klar, dass Hardbone keine Zeit verlieren wollen.
House Of Rock’n’Roll setzt auf klassische Zutaten: knackige Gitarren, einen treibenden Rhythmus und eine gehörige Portion Attitüde. Das Rad wird nicht neu erfunden, aber der Song macht genau das, was ein guter Hard-Rock-Track leisten soll.
Bei Big Dog steht zunächst der Bass im Vordergrund, bevor die Gitarren den Song übernehmen. Das Stück lebt von seinem schweren Groove und der präzisen Rhythmusarbeit. Ein Titel, der weniger auf Geschwindigkeit als auf Druck setzt.
Evil For A Good Cause gehört zu den abwechslungsreicheren Nummern. Die Gitarren wechseln zwischen kantigen Riffs und melodischen Passagen. Gerade das Zusammenspiel von „Basti“ Kranke und Luca macht hier Spaß. Beide ergänzen sich, ohne dass einer den anderen an die Wand spielt.
Mit Going Commando nimmt das Album eine kleine Kurve. Der Song arbeitet mit einem markanten Rhythmus und teilweise gesprochenen Gesangspassagen. Diese andere Herangehensweise bringt Abwechslung in die Platte, ohne den typischen Hardbone-Sound zu verlassen.
Hole In My Heart setzt stärker auf Shuffle und Groove. Die Nummer wirkt lockerer als die vorherigen Stücke und besitzt einen Refrain, der sich schnell festsetzt. Ein guter Beleg dafür, dass die Hamburger nicht ausschließlich auf Vollgas setzen.
You Made Me Do It ist für mich auch aufgrund der Pre-Listening-Session ein besonderer Song. Schon im Mai bleibt die Nummer hängen, und die Tatsache, dass Hardbone sie auf Wunsch von Eike Freese ein zweites Mal spielten, spricht für sich. Auf dem Album überzeugen vor allem das Zusammenspiel der Gitarren und der lässige Rhythmus.
Mit One Night Away kommt eine melodischere Seite zum Vorschein. Der Song nimmt etwas Tempo heraus und schafft damit einen willkommenen Kontrast. Gerade in der zweiten Albumhälfte tut diese Abwechslung gut.
Danach heißt es bei Unstoppable wieder: Fuß aufs Gaspedal. Die Gitarren treiben nach vorne, das Schlagzeug sorgt für ordentlich Druck und Tim Dammann passt mit seiner rauen Stimme perfekt ins Bild. Für mich einer der Höhepunkte von Hardbeat.
Hard To Get setzt auf klassischen Hard Rock mit einem eingängigen Refrain und einer ordentlichen Portion Bühnenpotenzial. Der Song dürfte live perfekt funktionieren, denn die Zutaten stimmen: eine einprägsame Melodie, kräftige Gitarren und ein Rhythmus, der unmittelbar mitnimmt.
Zum Abschluss liefert Bad (As You Want Me To Be) noch einmal eine bluesige Variante des Hardbone-Sounds. Der Song wirkt lässiger und unterstreicht die Nähe zu Rose Tattoo. Ein passender Abschluss, der nicht einfach nur auf maximale Geschwindigkeit setzt.
Sechs Jahre Wartezeit, zwölf neue Songs und jede Menge Rock ’n’ Roll
Hier gibt es weitere Informationen zu Hardbone – Hardbeat in unserem Time-For-Metal-Release-Kalender!



