Infernal Bloodshed Over Europe 2025 am 18.05.2025 in der Szene in Wien

Vier Bands, ein Massaker: Infernal Bloodshed Over Europe verwandelt die Szene Wien in ein Schlachtfeld aus Blastbeats, Moshpits und metallischer Zerstörung

Eventname: Infernal Bloodshed Over Europe 2025

Headliner: Decapitated

Vorbands: Carnation, Warbringer, Cryptopsy

Ort: Szene, Wien

Datum: 18.05.2025

Kosten: 40,20 €

Genre: Brutal Death Metal, Thrash Metal, Technical Death Metal

Besucher: ca. 400 Besucher

Setliste Decapitated:

  1. A Poem About An Old Prison Man
  2. Just A Cigarette
  3. Three-Dimensional Defect
  4. Earth Scar
  5. The Blasphemous Psalm To The Dummy God Creation
  6. Last Supper
  7. Sensual Sickness
  8. Spheres Of Madness
  9. Cancer Culture
  10. 404
  11. Winds Of Creation
  12. Kill The Cult
  13. Suicidal Space Programme
  14. Iconoclast

Vier Bands. Ein Ziel. Totale Eskalation. Ein Abend wie ein Faustschlag in die Magengrube – Infernal Bloodshed Over Europe 2025 macht seinem Namen alle Ehre. Mit Decapitated, Cryptopsy, Warbringer und Carnation stehen vier Metal-Schwergewichte auf der Bühne der Szene in Wien – und jeder einzelne hat seine ganz eigene Vorstellung davon, wie man ein Publikum vernichtet. Zwischen technisch präzisem Death Metal, rasantem Thrash und roher Brutalität gab’s keine Verschnaufpause. Doch nicht jede Band kann das Feuer entfachen.

Carnation – Kaltstart mit Karacho. Die belgischen Death-Metaller Carnation eröffnen den Abend – und klingen dabei so, wie Death Metal im Lehrbuch stehen sollte: roh, geradlinig, aggressiv. Vor allem Frontmann Simon Duson wirkt wie ein Bulldozer mit Mikro in der Hand. Leider bleibt es bei der Theorie. Carnation wirken seltsam distanziert. Zwischen den Songs gibt es kaum Ansprache, die Verbindung zur Crowd ist so frostig wie die Temperatur in einem Leichenschauhaus, passend zum regnerisch kühlen Wetter der österreichischen Hauptstadt. Zur noch kaum in Stimmung gekommenen Atmosphäre dominiert auch noch eine viel zu laut eingestellte Anlage das Gesehen. Erst bei Sepulcher Of Alteration kommt ein bisschen Bewegung auf – ein paar Headbanger, zaghafte Reaktionen. Doch der Bassmatsch zerstört den Auftritt, und die Setlist fühlte sich wie ein uninspirierter Pflichtdurchlauf an. Schade – die Band hätte Potenzial gehabt, aber der Funke springt einfach nicht über.

Warbringer – Szene Wien 18.05.2025

Warbringer – Thrash mit Kettenreaktion. Warbringer betreten als Nächstes die Bühne – und mit ihnen kommt das, was Carnation fehlte: Energie. Und zwar sofort. Schon beim Soundcheck zeigt John Kevill, dass er keinen Bock auf Standard-Ansagen hat – charismatisch, präsent, völlig am Puls der Crowd. Dann bricht die Hölle los: Thrash Metal in Reinform. Firepower Kills und der Pit rotiert. Hunter-Seeker feiert Comeback, Neuromancer seine Live-Premiere – langsamer, aber intensiv. Kevill? Ein Tier am Mikro. Mit echten Entertainer-Qualitäten und sogar einem Schwert (!) auf der Bühne bei The Sword And The Cross – herrlich überzogen, aber genau richtig für diesen Vibe. Als der letzte Akkord von Total War verkling, ist klar: Der Auftritt war ein Triumphzug von Warbringer.

Decapitated – Szene Wien, 18.05.2025

Cryptopsy – Technische Abrissbirne. Was dann folgt, ist purer Wahnsinn: Cryptopsy, Legenden des Brutal/Technical Death Metal, walzen alles nieder, was noch steht. Ein epischer Einstieg mit Metallicas ForWhom The Bell Tolls als Intro – und dann geht’s los. Sänger Matt McGachy brüllt, growlt, schreit, dass sich die Balken biegen. Die Band ist auf den Punkt, ultratechnisch, druckvoll und gnadenlos. Drummer Flo Mounier spielt wie eine Maschine aus einer anderen Dimension. Songs wie Slit Your Guts, Graves Of The Fathers oder das neue Until There’s Nothing Left ballern kompromisslos in den Schädel. Die Fans? Völlig entfesselt. Bei Phobophile dann der Höhepunkt – die Meute tobt und der Saal bebt. Technischer Death Metal in Perfektion.

Decapitated – Die Könige der Nacht. Decapitated sind der Headliner – und sie werden diesem Status mehr als gerecht. Mit A Poem About An Old Prison Man gibt es gleich zum Einstieg ein Geschenk für alte Fans, doch der Fokus liegt klar auf dem aktuellen Album Cancer Culture – fünf Songs davon, alle gefeiert. Vogg Kiełtyka, das Herz der Band, spielt Soli wie ein Besessener, präzise und emotional. Neuzugang Eemeli Bodde überzeugt auf ganzer Linie – stimmlich brutal, dabei mit sympathischer Bühnenpräsenz. Kill The Cult explodiert förmlich, Spheres Of Madness zerlegt den Laden. Als Vogg zum Ende unter Applaus die Band vorstellt, ist spätestens klar: Decapitated sind wieder ganz oben – und das zu Recht. Sound und Licht? Glasklar und knallhart. Kein Schnickschnack – nur purer, ehrlicher Death Metal. Infernal Bloodshed Over Europe war keine leere Phrase – es war ein Versprechen und das wurde gehalten.