Am 16.10.2026 erscheint das neue, selbstbetitelte Album, der Norweger Kanaan über das Label Jansen Records. Erhältlich ist es dort als CD und in den Vinylvarianten Black und Algae. Vier Songs, 44 Minuten und jede Menge verzerrte Gitarren bringt uns das norwegische Trio Kanaan zum zehnjährigen Bandjubiläum.
Die Berührungspunkte mit Kanaan
Mein Einstieg bei Kanaan war 2021 mit meinem Review zu Earthbound (hier nachzulesen). Damals musste mich mein Berliner Promo-Pitbull fast noch persönlich anbellen, damit ich mich mit der Band beschäftige. Beim Nachfolger Downpour war das schon ganz anders. Da brauchte es keinen Fingerzeig mehr, denn die Norweger hatten mich längst überzeugt. Umso schöner, dass ich mich nun erneut mit einem Album der Jungs beschäftigen darf. Live habe ich Kanaan vorletztes Jahr endlich auf dem Freak Valley Festival erlebt. Und das nächste Wiedersehen steht bereits vor der Tür: Am kommenden Wochenende treffe ich die Herren beim Heavy Psych Sounds Festival in Dresden wieder. Die Vorfreude ist nach diesem Album jedenfalls groß!

Pic by Big Simonski
Vier Nummern, die ordentlich Druck machen
Ask Vatn Strøm an Gitarre und Perkussion, Eskild Myrvoll am Bass und Ingvald André Vassbø am Schlagzeug bilden das Fundament dieser musikalischen Reise. Gesang sucht man vergeblich, was bei dieser Instrumentalnummer aber überhaupt nicht ins Gewicht fällt. Die drei haben genügend Ideen im Gepäck, um die gut 44 Minuten abwechslungsreich zu gestalten.
Mit P1800 geht es direkt zur Sache. Der Opener ist mit knapp drei Minuten beinahe schon ein Kurzarbeiter auf diesem Album, dafür aber ein ziemlich knackiger. Die Gitarren setzen die ersten Duftmarken, der Groove sitzt und schon ist die Nummer wieder vorbei. Silver Cloud Blues legt anschließend eine ordentliche Schippe drauf. Hier treffen lässige Rhythmen auf dreckigen Fuzz und eine gehörige Portion Rock ’n‘ Roll. Kanaan zeigen, dass sie nicht einfach nur schwere Riffs aneinanderreihen, sondern ihre Stücke mit unterschiedlichen Rhythmen und kleinen musikalischen Schlenkern lebendig halten können.
Wenn der Verstärker glüht
Mit Ouroboros wird es ausladender. Fast 14 Minuten nimmt sich das Trio Zeit, um aus einem zunächst zurückhaltenden Einstieg eine massive Riffwalze entstehen zu lassen. Die Gitarre darf sich austoben, der Bass schiebt ordentlich von unten und das Schlagzeug hält alles zusammen. Gerade dieser Wechsel zwischen ruhigen Momenten und druckvollen Ausbrüchen macht den Reiz aus. Wer hier auf den großen Knall wartet, bekommt ihn – allerdings nicht auf Knopfdruck, sondern schön aufgebaut.
The Wonderer Part I-V bildet den ausgedehnten Abschluss und schlägt noch einmal eine etwas andere Richtung ein. Das Stück lebt von einer gemeinsamen Improvisation, bei der die Musiker ihre Ideen entwickeln können, ohne sich in einem starren Korsett zu bewegen. Atmosphärische Passagen, jazzige Einflüsse und verzerrte Gitarren greifen ineinander. Manchmal darf sich ein Motiv einfach entwickeln, bevor die nächste Wendung folgt. Das funktioniert, weil Kanaan auch bei aller Experimentierfreude den nötigen Groove nicht aus den Augen verlieren.
Hier! geht es für weitere Informationen zu Kanaan – Kanaan in unserem Time For Metal Release-Kalender.



