Exequiae – eine Totenfeier
Am 31.01.2026 erscheint Exequiae von Lone Wanderer über das deutsche Label High Roller Records. Das Album wird als CD, Kassette sowie auf Vinyl veröffentlicht – in einer schwarzen Edition (200 Exemplare), als Splatter-Variante (100 Exemplare) und auf weißem Vinyl (200 Exemplare). Schon der Titel setzt dabei den thematischen Rahmen: Exequiae, lateinisch für Totenfeier, ist eine ebenso naheliegende wie treffende Wahl für ein Funeral-Doom-Album. Er wirkt weniger wie ein bloßes Schlagwort, sondern vielmehr wie eine inhaltliche Verdichtung – ein musikalisches Begräbnisritual in extremer Zeitlupe.
Mit ihrem dritten Album präsentieren sich Lone Wanderer in ihrer bislang geschlossensten Form. Bruno Schotten (Vocals, Guitar), Jonas Weber (Guitar), Simon Brooker (Bass) und Jakob Zeblin (Drums) agieren als eingespielte Einheit, die ihre Vision kompromisslos umsetzt. Exequiae ist kein Werk der Experimente, sondern eine konsequente Annäherung an den Kern des Funeral Doom: Schwere, Langsamkeit und emotionale Verdichtung.
Die Songs
Den Mittelpunkt des Albums bildet der monumentale Opener To Rest Eternally. Mit fast 25 Minuten Spielzeit fungiert der Track als spirituelles Zentrum der Platte. Langsam mahlende Gitarren, tiefe Growls und ein schleppendes, unbeirrbares Tempo entfalten ihre Wirkung durch Geduld und Gewicht. Die Länge wirkt dabei nicht demonstrativ, sondern zwingend – als logische Folge der musikalischen Idee.
Existence Nullified zeigt sich etwas direkter, bleibt jedoch fest im Genre verankert. Kalte, schwere Riffs treffen auf eine Harmonik zwischen Resignation und nüchterner Klarheit. Life’s Lost Vanity öffnet den Klangraum minimal, indem sich melodische Akzente vorsichtig durch die massiven Gitarrenwände schieben, ohne die Grundschwere zu unterlaufen. Besonders bedrückend fällt Anhedonia aus. Der Song lebt von einer nahezu erstickenden Atmosphäre, minimaler Dynamik und subtilen Harmoniewechseln. Den Abschluss bildet Epistemology Of The Passed, das alle ästhetischen Elemente des Albums bündelt: extreme Langsamkeit, tiefe Melancholie und Harmonien, die sich wie ein letzter Blick in einen bodenlosen Abgrund anfühlen.
Produktion & Artwork
Die Produktion ist klar, aber bewusst roh gehalten. Gitarren und Bass stehen massiv im Raum, das Schlagzeug wirkt schwer, ohne zu überfrachten. Dass die Band den gesamten Prozess selbst überwacht hat, ist hörbar: Exequiae klingt geschlossen, kontrolliert und aus einem Guss. Das Artwork des deutschen Romantikers Ernst Ferdinand Oehme (Prozession Im Nebel) verstärkt visuell und haptisch die musikalische Grabesruhe und unterstreicht die existentielle Schwere des Albums.
Hier! geht es für weitere Informationen zu Lone Wanderer – Exequiae in unserem Time For Metal Release-Kalender.



