Event: Reload Festival 2026
Bands: Judas Priest, In Flames, Amorphis, Airbourne, Black Label Society, Arch Enemy, Lamb Of God, Godsmack, Alestorm, Avatar, The Ghost Inside, Thy Art Is Murder, Imminence, Paleface Swiss, Thrown, Orbit Culture, Kim Dracula, Soulfly, Dead By April, Pertubator, Stick To Your Guns, Agnostic Fronr, Terror, Fit For An Autopsy, Dominum, Northlane, Vengaboys, Future Palace, Deafheaven, KittieGaerea, Thundermother, ZSK, Vended, From All To Spring, Alien Ant Farm, Sign Of The Swarm, Gutalax, Misery Index, Self Deception, Allt, Broken By The Scream, 100 Kilo Herz, Excrementory Grindfuckers, Cytotoxin, Luna Kills, Inhuman Nature, Vulvarine, Wrestlemaniacs, Heartless Human Harvest
Datum: 13.08. – 15.08.2026
Genres: Power Metal, Rock, Symphonic Metal, Progressive Metal, Heavy Metal, True Metal, Metalcore, Dark Metal, Dark Rock, Black Metal, Death Metal, Thrash Metal, Speed Metal, Fun Metal
Besucher: 20.000
Kosten: Dreitagesticket ab 219 € Sold Out, Tagestickets ab 99 bis 109 €
Ort: Sulingen
Veranstalter: Reload Event GmbH
Heute beginnt das inzwischen bereits 18. Reload Festival im niedersächsischen Sulingen. Erneut sind hochkarätige Acts wie Judas Priest, In Flames, Amorphis und Airbourne am Start, aber auch nicht ganz so bekannte Acts treten auf. Für uns ist es die erste Begegnung mit dem Festival, denn bisher haben unsere Kollegen dieses Festival besucht. Mal sehen, ob es uns genauso gut gefällt.
Am Mittwoch gibt es bereits eine Warm-up-Party mit zwei Bands und einem DJ, die wir aber nicht wahrnehmen. Nur die Bändchen holen wir uns und verschaffen uns einen ersten Eindruck. Im noch leeren Infield treffen wir auf unseren Kollegen Tim S. und seine Freundin Pilar, die wir bereits beim Rockharz vor ein paar Wochen getroffen haben. Weiter geht es zum Vorplatz, auf dem schon einiges los ist. Einmal einen Rundgang und dann geht es zurück. Den Abend lassen wir in einer urigen Kneipe und bei einem Besuch beim Musik Im Park in unserem vorübergehenden Zuhause in Bruchhausen-Vilsen ausklingen.
Der Donnerstag beginnt für uns musikalisch auf der Heist Plaza Stage.

Vier Damen haben sich dem Credo verschrieben, FLINTA*-Personen sichtbarer zu machen. Frauen, Lesben, nicht-binäre, Trans- oder Agender-Personen sollen so den Rücken gestärkt bekommen und haben mit der Wiener Band ein Sprachrohr. Musikalisch wird genreübergreifend agiert. Mal punkig, mal Metal, alles verschwimmt hier. Nur laut muss es sein und schrill. Das wird von vielen gut angenommen und so sind bereits diverse Menschen vor der Stage. Musikalisch erreicht mich die Combo aus Wien nicht. Wir verlassen das Spektakel und umrunden das Infield. Erwartungsgemäß sind lange Schlangen am Merch und auch sonst ist schon ordentlich Betrieb. Nur vor der Impericon Mainstage ist es noch verwaist. Selbst die Bierwagen von Beck’s vor der Mainstage sind personell nicht besetzt. Dabei ist es heiß und Trinken ist notwendig.
Allt machen auf der Heist Plaza Stage weiter. Schwedischer Progressive Metalcore wird uns um die Ohren geklatscht. Dazu gibt es Sprühregen, besser gesagt Wasserstrahlen aus dem Feuerwehrschlauch der Securities. Das wird dankend angenommen, denn es ist sehr warm. Und noch etwas: staubig. Nicht wenige haben sich mit Masken eingedeckt, denn der Staub ist überall zu spüren. Somit wirbelt nicht nur die Band Staub auf, sondern auch das Publikum, das bereits die ersten Surfer losschickt. Auf der Bühne tobt sich die Band aus. Nach wenigen Songs gebe ich auf.
Kurz in den Pressebereich, der schon sehr einladend und bequem ist. Highlight ist sicherlich der Kühlschrank mit Tetra-Paks Volvic, die immer wieder aufgefüllt und allen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Kurze Wege sind angesagt, und so kommt man direkt aus dem Presse-/VIP-Bereich ins Infield oder auch zur zweiten Bühne. Bewusst lassen wir die Tent Stage und auch die Radio Bob Bühne aus.
Schwedischer Alternative Metal kommt als Nächstes von der Bühne. Das machen die vier Musiker ganz geschickt und spicken ihren Metal mit Melodik, Grunge und alternativem Metal. Das kommt gut an und vor der Bühne ist es voll. Einige Songs sind One Of Us, The Wedding und Time’s Up, die alle vom letzten und bereits siebten Album stammen. Hübsch anzusehen sind sie auch, vor allem Bassist Nicklas Wester fällt durch sein schrilles Outfit auf.

Punk vom Feinsten liefern ZSK aus Berlin. Mit der achten Platte und natürlich alten Gassenhauern stehen die Jungs auf der Bühne und können von Anfang an begeistern. Mit Texten, die gegen Fremdenfeindlichkeit, Polizeigewalt oder unbedachtes Konsumverhalten gerichtet sind, liegen sie im Trend, und mit Songs wie Unzerstörbar oder Neuanfang treffen sie den Nerv. Auf der Bühne ist es vor allem Sänger Joshi, der die Punk-Attitüde hochhält und mal auf der Bühne, aber auch im Publikum oder auf dem Wellenbrecher stehend, in typischer Punk-Manier agiert. Das gefällt mir gut.
Mit Stick To Your Guns aus Kalifornien wird die Hauptbühne, die Impericon Stage, eingeweiht. Feinster Hardcore, der meinen Geschmack nicht wirklich trifft, aber für das Publikum hervorragend geeignet ist. Bei strahlendem Sonnenschein, einer Staubwolke bis auf Kopfhöhe und gefühlten 40 Grad lassen es die Amis krachen. Die Crowd ist dankbar und schickt die ersten Surfer nach vorn. Damit sind die Jungs im Graben beschäftigt und wir Fotografen werden dann auch mal liebevoll zur Seite geschoben. Aber das Schöne hier ist: Der Graben ist so breit, dass es kein Gedränge und auch keinen Platzmangel gibt. Da ich keinen Song kenne, kann ich auch nicht sagen, was gespielt wurde. Aber hier kennen viele die Musik, und wenn man sich die Reihen so ansieht, ist die Band bekannt und angesehen. Immerhin ist sie auf diesem familiären Festival bereits viermal eingeladen gewesen.
Mit Deafheaven ist erneut eine amerikanische Truppe am Start. Diesmal kein Core, sondern Black Metal, vermischt mit Post Rock. Es kommt eine Mischung aus Melodien, Klangwänden und Düsterness zusammen, die gut ankommt. Es ist zwar nicht ganz so voll vor der Bühne, das mag aber den Temperaturen geschuldet sein. Ansonsten solider Auftritt, der länger hätte gehen dürfen. Aber auch da ist den Machern des Festivals der Spagat gut gelungen: Zwischen den einzelnen Bands sind nur fünf Minuten Pause, und es kommt zu keinen Überschneidungen auf den beiden Hauptbühnen.

Nun kommt eine Band, die mir persönlich gut gefällt. Auf der riesigen Impericon Stage stehen Orbit Culture aus Schweden auf der Bühne. Die Skandinavier, Asse des Genres und dafür bekannt, können Melodic Death, und so ist es auch bei dieser Combo. Bereits vor drei Jahren haben sie einen Abriss hingelegt, und das ist heute nicht anders. Hymnisch, energetisch und mit Growls sowie Klargesang lassen sie das Herz eines jeden Fans dieses Genres höherschlagen. Songs wie Death Above Life oder Descent lassen keine Wünsche offen. Gelungener Start in den frühen Abend. Das ist Musik, die auch mir gut gefällt.
Ganz anders geht es dann auf der zweiten Bühne zu. Terror, ebenfalls aus den Staaten, zelebrieren Hardcore nach typischem Muster. Das Outfit passt, und so stapft Frontmann Scott Vogel über die Bühne, während die Kollegen den Hardcore-Sound ins dankbare Publikum prügeln. Die Grabenwächter haben alle Hände voll zu tun, um Leute sicher zu Boden zu bringen oder Abkühlung per Feuerwehrschlauch zu spenden.
Nach wenigen Songs geht es auf die Suche nach den Speisenständen, und die Bratwurst für stolze sechs Euronen schmeckt. Andere Gerichte schlagen so immer um einen Zehner zu Buche. Ein Wort zu den Getränken: Ein Bier kostet ebenfalls sechs Euro, und es gibt Beck’s oder auch das Anheuser-Busch Bud. Dabei ist das Bier im VIP-Bereich aus der Flasche und, man sehe und staune, ganz lecker.

Weiter geht es, corelastig, aus Australien. Die Down-Under-Jungs haben einen weiten Weg hinter sich und lassen die aufgestaute Energie des 23-Stunden-Fluges auf der Bühne raus. Extreme Metal, den man mögen muss, und das scheint einigen Tausend zu gefallen. Voll ist es, und so langsam gehen auch die Temperaturen runter. Der stetige Strom an Surfern beschäftigt die Graben-Securities, die schweißgebadet ihren Job bravourös erledigen und dabei immer freundlich und zuvorkommend sind. So etwas kennt man auch von den Grabenschlampen, die ja beim Rockharz und dem Summer Breeze tätig sind.
Ich verabschiede mich nach meinen erlaubten drei Songs, um im Pressebereich die Kamera etwas vom Staub zu reinigen. Es wird dann später eine ganzheitliche Reinigung nötig sein.
Eine Institution steht an. Max Cavalera und seine Soulfly entern die Heist Plaza Stage und zeigen den Jüngern des Thrash Metal, wie das so geht. Brachiale Soundwände, gepaart mit dreckigen Riffs. Back To The Primitive und Seek ’n‘ Strike eröffnen und sorgen für die nötige Betriebstemperatur. So geht es dann 40 Minuten weiter und hinterlässt eine noch einmal ordentlich ins Schwitzen geratene Crowd. Der Aufforderung, den berühmten Circlepit zu machen, wird nur zu gern nachgegangen und so ist dann schnell eine staubige Stampede im Gange.
Randy Blythe und seine Mannen zerlegen danach die Mainstage. Groove Metal, der ins Bein geht und auch die Köpfe nicht stillstehen lässt. Dazu schaffen es die Lämmer nicht, so zu wirken, sondern liefern ordentlich auf der Bühne ab. Das Publikum dankt es mit Scharen von Surfern, die, ich wiederhole mich, von den Männern im Graben mit stoischer Ruhe auf den Boden gebracht werden. Nicht wenige der Surfer tauchen auch mehrfach auf. Es scheint Spaß zu machen und es gibt eigentlich auch keine genervten Zuschauer. Einige der gespielten Songs sind 512, Walk With Me In Hell und Redneck.

Nun wird es für mich spannender. BLS stehen auf der Bühne, und bereits vor dem eigentlichen Auftritt ist Zakk Wylde hinter seinem Equipment unterwegs und macht Handyaufnahmen vom vollen Bühnenvorplatz. Nicht nur Core geht hier ohne Ende, auch klassischer Heavy Metal wird gefeiert. Ich habe Zakk und seine Jungs bereits beim Rockharz und auch beim Wacken Open Air gesehen. Somit ist es nichts Neues, aber trotzdem schön. Natürlich außerordentlich gitarrenlastig, versteht es der Mann mit dem Kilt und den unterschiedlichen Gitarren, zu gefallen. An seine Zeit bei Ozzy wird mit No More Tears gedacht, ansonsten sind es eigene Songs, die zur Geltung kommen. Fette Grooves aus Gitarre, Drums und Bass lassen die Energie fluten.
Tja, und dann ist auch unsere letzte Band des Tages dran. Arch Enemy mit neuer Sängerin Lauren Hart. Die macht ihre Sache ausgesprochen gut und bietet neben einer ordentlichen Performance auch eine gute Gesangsleistung. Vergleiche mit Alissa White-Gluz braucht man nicht zu ziehen, denn sie macht die Songs auf ihre Art und Weise. Große Gesten und auch die Publikumsanimation hat sie im Griff, während der Rest der Truppe zu reinen Musiklieferanten wird. Da ist nicht viel Aktion bei den einzelnen Musikern, aber ohne Zweifel wissen die, was gespielt wird, und überlassen ihrer Frontfrau die Aktion.
Dazu gibt es Pyros, Flammen links, rechts, hinten und vorne, und so ist das ein ordentlicher Tagesabschluss, der durch die Flammen die aufkommende Kälte vertreibt. Wir bleiben nicht bis zum Ende, sondern verabschieden uns nach einigen Songs in das entfernte Bruchhausen-Vilsen zu unserer Unterkunft. Reicht für heute.



















































