Eventname: Rock The Forest 2026
Line-Up Samstag, 25. Juli: Dark Sun, Great Again, Final Fortune, Dragonsfire, Firmament, Formosa, Brainstorm, Primal Fear
Ort: Waldfestplatz Rengsdorf, 56579 Rengsdorf
Datum: 24.07. – 25.07.2026
Kosten: Festivalticket 69,00 €
Genre: Hard Rock, Heavy Rock, Heavy Metal
Besucher: ca. 1.000 Besucher an beiden Tagen
Veranstalter: Rockfreunde Rengsdorf e.V., https://www.rockfreunde.de/
Rock The Forest – wenn das Festival zur großen Familienfeier wird
Seit mittlerweile über 40 Jahren laden die Rockfreunde Rengsdorf am letzten Juliwochenende zum Festival Rock The Forest ein, das wie gewohnt auf dem idyllisch gelegenen Waldfestplatz stattfindet. Seit vielen Jahren steht diese Veranstaltung fest in meinem Terminkalender. Ich liebe dieses gemütliche Festival mit dem Charakter einer großen Familienfeier, hervorragend organisiert durch unzählige ehrenamtliche Helfer der Rockfreunde Rengsdorf e. V., die auch in diesem Jahr mal wieder ein abwechslungsreiches Line-Up mit großartigen, bekannten und weniger bekannten Bands auf die Beine gestellt haben.
Für Time For Metal war die liebe Judith S. erneut in Rengsdorf am Start. Hier ihr Bericht und die Bilder vom Samstag:
Dark Sun – akustischer Metal zum Auftakt
Nachdem der Freitag beim Rock The Forest 2026 so etwas wie das Aufwärmprogramm war, obwohl ein Aufwärmen bei den sommerlichen Temperaturen wirklich nicht nötig ist, beginnt der Samstag bereits mittags um 12:00 Uhr auf der kleinen Bühne. Um die richtige Atmosphäre herzustellen, dürfen dort zum ersten Mal für heute Dark Sun ran, um das musikalische Rahmenprogramm zu eröffnen. Die Band aus der Region Koblenz/Neuwied, die überwiegend aus Mitgliedern der Bands Ra’s Dawn und Dragonsfire besteht, zeigt, dass alle Metalklassiker der letzten Jahrzehnte auch als Akustikversion überzeugen können. Zwei Akustikgitarren, einen Akustikbass sowie eine Cajon, dazu noch mehrstimmigen Gesang, mehr braucht es nicht, um auf dem Waldfestplatz für gute Stimmung zu sorgen, was die Band auch in den folgenden Umbaupausen unter Beweis stellt.
Great Again und Final Fortune – der verpasste gute Auftakt
Der musikalische Startschuss auf der Hauptbühne fällt heute um 14:15 Uhr mit Great Again aus Süddeutschland, die sich dem Hard Rock im Sound der 70er und 80er-Jahre verschrieben haben, sowie anschließend Final Fortune aus Koblenz und Umgebung, die seit Jahren für Old School Heavy Metal stehen und hier in Rengsdorf ihr Debütalbum Resurrected präsentieren.
Leider habe ich es so früh heute nicht geschafft, sodass ich Great Again verpasst, und von Final Fortune nur noch den Schluss mitbekommen habe, aber beide sollen laut Aussage mehrerer Bekannter einen tollen Job abgeliefert haben, und bei Final Fortune bin ich mir sicher, dass ich die hier in der Region noch öfter zu sehen bekomme.
Dragonsfire – traditioneller Heavy Metal mit ordentlich Spielfreude

So geht es für mich mit Dragonsfire heute los, die ich bereits des Öfteren gesehen habe, und die eigentlich live immer Spaß machen. Es handelt sich hier um eine Hessisch-Kowelenzer Zusammenarbeit, die sich seit ihren Anfängen im Jahr 2005 dem traditionellen Heavy Metal verschrieben hat und erst im letzten Jahr einen neuen Silberling namens Rebirth Of The Beast auf den Markt gebracht hat. Nach vielen Besetzungswechseln in den ersten Jahren ist das aktuelle Line-Up jedoch seit langem stabil in der Besetzung Dennis Ohler (Vocals, und auch bei Dark Sun am Start), Timo Rauscher und Matthias Bludau (Guitar), Peter „Scheter“ Schäfer (Bass) und seit 2024 Elias Bludau (Drums).
Für die Band ist es ja auch nicht der erste Auftritt in Rengsdorf und man spürt förmlich, wie viel Spaß die Kollegen haben, die Songs ihres aktuellen Albums unters Volk zu bringen. So viel Spielfreude springt schnell aufs Publikum über, besonders ein langhaariger Luftgitarrenspieler gibt alles und liegt plötzlich im Staub, was seiner Begeisterung jedoch keinen Abbruch tut. Viel zu schnell erklingt dann mit Dragons Never Surrender das letzte Stück, was sich aber doch wie ein Versprechen anhört, bald wiederzukommen.
Firmament – eine Zeitreise in die goldene Ära des Hard ’n’ Heavy
Als nächster Act haben sich Firmament angekündigt, die laut eigener Aussage für Hard ‚N Heavy from Leipzig stehen. Das hört sich doch so an, als könnte das etwas für mich sein. Die Band gibt es erst seit fünf Jahren, ist aber so fleißig, dass sie mit We Don’t Rise, We Just Fall (März 2023) und For Centuries Alive (September 2025) bereits zwei Alben veröffentlicht hat. Also Stoff genug, um eine Dreiviertelstunde Spielzeit zu füllen. Und das gelingt dem Fünfer auf beeindruckende Art und Weise: Sie nehmen einen mit auf eine Zeitreise in die Hochzeit des Hard Rock und Heavy Metal der 70er und 80er-Jahre. Der galoppierende Bass (Stefan Deutsch) sowie das Zusammenspiel der Gitarren (Philipp Meyer und Tom Michalik) erinnern ein ums andere Mal an Iron Maiden, angetrieben von Jonas Zeidler am Schlagzeug und einem Marco Herrmann am Mikro, der jeden Song durch seinen emotionalen, cleanen Gesang leben lässt. Von mir definitiv den Daumen hoch für einen energiegeladenen Auftritt!

Formosa – Glam, Hard Rock und jede Menge Party

Mit großen Versprechungen kommen die nächsten vier Herren aus Essen daher: „explodierende Dynamik, schnell, langsam, sexy, Liebesschwüre und Küsse auf den Hals“. Für all das stehen nach eigenen Angaben Formosa, die uns heute ihre Version von Hard’n’Heavy, gewürzt mit einer Prise Glam-Metal, präsentieren. Und was soll ich sagen: Mit der Bühnenpräsenz, die die gesamte Truppe an den Tag legt, angefangen vom lässigen Frontmann Nik Bird, über seine Mitstreiter Nik Beer (Gitarre), Lukas Bierbrauer (Bass) und dem wild auf sein Arbeitsgerät eindreschenden Schlagzeuger Paris Jay, schaffen sie es mühelos, die Menge vor der Bühne bei Laune zu halten. Horns Up, Fight The Fire und Power To The Fist, sind erstklassige Partykracher. Zum ruhigeren Manic Lover erscheint Nik Bird mit schwarzem Federmantel, um danach wieder Fahrt aufzunehmen, um mit Welcome To My Hell und Dressed To Kill eine sexy, raue Hard-Rock-Show zu beenden.
Brainstorm – sympathischer Power Metal mit Klassikern und neuen Songs
Mit allmählich untergehender Sonne wird es schattiger, und die Temperaturen erträglicher. Zeit für Power Metal von der Schwäbischen Alb mit Brainstorm. In letzter Zeit standen einige Besetzungswechsel am Bass an, und so stehen nun mit den etablierten Mitgliedern Andy B. Franck am Mikro, den beiden Gitarristen und Gründungsmitgliedern Torsten Ihlenfeld und Milan Loncaric noch Danij Perl am Bass sowie der kurzfristig am Schlagzeug eingesprungene Eric Wunderlich auf der Rengsdorfer Bühne.
Mit Worlds Are Comin‘ Through werden die Fans schon mal direkt auf Betriebstemperatur gebracht. Ein wie immer gut gelaunter Andy B. Franck unterhält durch vergnügte Ansagen und stimmgewaltige Performance, animiert sein Publikum dabei immer wieder zum Mitmachen, was dieses durch Mitklatschen und Kopfschütteln auch brav erledigt.

Torsten „Todde“ Ihlenfeld und Milan Loncaric überzeugen immer wieder durch gekonnte Gitarrensoli und haben dabei den Spaß in den Backen, einfach eine durch und durch sympathische Band.
Die Songauswahl überzeugt durch etliche Klassiker wie Shiva’s Tears und Highs Without Lows vom 2003er-Album Soul Temptation, aber auch The Shepherd Girl und Crawling vom letztjährigen Album Plague Of Rats haben es heute auf die Setlist geschafft, bevor mit Ravenous Minds zum Finale geblasen wird und eine mitreißende Show für heute Abend beendet.
Primal Fear – Metal Is Forever!
Fehlt nur noch der Headliner des heutigen Tages, der da kein Geringerer ist als Primal Fear, die seit ihrer Gründung 1998 zu einer der erfolgreichsten Power-Metal-Bands aus deutschen Landen zählen. Pünktlich um 22:30 Uhr betreten sie dann endlich die Bühne und bringen nach We Walk Without Fear auch direkt mit Destroyer und I Am The Primal Fear zwei Songs des relativ neuen Albums Domination, bevor es mit Nuclear Fire und Seven Seals wieder in ältere Zeiten zurückgeht.
Ralf Scheepers am Mikro überzeugt von Anfang an durch seine große Stimme und gut gelaunte Ausstrahlung, während Mat Sinner sich sichtlich freut, nach längerer, krankheitsbedingter Auszeit wieder auf der Bühne zu stehen. Ansonsten gibt es ja einige Neuerungen in der Besetzung. Magnus Karlsson (Gitarre) ist jetzt festes Bandmitglied und hat mit Thalìa Bellazecca eine weitere Gitarristin an der Seite, die nicht nur durch ihr strahlendes Lächeln und ihre Bühnenpräsenz überzeugt, sondern auch durch handwerkliches Können. Dazu kommt noch André Hilgers, den ich noch von seiner Zeit bei Rage gut kenne, und der damals schon unter Beweis gestellt hat, was für ein fantastischer Schlagzeuger er ist.

Die Setlist heute bietet einen Querschnitt durch die gesamte Schaffensperiode, wobei naturgemäß die Klassiker wie The End Is Near, Final Embrace und Chainbreaker am besten ankommen, aber auch relativ neues Material wie The Hunter wird abgefeiert. Dabei kann die neue Besetzung voll und ganz überzeugen, die Gitarrenfraktion strotzt vor Spielfreude, André Hilgers verdrischt sein Schlagzeug, Ralf Scheepers unterhält die Feiermeute mit Mitsingspielchen, während Mat Sinner den ruhenden Pol abgibt.
So vergeht auch dieser energiegeladene Auftritt wie im Fluge. Viel zu schnell kommt das Ende nicht nur dieses Abends, sondern auch eines phänomenalen Wochenendes voller guter Mucke, und was passt am Ende besser als Metal Is Forever, zu dem noch einmal alle Versammelten die Pommesgabel in den Nachthimmel recken.
Fazit – ein phänomenales Wochenende im Rengsdorfer Wald
Das Schlusswort gehört dann noch einmal Christoph Krämer von den Rockfreunden Rengsdorf, der sich bei allen Beteiligten, den Helfern, den Musikern und dem Publikum bedankt und schon auf den Termin für das Rock The Forest 2027 hinweist. Also, ich komme sehr gerne wieder!
Hier kommt ihr zum Bericht von Tag 1.
Setlisten Tag 2:





























