Eventname: Rock The Forest 2026
Line-Up Freitag, 24.07.: Rock With Groove, 11Theory, Voodoo Vegas, Iron Maidens
Ort: Waldfestplatz Rengsdorf, 56579 Rengsdorf
Datum: 24.07. – 25.07.2026
Kosten: Festivalticket 69,00 €
Genre: Hard Rock, Blues Rock, Heavy Rock, Heavy Metal
Besucher: ca. 1.000 Besucher an beiden Tagen
Veranstalter: Rockfreunde Rengsdorf e.V., https://www.rockfreunde.de/
Setlisten:
- Intro
- Anymore
- Not So Bad
- Put It All Together
- Shovels & Pitchforks
- Down To Size
- How It Ends
- The Way
- So Good
- Stare
- The Pain
- Queen Of The Day
- We’re All Gonna Died
- Don’t Need Your Love
- Tied Up
- Revolution
- Backstabber
- Highway To Hell
- Killing Joke
- Puppet
- Word Up
- How Much Is Enough
- Whole Lotta Rosie
- Long Time Gone
- Round And Round
- Come On Over
- Ferry Song
- So Unkind
- Love Shines
- King Without A Crown
- Jimmy Silver
- Aces High
- Revelations
- Wasted Years
- Flight Of Icarus
- Can I Play With Madness
- Duellist
- Number Of The Beast
- Genghis Khan
- The Trooper
- Runnig Free
- Stranger In A Strange Land
- Still Life
- Fear Of The Dark
- Caught Somewhere In Time
- Hallowed Be They Name
Rock The Forest – wenn das Festival zur großen Familienfeier wird
Seit mittlerweile über 40 Jahren laden die Rockfreunde Rengsdorf am letzten Juliwochenende zum Festival Rock The Forest ein, das wie gewohnt auf dem idyllisch gelegenen Waldfestplatz stattfindet. Seit vielen Jahren steht diese Veranstaltung fest in meinem Terminkalender. Ich liebe dieses gemütliche Festival mit dem Charakter einer großen Familienfeier, hervorragend organisiert durch unzählige ehrenamtliche Helfer der Rockfreunde Rengsdorf e. V., die auch in diesem Jahr mal wieder ein abwechslungsreiches Line-Up auf mit großartigen bekannten und weniger bekannten Bands auf die Beine gestellt haben.
Für Time For Metal war die liebe Judith S. mal wieder in Rengsdorf am Start. Hier ihr Bericht vom Freitag:
Bei besten sommerlichen Temperaturen mache ich mich am Spätnachmittag auf den Weg nach Rengsdorf und freue mich, direkt am Eingang schon auf die ersten Bekannten zu treffen, die in diesem Jahr im Rahmen der musikalischen Früherziehung ihren Nachwuchs, insgesamt drei Mädchen im Alter von 9–11 Jahren, dabei haben. So muss das sein! Los geht es freitags sonst eigentlich meistens mit einem Cover- bzw. Tribute-Programm, was in diesem Jahr allerdings nur auf den Headliner des Abends zutrifft.
11 Theory – internationaler Modern Rock eröffnet das Festival
Den Opener machen heute 11 Theory, zu denen ich im Vorfeld nicht wirklich viele Infos gefunden habe. Es soll sich um eine internationale Melodic-Rock Band mit amerikanisch-finnisch-russischen Wurzeln handeln, die in diesem Jahr ihr Erstlingswerk All In Your Minds an den Start gebracht hat, und wo der Vorname Serguei bzw. Sergey anscheinend sehr beliebt ist, hören doch direkt drei der fünf Mitglieder darauf.
So bin ich mal gespannt, was mich erwartet, als mit kurzer Ansage Christoph Krämer von den Rockfreunden Rengsdorf das Rock The Forest 2026 endlich eröffnet und die Bühne für 11 Theory frei macht.

Die erste Überraschung ist, dass ich mir beim Sänger nicht sicher bin, ob es sich dabei um den angekündigten Cris Hodges handelt, der auf dem offiziellen Bandfoto irgendwie anders aussieht. Aber egal, der Mann überzeugt durch seine kraftvolle Stimme in allen Songs, die ich eher im Sektor amerikanisch geprägten Modern Rock mit teils Punk- und Blues-Anleihen bezeichnen würde. Mit auf der Bühne stehen, falls die Angaben so noch stimmen, Serguei Fedotov und Ilia “Lu” Smirnov (Guitars), Sergey “Glam Dickens” Dik (Bass) und Sergey Rubtsov (Drums), die hier heute einen energiegeladenen Auftritt auf die Bretter legen, das Publikum schon mal angenehm auf Betriebstemperatur bringen und dafür mit ehrlichem Applaus belohnt werden.
Rock With Groove – Rockklassiker aus dem Klassenzimmer
Wie das beim Rock The Forest so üblich ist, gibt es musikalische Beschallung auch in den Umbaupausen. Dieses Jahr dürfen am Freitag Rock With Groove, das von dem Lehrerduo Frank Marker und Michael Stühn 2003 gegründete Band- und Chorprojekt des Rhein-Wied-Gymnasiums aus Neuwied, auf der kleinen Bühne mit Rockklassikern aus mehreren Jahrzehnten unterhalten, was nicht nur bei ihren zahlreich mitgebrachten Fans und Freunden, sondern auch bei den restlichen Rockfreunden sehr gut ankommt, wie die Menschentraube vor der Bühne beweist.
Voodoo Vegas – alte Bekannte mit britischem Hard-Rock-Feuer
Weiter geht es nun auf der Hauptbühne mit einem „alten Bekannten“, so darf man Voodoo Vegas wahrlich bezeichnen, immerhin hat die fünfköpfige Formation aus Großbritannien genau hier vor 13 Jahren ihren Debütauftritt auf deutschem Boden gegeben. Seitdem stand die Band bereits mehrfach beim Rengsdorfer Rockfestival auf der Bühne und kehrt nun erneut an diesen Ort zurück. Seit ihrer Gründung 2006 verbindet die Formation klassischen Hard Rock mit Blues-Einflüssen und einem Sound, ganz in der Tradition großer britischer und amerikanischer Rocklegenden.
Bereits der Opener Don’t Need Your Love vom dritten Studioalbum Feeling So Good zeigt an, wohin die Reise heute geht. Hier gibt es keine überproduzierten Affekte oder Showelemente, die Gitarren (Meryl Hamilton und Jonathan Dawson) geben den Ton an, der Bass (Ash Moulton) groovt und am Schlagzeug macht Mike Rigler den nötigen Druck. Dazu mit Lawrence Case einen charismatischen Frontmann, der sein Publikum immer wieder mit einbezieht, mit souveräner Lässigkeit begeistert und den Songs die nötige Rauheit verleiht.

Dabei machen sie kein Geheimnis daraus, welche Bands zu ihren großen Vorbildern gehören. Als Huldigung an AC/DC werden Highway To Hell und Whole Lotta Rosie gespielt, dazu noch mit Word Up von Cameo ein eher untypisches Stück, das sich jedoch mit der funkigen Attitüde gut ins gesamte Set einfügt, bevor es wieder mit den eigenen Songs weitergeht.
Bei den anwesenden Rockfreunden kommt der ehrliche, handgemachte Rock der fünf Briten gut an, vor der Bühne wird mitgewippt, der Kopf im Takt geschüttelt und lautstark applaudiert. Viel zu schnell ist die Zeit vorbei, um sich mit King Without A Crown und Jimmy Silver zu verabschieden, ich kann mir jedoch gut vorstellen, dass dieser energiegeladene Auftritt von Voodoo Vegas bestimmt nicht der letzte in Rengsdorf sein wird.
The Iron Maidens – Maiden-Klassiker mit weiblicher Power
Gespannt warte ich nun auf den Headliner des Abends, The Iron Maidens, die wohl einzige weibliche Tributeband der britischen Heavy-Metal-Helden Iron Maiden.
Mit Tributebands ist es ja immer so eine Sache: Die einen freuen sich, die Lieder ihrer Lieblingsband im kleineren Rahmen abfeiern zu können, die anderen lehnen sie ab, zumal, wenn, wie in diesem Fall auch, das Original noch sehr erfolgreich im Geschäft ist. Ich gehöre da eher zu der ersteren Sorte und freue mich jetzt einfach auf zwei Stunden Maiden-Songs.
Als Intro läuft bereits Doctor Doctor von UFO (wie man es auch vom Original kennt), bevor die fünf Ladys nach und nach auf die Bühne kommen und mit Aces High nach kurzem Tonproblem einen fulminanten Start hinlegen. Sängerin Kirsten Rosenberg, eine mitreißende Frontfrau, überzeugt sofort stimmlich und in Gestiken, die denjenigen von Bruce Dickinson doch sehr nahekommen.
Was sofort auffällt: Alle Musikerinnen sind bemüht, ihren männlichen Pendants in Bezug auf Show, Outfit aber auch im Posen gerecht zu werden. Zu Wasted Years erscheint auch direkt Eddie auf der Bühne, um sich mit der Gitarristin, bei der ich mir nicht sicher bin, ob das noch Shani Kimelman ist (finde leider keine Infos dazu), zu duellieren, aber von ihr natürlich erfolgreich vertrieben zu werden.
Bassistin Wanda Ortiz, stilecht mit Schweißband, wie man es auch von Steve Harris kennt, Nikki Stringfield an der zweiten Gitarre sowie Schlagzeugerin Linda McDonald (inkl. Teddybär als Maskottchen) ergänzen das weibliche Quintett, welches die Bühnenshow von Iron Maiden doch sehr originalgetreu und energiegeladen darstellt, obwohl ihnen natürlich die dritte Gitarre fehlt.

Musikalisch reiht sich ein Klassiker an den anderen: Can I Play With Madness, Number Of The Beast, wo His Infernal Majesty persönlich erscheint, The Trooper mit Kirsten Rosenberg jetzt in Uniform und Union Jack schwenkend, Runnig Free, Stranger In A Strange Land bis zu Fear Of The Dark und den, von den Livekonzerten bekannten Mitsingpassagen – alles wird vom Publikum begeistert abgefeiert und ich muss wieder einmal feststellen, dass Fotografieren und gleichzeitig lauthals Mitsingen gar nicht so einfach ist.
Leider vergeht die Zeit wie im Fluge. Mit Caught Somewhere In Time und zum Ende das legendäre Hallowed Be They Name ist es schon Zeit, sich von den Ladys aus Amerika mit dankbarem Applaus zu verabschieden, bevor ein ausgepowertes Festivalvolk zu den Klängen von Always Look On The Bright Side Of Life in die Nacht entlassen wird.
Fazit vom Freitag auf dem Rock The Forest
Ein starker Auftakt mit jeder Menge Rock. Aber morgen geht es ja schon weiter mit Tag 2 des Rock The Forest.




















