The Spacelords – Uranus Omnibus Sanctus

18.09.2026 – Space Rock, Psychedelic Rock, Krautrock – Tonzonen Records – 44:21 Minuten

Am 18. September 2026 ist mit Uranus Omnibus Sanctus das mittlerweile neunte Studioalbum der Reutlinger The Spacelords über Tonzonen Records erschienen. Das Album ist als CD sowie in den Vinylvarianten Standard Edition und Label Edition erhältlich.

Psychedelische Klangwelten mit zusätzlicher Orgel-Power

Wer bei The Spacelords auf eingängige Refrains oder kurze Songs wartet, hat die Mission des Reutlinger Trios vermutlich noch nicht ganz verstanden. Seit 2008 bewegen sich Matthias „Hazi“ Wettstein an der Gitarre, Ekhard „Akee“ Kazmaier am Bass und Marcus „Mudge“ Schnitzler am Schlagzeug bevorzugt dort, wo sich Rockmusik in weite psychedelische Klangräume auflöst. Diesmal erhält das Trio zudem Unterstützung von Didi Holzner an der Orgel.

Vier Stücke reichen den Schwaben aus, um knapp 44 Minuten Musik zu füllen. Dabei steht nicht die möglichst schnelle Entwicklung eines Songs im Vordergrund, sondern das allmähliche Entstehen verschiedener Stimmungen und Klangbilder.

Schwerer Start ins All

Der Einstieg gelingt erstaunlich direkt. Der Titelsong beginnt mit ordentlich Gewicht und entwickelt aus seinem markanten Grundgerüst nach und nach eine immer größere klangliche Tiefe. Wettsteins Gitarre darf sich mehrfach austoben, während Orgel, Bass und Schlagzeug für ein dichtes Fundament sorgen. Zwischendurch verschiebt sich die Stimmung deutlich, bevor der ursprüngliche Druck wieder zurückkehrt. Gerade diese Wechsel machen aus dem fast zehnminütigen Stück mehr als eine bloße Jam-Session.

Survive To Win nimmt sich noch etwas mehr Zeit. Zunächst bleibt die Komposition vergleichsweise zurückhaltend, bevor sich einzelne Instrumente immer stärker in den Vordergrund schieben. Besonders die Gitarre sorgt mit ausgedehnten Solopassagen für Bewegung. Dabei behalten The Spacelords stets einen hörbaren Groove, selbst wenn sie sich musikalisch immer weiter von klassischen Rockstrukturen entfernen.

Zwischen Schwerelosigkeit und Tiefgang

Der eigentliche Ruhepol folgt mit Whales. Fast 15 Minuten dauert dieser Ausflug, der deutlich mehr Wert auf Atmosphäre als auf unmittelbare Wucht legt. Langsam verändert sich das Klangbild, bis aus einzelnen musikalischen Ideen ein immer dichteres Geflecht entsteht. Die Gitarren wirken stellenweise beinahe entrückt, während Rhythmus und Effekte das Stück behutsam vorantreiben. Hier darf man sich einfach zurücklehnen und die Entwicklung auf sich wirken lassen.

Zum Abschluss setzt On The Verge Of Delirium noch einmal einen deutlich bewegteren Akzent. Das Schlagzeug treibt, die Gitarre sorgt für ordentlich Energie und verschiedene Effekte verleihen dem Finale zusätzlichen Schwung. Nach den langen Ausflügen zuvor kommt der Abschluss beinahe wie ein kurzer Endspurt daher.

Hier! geht es für weitere Informationen zu The SpacelordsUranus Omnibus Sanctus in unserem Time-For-Metal-Release-Kalender.

The Spacelords – Uranus Omnibus Sanctus
Fazit zu Uranus Omnibus Sanctus
Uranus Omnibus Sanctus zeigt The Spacelords als bestens eingespielte Einheit. Die Musiker benötigen keinen Gesang, um Spannung aufzubauen, denn ihre Instrumente übernehmen sämtliche Kommunikation. Psychedelic Rock, Stoner-Einflüsse und Spacerock verbinden sich zu einem Album, das bewusst langsam arbeitet und seine Wirkung erst über längere Passagen entfaltet. Die zusätzliche Orgel erweitert das Klangspektrum, ohne den typischen Charakter der Band zu überdecken. Wer sich gerne auf ausgedehnte Klangreisen einlässt, bekommt hier vier abwechslungsreiche Trips, bei denen der Blick definitiv nicht auf die Erde gerichtet bleibt.

Anspieltipps (da es nur vier Tracks sind, empfehle ich alle als Anspieltipps): Uranus Omnibus Sanctus, Survive To Win, Whales und On The Verge Of Delirium
Juergen S.
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