Schweden und seine gefühlt 1000 Metalbands. Master Massive haben sich bereits 1993 um Sänger Tony Niva (ehemals Lion’s Share) gegründet. Es vergingen 22 Jahre, bis die erste Veröffentlichung auf dem Tisch lag. The Pendulum (2015), Black Feathers On Their Graves (2020) und nun White Shadows im Jahr 2026. Bei dieser Vita stellt sich die Frage, ob Master Massive mehr als eine Hobbyband sind. Mit dem 2020er-Release sind Master Massive zu einem Sextett angewachsen und sind nach eigenen Angaben von Bands wie Mercyful Fate, Candlemass und frühen Fates Warning, sowie Queensrÿche beeinflusst.
Master Massive sind auf den Spuren des düsteren und progressiven Metal
Der Auftakt Noah’s Cross kommt mit einer Laufzeit von mehr als elf Minuten um die Ecke. Selbstbewusst geht die Truppe ans Werk und spätestens mit dem einsetzenden Gesang erinnert das Soundbild an die Genregrößen des progressiven US-Power-Metal. Allerdings hat der Longtrack nicht das Potenzial von Klassikern der Marke Suite Sister Mary oder Eye Of A Stranger. Wobei das Ding nicht schlecht ist, aber den finalen Kick liefern Master Massive noch nicht.
Über das doomige Islands And Bells geht es zu Jonah And The Whale. Master Massive werden kompakter und fischen im Teich des progressiven US-Metal. Das Ding muss sich nicht hinter den Szenegrößen verstecken und zeigt, dass in der mehr als 30 Jahre alten Band anscheinend mehr Potenzial steckt, als die Eckdaten vermuten lassen.
Doom und progressiver US-Metal, geht das? Blood On The Floor wandelt etwas in diese Richtung mit dem stampfenden Bass. Leider streut die Truppe an der einen oder anderen Stelle Gitarrensoli oder eine zweite Stimme ein, wobei diese Ideen gefühlt nicht so richtig passen. Mutig ist das Ding trotzdem, aber mit Luft nach oben, ohne dass die hier vorliegende Version schlecht oder uninteressant wäre.
White Shadows zeigt Potenzial und hat trotzdem noch Luft nach oben
Auch Tantrum Rebellion liefert eine spezielle, aber interessante Mischung. Der Bass drückt und pumpt, die Vocals kommen schnellen Fußes daher und die Saitenarbeit verbindet das Gebräu. Über das gradlinige und im Queensrÿche-Teich schwimmende Silver Bullet geht es zum zweiten Langläufer der Platte, namens White Shadows, als Schlusspunkt. Master Massive widmen sich mehr dem Doom, ohne ins Epische abzurutschen. Aber wie beim Langläufer zum Einstieg fehlt auch am Ende das Besondere, was so einen Longtrack hervorstechen lässt. Gut hörbar ist das Ding aber trotzdem.
Hier geht es für weitere Informationen zu Master Massive – White Shadows in unserem Time For Metal Release-Kalender.



