24. Chronical Moshers Open Air am 12. und 13. Juni 2026 am Mühlteich Hauptmannsgrün

Zum 24. Mal schwermetallisches Beben am Mühlteich

Event: 24. Chronical Moshers Open Air

Datum: 12.-13.06.2026

Veranstalter: Chronical Moshers e.V.. Weinholdstraße 23, 08468 Reichenbach

Line-Up: Rotting Christ, Primordial, Nargaroth, Hellbutcher, Legion Of The Damned, Svarttjern, Hellripper, Night in Gales, Berzerker Legion, Yoth Iria, Andras, Facebreaker, Still Slayer, Granitader, Vulture, Commander, Psycrotted, Lead Injector, Fateful Finality

Genres: Heavy Metal, Thrash Metal, Melodic Death Metal, Death Metal, Black Metal

Location: Mühlteich, 08468 Hauptmannsgrün, Heinzdorfergrund

Eintritt: Sold Out

Links: https://www.metalclub-reichenbach.de
https://www.cmoa.de

Donnerstag

Hab mal nachgerechnet: In meinem Fall habe ich achteinhalb Monate keine Festival-Luft mehr geschnuppert, das ist schon eine veritable Durststrecke, Freunde der Stromgitarrenmusik! Umso aufgeregter gestaltet sich schon die Vorwoche der persönlichen Saisoneröffnung – Einkäufe, Zusammenkramen und Fitmachen des Equipments. Wer meinen Insta-Stories folgt, kennt meine jährliche Eskalation und tickt vielleicht sogar selbst ähnlich.
Da ich aus verschiedenen Gründen kein Fahrzeug mehr führen darf, bringt  mein Papa mich und meinen Krempel die kurze Strecke vom heimischen Domizil zum Festivalgelände. Kurz vor halb drei am offiziellen Anreise-Donnerstag steht er vor meinem Haus, wir verfrachten mein sauber im Flur aufgereihtes Gepäck in den Kofferraum und auf geht’s gen Mühlteich, mit einem kurzen Zwischenstopp an einer Landbäckerei in Irfersgrün.
Oben angekommen, darf Papa problemlos auf den Platz fahren und wir machen uns mit vereinten Kräften ans Ausladen und die Errichtung meiner Folienvilla. Nach vergleichsweise kurzer Zeit steht meine temporäre Behausung und wir lassen uns Kuchen und das obligatorische Aufbaubierchen schmecken. Nachdem mein Papa dann wieder vom Acker gerollt ist, richte ich mich häuslich ein, bewaffne mich mit einem weiteren Kaltgetränk und starte eine ausgiebige Begrüßungsrunde quer über alle drei Zeltplatzabschnitte. Jetzt regieren nur noch freudiges Wiedersehen, Umarmungen und Bier. Viel Bier.

Zwischen 19 und 20 Uhr geht’s auf zur mittlerweile berühmt-berüchtigten Bierwagenparty, dorthin, wo auch in den kommenden Tagen die Getränkeversorgung des Außenbereiches stattfinden wird. Untermalt von gut sortierten Spotify-Playlists treffen sich in den ersten Stunden des CMOA 2026 viele Donnerstag-Ankömmlinge, um die Zeit totzuschlagen und es natürlich zünftig krachen zu lassen. Den Bierwagenschluss erlebe ich nicht mehr, aber da ich Freitagmorgen zwar frierend, aber heil in meinem Zelt erwache, ist alles in bester Ordnung. Aufgrund des Wassers von oben bereite ich mir Rührei mit Speck und starken Kaffee in meinem Vorzelt zu, das bringt mich wieder etwas auf Vordermann.

Freitag

Den restlichen Vormittag verbummele ich mit entspannten Gesprächen, einer Menge Kaffee sowie anderen Arten der Hydration, und muss öfter Schutz vor diversen Regenschauern suchen, die uns auch über den Tag verteilt immer mal wieder heimsuchen sollen. Zwischen ein und zwei Uhr nachmittags kann ich mir Eintrittsbändchen und den Zugangspass für den Fotopit abholen und komme in dem Atemzug auch mit anderen Vertretern der Lichtbildzunft ins Gespräch. Grüße gehen raus!
Let the madness begin!

CMOA 2026 – Psycrotted

Psycrotted (Death Thrash / Deutschland, Sachsen, Leipzig)

 Pünktlich kurz vor drei füllt sich das Infield für den traditionellen Opener. Psycrotted aus der Leipziger Ecke stehen auf dem Zettel. Ich muss gestehen: Vorher habe ich von den Jungs noch keinen einzigen Ton gehört. Umso gespannter bin ich nach einem ausgiebigen, tollen Gespräch am Vortag mit Gitarrist Stefan. Und die Truppe entpuppt sich als verdammt fette Überraschung! Sie prügeln messerscharfes Riffing nebst Auf-die-Fresse-Drumming in die bereits beachtlich gefüllten ersten Zuschauerreihen. Geboten wird schnörkelloser Old School Death Metal, herrlich garniert mit feinen Thrash-Einschlägen. Ein absolut würdiger Einstand, der wieder einmal beweist: Die erste Band am Mühlteich darf man einfach niemals verpassen.

CMOA 2026 – Fateful Finality

Fateful Finality (Heavy Thrash Metal / Deutschland, Baden-Württemberg, Weil der Stadt)

 Weiter geht es mit feinstem Thrash Metal der alten Schule. Fateful Finality peitschen eine ordentliche Portion Crossover-lastigen Sound von der Bühne, getragen von erstklassigem Galoppriffing. Der witzige Frontmann hat die Meute von Anfang an im Griff und begrüßt die wachsende Truppe direkt in der bandeigenen Familie. Kurzer Check im Publikum: Wer kennt die Band schon? (Sehr wenige.) Wer besitzt das brandneue, im Mai erschienene Studioalbum? (Deutlich mehr!) Mit mittlerweile sechs Platten im Gepäck haben die vier Musiker die kritische „Make it or break it“-Marke von drei Alben längst hinter sich gelassen. Das Standing in der Szene ist stabil, und das Publikum dankt es ihnen mit amtlichem Headbanging und reichlich verdientem Applaus.

CMOA 2026 – Yoth Iria

Yoth Iria (Black Metal / Griechenland, Attika, Athen)

 Griechischer Black Metal ist innerhalb Europas immer etwas Spezielles. Yoth Iria untermauern diesen Ruf, bewegen sich in ihrem Set aber auf Pfaden, die mir persönlich etwas zu sperrig sind. Monotones Geblaste erinnert phasenweise zu stark an skandinavische Gefilde, während andere Parts ziemlich doomlastig aus den Boxen kriechen. Technisch ist das Ganze ohne Frage absolut sauber dargeboten. Mir fehlen hier aber einfach die dramatischen Höhepunkte und spannenden Elemente. Das ist nicht unbedingt meine Baustelle. Das Material des aktuellen Albums, welches ebenfalls im Mai das Licht der Welt erblickte, zündet bei den eingefleischten Genrefans vor der Bühne dennoch.

CMOA 2026 – Berzerker Legion

Berzerker Legion (Melodic Death Metal / International [Niederlande, Schweden, UK])

 Die nächste Kapelle wird im Vorfeld als klassischer Melodic Death Metal deklariert. Beim Live-Auftritt von Berzerker Legion stellt sich das Ganze jedoch spürbar anders dar. Die melodischen Elemente werden nämlich eher sparsam eingesetzt. Stattdessen regieren verdammt düstere Black-Metal-Vibes – was angesichts der musikalischen Vergangenheit einiger Mitglieder in extremen Bands kaum verwundert. Die Atmosphäre am Mühlteich verdunkelt sich merklich. Zwar sind auffällig viele Anhänger der schwarzmetallischen Kunst im Publikum präsent, der Großteil der Zuschauermenge feiert das melodisch-finstere Todesblei-Gewitter dennoch ordentlich ab.

CMOA 2026 – Hellripper

Hellripper (Blackened Speed Metal / UK, Schottland, Aberdeen)

 Aus Schottland bricht nun eine rotzige Urgewalt über das Festival herein. Hellripper, das Soloprojekt von James McBain, funktioniert mit seinen Live-Musikern auf der Bühne wie eine perfekt geölte Maschine. Der erste Teil des Gigs besticht durch herrlich heiteren, nach vorne gehenden Black Speed Metal. Danach verwandelt sich die Show ohne Vorwarnung in eine fiese Black-Thrash-Granate. McBain entpuppt sich als erstklassiger Entertainer. Fast schon lapidar, begleitet von einer kreisenden Fingergeste, fordert er den passenden Moshpit für das Chronical Moshers ein. Die Saitenfraktion legt derweil irre Flitzefinger an den Tag. Sieht wahnsinnig beeindruckend aus und klingt auch so!

CMOA 2026 – Hellbutcher

Hellbutcher (Black Metal / Schweden, Västra Götaland, Dals Långed)

 Aus Schweden reist der pure, visuelle Wahnsinn an. Hellbutcher zelebrieren eine exzessive Huldigung des traditionellen Black Metal der Marke Hellhammer, Celtic Frost, Venom, Bathory und gar ganz alter Running Wild, stilecht verpackt in massig Leder, Nieten, Ketten und langen Haaren. Wenn der Frontmann hinter seinen dunkel geschminkten Augenringen mit den weißen Augäpfeln rollt, ist das ein wundervoll irrer Anblick, der perfekt zur Attitüde passt. Die schwedische Death-Black-Thrash-Walze rollt heute unaufhaltsam über den Platz. Da vergisst man glatt, dass die legendäre Vorgängerband Nifelheim mittlerweile leider komplett auf Eis liegt. Ganz im Ernst: Als absoluter Verfechter der alten Schule wird mir bei der Show von Hellbutcher und seinen Mannen die Buxe ein bisschen feucht.

CMOA 2026 – Nargaroth

Nargaroth (Black Metal / Deutschland, Sachsen, Eilenburg)

 Mit Nargaroth betritt ein seit jeher streitbarer Act die Bühne. Betrachtet man die Person, stößt man in der Historie oft auf Widersprüche. Da ich kein wandelndes Lexikon für den traditionellen Black Metal bin, überlasse ich das Urteil über die alten Alben den treuen Fans, die diesen Stoff regelmäßig goutieren. Der zweite Teil des Gigs mit neueren Werken lässt mich jedoch völlig fassungslos zurück. Was diese Verquickung mit schlagerartig anmutenden Klängen soll, erschließt sich mir absolut nicht. Für mich hat das rein gar nichts mit Black Metal zu tun. Jeder, der das behauptet, steckt sich sein „Black Metal ist Krieg“ am besten dahin, wo die Sonne nicht scheint.

CMOA 2026 – Andras

Andras (Black Metal, Ergebirgischer Black Metal / Deutschland, Sachsen, Schneeberg)

Ein legendärer Auftritt steht an, der Erinnerungen an das Jahr 2010 wachruft. Andras zünden ein wahres Feuerwerk, aufgeteilt in zwei völlig unterschiedliche Hälften. Im ersten Konzertteil dominiert das ältere, rohe Black-Metal-Material, während der zweite Part im Zeichen des paganen Stoffes neuerer Alben steht. Die Texte besingen die Mythen aus dem Miriquidi oder schlicht die Liebe zur „Hamit“ [sic], dem gesamten sächsischen Erzgebirge. Diese unverbrüchliche Heimatliebe ist kein Verbrechen, und das offen auszusprechen braucht aufgrund des heutigen Zeitgeistes enormen Mut. Sänger Coldun verschafft  mir mit seinem großartigen Gesangsspektrum wiederholte Gänsehaut-Momente.

Für mich heißt es nun, den Dienstschluss zu begießen. Am Bierwagen geht’s jetzt also für die nächsten zwei Stunden mit einigen Freunden weiter. Der hochgeschätzte Versorgungspunkt schließt dann leider. Die fleißige Crew darf selbstredend eine Mütze Schlaf haben. Bis zum Einbruch der Dämmerung geht’s dann trotz Regen im Camp weiter, bis wir uns für einige wenige Stunden ebenfalls in unsere Zelte verkrümeln – immerhin wird morgen spätestens Punkt zwölf wieder angetreten.

Samstag

Der heutige Tagesstart gerät etwas unter Druck. Nach nur fünf Stunden Schlaf bleiben für das Nötigste gerade mal zwei Stunden Zeit, denn der Startschuss des heutigen Tages fällt um High Noon, zu dem ich pünktlich auf Gefechtsstation sein möchte. Ist alles kein Blumenpflücken, also Hacken in den Teer, schnell Kaffee und Frühstück aus dem schwarzen Hut gezogen, trockene Klamotten an, Werkzeug scharf gemacht und ran an den Speck!

CMOA 2026 – Granitader

Granitader (Melodic Black Metal / Deutschland, Sachsen, Annaberg-Buchholz)

 Der Samstag startet im Infield mit fast blendendem Sonnenlicht. Granitader eröffnen den Tag mit melodischem Black Metal und rein deutschen Texten, die lyrisch absolut zu überzeugen wissen. Bis auf den Sänger, der ausschließlich im klassischen Corpsepaint agiert, sind alle Mitglieder in tiefes Schwarz gehüllt, tragen Masken, Kapuzen und zusätzliches Corpsepaint. Der Auftritt wirft die Frage auf, warum dieser maskierte Black Metal derzeit bei Bands wie Mgła oder The Committee so extrem boomt. Es ist genau die Spielart des Genres, die ich richtig gut haben kann. Der Kontrast zur warmen Sonne funktioniert überraschenderweise echt prächtig.

CMOA 2026 – Commander

Commander (Death Metal / Deutschland, Bayern, München)

 Aus München reist eine echte deutsche Todesblei-Legende an den Mühlteich. Commander blicken auf eine stolze 27-jährige Bandgeschichte voll angenehm oldschooligem Geballer zurück. Als einzig verbliebenes Gründungsmitglied steht Nick Kolar an Gesang und Gitarre an der Front. Die Truppe klopft ihr Set absolut routiniert, bestens gelaunt und mega fett wie eh und je herunter. Man merkt den Jungs in jeder Sekunde an, dass sie absolute Veteranen auf diesem Festival sind und bereits im Jahr 2009 die Bühne des Events, damals noch im Zelt, zum Beben gebracht haben. Eine fette Vollbedienung für jeden Death-Metal-Fan.

CMOA 2026 – Vulture

Vulture (Speed Thrash Metal / Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Dortmund)

 Nun wird die Geschwindigkeit drastisch nach oben geschraubt. Vulture aus Dortmund servieren ein rasant peitschendes Set aus Heavy und Speed Metal, wobei letzterer den Ton angibt. Viele Songs stammen vom gefeierten 2024er-Album Sentinels. Die Mucke geht dermaßen steil nach vorne, dass ich mir direkt am Merchstand das Shirt zur Single Power Thrash eintüten muss. Die Band peitscht das Publikum und sich selbst zu absoluten Höchstleistungen an. Speed Metal ist eben kein Kindergeburtstag. Und so wird Song für Song noch eine gewaltige Schippe draufgelegt, bis der Platz förmlich bebt.

CMOA 2026 – Facebreaker

Facebreaker (Death Metal / Schweden, Östergötland, Finspång)

 Prinzipiell bin ich dem Death Metal absolut zugetan. Was die schwedische Walze Facebreaker hier abliefert, ist technisch auch wirklich gut gemacht, bietet mir persönlich über die volle Distanz aber zu wenig Abwechslung. Immer nur stumpf auf die Fresse, wird auf Dauer einfach ein bisschen langweilig und taugt mir nicht zum konsequenten Durchfeiern. Ich nutze die brutale musikalische Untermalung daher für ein frühes Abendessen an den Verpflegungsstationen im hinteren Bereich. Eine mit Gyros gefüllte Pita schmeckt mit diesem heftigen Soundtrack im Hintergrund gleich noch mal so gut.

CMOA 2026 – Nigt In Gales

Night In Gales (Melodic Death Metal / Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Voerde)

Seit über dreißig Jahren stehen Night In Gales aus Nordrhein-Westfalen für erstklassigen Melodic Death Metal. Der Sound lehnt sich gekonnt an die großen Genreväter aus Schweden an, ohne das Rad dabei neu zu erfinden. Die Musik knallt schön hart, besitzt aber auf ganzer Linie diesen feinen, packenden Melodieeinschlag. Aus mittlerweile neun Studioalben haben die Jungs eine grandiose Setlist quer durch alle Schaffensphasen zusammengebaut. So amtlich der Sound auch nach vorne ballert, so verhalten und geradezu schüchtern präsentiert sich im krassen Kontrast dazu die Kommunikation zwischen Band und Publikum.

CMOA 2026 – Svarttjern

Svarttjern (Black Metal / Norwegen, Oslo)

 Ein traurig klagender Gesang vom Intro-Band bildet den perfekten Kontrast zum anschließenden, misanthropischen Keifen. Svarttjern überraschen zu Beginn mit Riffs, die fast schon melodisch anmuten und gar nicht nach typischem Nordwald-Gegifte klingen. Kaum habe ich diesen Gedanken zu Ende gedacht, schwappt der Gig komplett in den bitterkalten Bereich des skandinavischen Black Metals um. Sänger HansFyrste entwickelt zwischen den Blast-Gewittern jedoch schnell einen sympathischen Humor. Mit der einfachen Lebensweisheit, dass er Bier mag und das Publikum Bier mag, prostet er der Meute zu und bricht das Eis im Nu.

CMOA 2026 – Legion Of The Damned

Legion Of The Damned (Death Thrash Metal / Niederlande, Limburg, Helden)

Auf stolze sechsunddreißig Jahre Geschichte können die Niederländer zurückblicken, die einst unter dem Namen Occult starteten. Der stilistische Mix von Legion Of The Damned bietet eine mörderische Schnittmenge aus teutonischem Thrash und amerikanischem Todesblei-Vandalismus. Schon den ganzen Tag habe ich mich auf diesen Auftritt gefreut. Die Jungs versprühen im normalen Gespräch diesen typisch sympathischen, niederländischen Slang und jede Menge Humor. Sobald die Songs angestimmt werden, ist der Spaß vorbei. Dann wird fies und erbarmungslos abgerissen – hier werden absolut keine Gefangenen gemacht.

CMOA 2026 – Primordial

Primordial (Celtic Folk Black Metal / Republik Irland, Dublin)

 Mit Primordial bricht eine melancholische Urgewalt über das Festival herein. Seelenschmerz und Leid im Gesang paaren sich mit einem wahren Doublebassgewitter und tragischen Geschichten aus der Historie. Frontmann Alan Averill, dessen großartige Musik, aber auch seine Kolumnen ich sehr schätze, bietet mit Corpsepaint, verrotteter Kapuze und einem Galgenstrick um den Hals ein tiefgründiges Gesamtbild voller Symbolik. Der strahlende Sonnenschein, der über dem Mühlteich herrscht, bildet dazu einen krassen Kontrast. Die emotionale Intensität dieser irischen Ausnahmeband packt mich und das Publikum auf ganzer Linie.

CMOA 2026 – Rotting Christ

Rotting Christ (Melodic Gothic Black Metal / Griechenland, Attika, Athen)

 Treibende Drums und ein spürbar ritueller, eher ruhigerer Black Metal bestimmen die Szene. Im direkten Gegensatz zu den Landsleuten vom Vortag bringen Rotting Christ die typisch sanftere Note des griechischen Sounds auf den Platz. Während es in Skandinavien frostig regiert, scheint hier metaphorisch die Sonne Griechenlands durch. Ich liebe diesen melodischen Black Metal heiß und innig, auch wenn manche Kumpels es langweilig finden. Der extrem gefüllte Platz spricht jedoch für sich. Glaubt man diversen Infotexten, hat die Band inklusive der Vorgängerformation Black Church bereits 42 Jahre Bandgeschichte auf dem Buckel – für mich heute die endgültige Antwort auf alle Fragen.

CMOA 2026 – Still Slayer

Still Slayer (Thrash Metal / Schweiz, Zürich)

Als krönender Festivalrausschmeißer steht noch einmal eine fette Party auf dem Plan. An Slayer kommt kein Metalhead vorbei, und die ursympathischen Schweizer von Still Slayer haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Legende live am Leben zu erhalten. Lautstark erschallt öfter ihr Schlachtruf  von der Bühne: „Slayer is still alive!”. Auch wenn die Originale mittlerweile wortbrüchig wurden und wieder Konzerte planen, tut das dem heutigen Spaß keinen Abbruch. Technisch und stimmlich machen die Eidgenossen alles richtig und jagen trotz nassem Wetter eine legendäre Thrash-Hymne nach der anderen ins treue Publikum. Egal ob Raining Blood oder Chemical Warfare – die Meute kennt kein Halten mehr. Einfach nur fuckin’ Slayer!

Zwar ist der Bart bei mir nach diesem heftigen Ritt ab, aber Durst ist schlimmer als Heimweh, und so wird auch heute wieder bis Schankschluss der Bierwagen in allerbester Gesellschaft umlagert. Ein bisschen Wehmut hat sich bereits während der letzten zwei bis drei Bands breitgemacht. Manche Brothers in Metal seh ich zwar auf anderen Open Airs der laufenden Saison, aber den einen oder anderen trifft man dann wohl erst im kommenden Jahr wieder, wenn der Mühlteich bebt.

Ich mach’s kurz: Geil war’s mal wieder. Danke an die Bands, an die fantastische Crew der Chronical Moshers und an all die Jungs und Mädels, mit denen ich es zu so viel herrlicher Musik und dem einen oder anderen Gerstensaft drei Tage lang krachen lassen durfte. Bis zum nächsten Jahr!