Die aus Aachen stammende Band Human Waste gibt es auch schon seit 2012, aber so richtig vorangekommen ist sie nicht. Im Jahre 2015 haute man das Debüt heraus und im Jahre 2018 folgte Album Nummer zwei. Dann erst einmal nichts. Und nun hört man wieder von ihnen. Sie haben einen Deal mit Van Records und dieses Label hat im April 2026 das dritte Album namens Misery Obsessions auf den Markt geworfen.
Last Rites lautet der Name des Songs, mit dem das Album startet. Ein reines Instrumentalstück, düster und ein wenig dystopisch. Langsam steigt man in den Song ein, wird dann ein wenig heftiger und mit einem Sprechgesang versehen.
Mit All The Pigs Are Here ist es dann vorbei mit der Ruhe und die Burschen greifen an. Der gute Death steht auf der Tagesordnung und man zeigt die brutale Seite der Medaille. Technisch und mit guten Riffs versehen, drückt man auf die Tube, baut aber dann einen slammigen Groovepart mit ein, der es in sich hat, und mit gekonnten Riffs geht die Attacke weiter. Hat von der Gitarrenarbeit ein wenig etwas von Origin. Die Blastbeats kommen schön heftig und die Vocals sind natürlich growlig, werden aber verändert. Ein melodisches Lead wird verwendet und führt zur Verschleppung, um kurze Zeit später den Knüppel wieder herauszuholen. Und dann ist es vorbei.
Druckvoll und groovig, aber im erhöhten Midtempo, startet man bei Iron Casket. Hier ist Betrieb, hier ist Stimmung. Schön treibend und technisch auf hohem spielerischem Niveau geht die Reise weiter, um dann natürlich die Geschwindigkeitsattacke zu starten. Ziemlich geil ist der Wechsel innerhalb einer hohen Geschwindigkeit. So treibt man es recht brutal und abwechslungsreich bis zum Break. Dann dürfen sich Freunde des Slams freuen. Das Getanze kann losgehen und der Kreisverkehr kommt nicht zum Stoppen. Druckvoll, spielerisch und mit doppeltem Gesang agiert man hier und lässt den Song so enden.
Kurze Einleitung, ein Jaaaaaa und voll auf die Zwölf. Da bin ich ja bekanntermaßen ein Fan von. So gehört beim Song Serpent’s Betrayal. So geht es eine Weile erst einmal weiter, bis man dann im aggressiven Tempo recht groovig klingt und durch die Wüste wandert. Dann darf die Gitarre wieder vorspielen und man weiß, dass sich nun der Untergang nähert, und so ist es auch. Mit feinem Riffing knattert man durch das Gebälk und lässt darauf einen schon beinahe atmosphärischen Part folgen, der absolut brutal klingt. Das melodische Riffing klingt zwar düster, aber richtig geil. Dann wird wieder gegroovt, aber auch hier zeigt man sich natürlich von seiner technischen Seite. Stumpf ist Trumpf, spielt hier definitiv keine Rolle.
Diesen düsteren und dystopischen Ansatz, den die Burschen zu Beginn ergriffen haben, nimmt man bei A Noble Rot wieder auf, und so startet man eben dunkel ins Geschehen und baut den Song schön auf. Eher langsam, also für ihre Verhältnisse, begibt man sich in den Abgrund der finsteren Seelen und scheppert so vor sich hin. Schön druckvoll. Diese düsteren Parts klingen ein wenig nach Morbid Angel und machen echt Laune. Man bleibt bei der Geschwindigkeit. Feines Ding.
Eine Mischung aus dieser Morbidität und härteren Passagen kann man auch gut beim Song Seven Unmarked Graves hören, welcher aber irgendwie an mir vorbeizieht. Ich kann gar nicht beschreiben, warum.
Knüppelpassagen und groovige Doublebasseinlagen gibt es dann wieder bei Venemous Unction. Das gefällt mir schon besser. Schönes Ding. Dieser fiese Part mit dem langen Schrei geht gut in die Magengegend.
Beim Rausschmeißer Misery Obsessions bündeln sie noch einmal ihre Kräfte und ihre Zutaten werden ordentlich durchgemischt. Top.
Hier und da muss man schon genau aufpassen, was passiert, und das Songwriting fruchtet nicht zu 100 %, aber ansonsten haben die Burschen von Human Waste echt abgeliefert.
Hier geht es für weitere Informationen zu Human Waste – Misery Obsessions in unserem Time For Metal Release-Kalender.



