Haserot – Advent Of Suffering

10.07.2026 - Death Metal - Redefining Darkness Records - 38:07 Minuten

Houston, wir haben ein Problem, der rote Hase ist los. Oder handelt es sich um einen verrotteten Zombiehasen? Nichts Genaues weiß man, spielt aber auch wohl keine Rolle. Die Band Haserot gründete sich im Jahre 2020, haute im Jahre 2022 eine EP heraus und machte sich dran, neue Songs zu schreiben, um ein vollständiges Album herauszubringen. Gesagt, getan. 2025 wurde der Basser getauscht, aber ansonsten ist man stabil unterwegs. Die Amerikaner ergatterten einen Deal mit Redefining Darkness Records und veröffentlichen jetzt das Werk Advent Of Suffering. Um den Anfang mit den schlechten Wortspielen weiterzuführen, würde ich mal behaupten, dass es textlich um die leidvolle Adventszeit geht. Oder so ähnlich …

Mit Advent Of Suffering geht die wilde Reise auch los und man zeigt sich von der melodischen Seite, welche durchaus interessant klingt. Ein blackthrashiger Part folgt und hebt die Stimmung. Gefällt mir, sehr gefällig. So geht es hin und her und mit dem Tempo wird auch variiert. Die Vocals klingen screamig und aggressiv. Die Melodie ist etwas schaurig und düster und passt zum Gesamtbild. Ein grooviger Death-Metal-Part gesellt sich dazu, wird aber auch in puncto Geschwindigkeit verändert. Kurzes Solo und dann wieder eine blackthrashige Attacke, bevor man dann das richtige Solo herausholt. Nichts Besonderes, aber zielführend, und diese beiden Parts wiederholt man dann. Break – eine Gitarre spielt alleine vor und entwickelt sich zu einem hypnotischen Moment. Dieser wird mit einem Schrei kombiniert und ein melancholischer Doom-Part folgt konsequenterweise. Man baut den Song noch einmal auf und bietet wieder diese Kombination aus Melodie und Black/Thrash. Langsam lässt man den Opener dann austrudeln. Interessanter Beginn, mit sehr viel Action.

Der Anfangspart von Poverty Of Thought mit den vorwegspielenden Gitarren und dem Einsatz der Drums klingt wie Unfound Mortality von Benediction, aber das ändert sich nach einiger Zeit, denn man geht wieder ins Blackige und Thrashige und dann holt man zum groovigen Death Metal aus. Fetter Part mit doppeltem Gesang. Ein Solo folgt, man nimmt das Tempo weiter raus und doomt sich den Wolf. Ja, das klingt lecker. Gute Kombination aus allem, denn danach nimmt man wieder Fahrt auf und ballert ordentlich herum. Diese schwarz angehauchten Thrashattacken haben es absolut in sich. Und ehe man sich versieht, ist der Song auch schon wieder vorbei.

Apophis röhrt in knappen drei Minuten laut herum und kommt mit einer gewaltigen Attacke zu Beginn, welche erst einmal in einer Melodie endet und dann in einer deathigen Vernichtung fortgesetzt wird. Die Melodie wird noch einmal hervorgeholt und in einer groovigen Midtempoaktion, welche mit einem coolen Riffing besetzt wird, geht es weiter. Wieder passiert in recht kurzer Zeit echt viel, bis man sich dann doch wiederholt. Diese screamigen Gesangseinlagen  und die vorgetragene Melodie sind schon echt bedrohlich, und ehe man sich versieht, ist dieser Angriff auch schon wieder vorbei.

Immer wieder haben sie coole Melodien und groovige Anleihen dabei, die schon beinahe ins Doomige gehen. Dann klingen sie meines Erachtens richtig stark, so wie bei Tears In Bethlehem. Der zwischenzeitliche flehende, aber aggressive Gesang passt hervorragend zum eingestreuten Riff. Eher schleppend geht man hier zu Werke, aber dieses steht ihnen sehr gut zu Gesicht, denn sowohl der Songaufbau, die Akzentuierung und die Platzierung der Gesangseinlagen als auch das Riffing sind verdammt geil. Ziemlich verspielt, aber diese Momente bleiben hängen. Das Solo fetzt ebenfalls und bei diesem Song wird wieder einmal klar, dass man aggressiv und hart klingen kann, obwohl man nicht auf das Gaspedal drückt. Lass euch das von einem Blatbeatliebhaber einmal sagen, hehe …

Nach der romantischen Cleaneinlage mit dem Namen Cruentis Omega, welche ca. 90 Sekunden lang vorbereitet, geht die Reise mit den Songs Khlyst(wieder recht langsam und mit einer geilen Melodie versehen), Beneath The Cairn (Midtempo-Attacke), Madness And The Void (coole Bass-Läufe) und dem aggressiven The Tenth Circle weiter. Den Abschluss bildet dann Curse Of Hasrot. Besonders die Gitarrenarbeit und das Verschleppen des Tempos erinnern an Morbid Angel, wie an vielen Stellen auf diesem Album.

Die Burschen haben wenig dem Zufall überlassen. Gemixt und gemastert wurde der Spaß von Dan Swäno und als Gäste konnte man Marc Grewe (Morgoth) und Andy LaRocque (King Diamond) für sich gewinnen.

Absolut interessantes Album, welches mich aber nicht komplett umhaut, da sie mir an einigen Stellen zu verspielt sind, besonders beim Rausschmeißer Curse Of Hasrot. Die Songs sind aber schon ziemlich geil.

Hier geht es für weitere Informationen zu Haserot – Advent Of Suffering in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Haserot – Advent Of Suffering
Fazit zu Advent Of Suffering
Die Newcomer Haserot aus Houston folgen auf ihrem Debüt klar dem Weg der Neunziger und liefern traditionellen Death Metal ab, der aber auch viele Ausflüge in den blackigen und thrashigen Metal zulässt. Auch groovige und doomige Klänge sind zu vernehmen. Die Songstrukturen werden dann etwas moderner aufgebaut, passen aber überwiegend. Man bewegt sich irgendwie zwischen Bands wie Morbid Angel (von der Gitarrenarbeit), Entombed, Bloodbath, Carcass und Temple Of Void. Die Burschen haben ein echtes Händchen für melancholische Melodien, übertreiben es aber auch ab und zu, besonders bei den Soli. Gemischt und gemastert vom Meister Dan Swäno. Der Sound ist also ebenfalls gelungen. Unbedingt anchecken.

Anspieltipps: Advent Of Suffering und Tears In Bethlehem
Michael E.
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