Im Jahre 2015 hat sich die Bremer Band Misconceived nach über 20 Jahren Dasein aufgelöst. Drummer Oliver und Sänger Chris schlossen sich 2019 zusammen, um eine neue Gruppe zu gründen. Im Bremer Umfeld sind genügend Musiker vorhanden, um das Vorhaben umzusetzen, und so waren Final Plague geboren. In dieser Besetzung blieb man trotz Corona zusammen und haute 2023 eine EP auf den Markt. Man hörte schon damals, dass die Burschen unheimlich Bock hatten, und so feilte man weiter an neuen Songs. Und zack, keine drei Jahre später, hat man nun ein vollständiges Album fertig. Dieses hört auf den Namen Downwards und wurde in Eigenregie veröffentlicht.
Jeder normale Mensch liebt ja Schweden-Death-Metal, und dieser muss ja auch nicht immer aus Schweden kommen, sondern nur tendenziell so klingen. Das Boss-Pedal und der damit verbundene HM2-Gitarrensound sind ja nicht nur bei IKEA zu bekommen, sondern der sogenannte Elchtod ist ja auch schon seit Jahren in unseren Gefilden unterwegs, und zwar sehr geil und erfolgreich, wie man z. B. bei Bands wie Fleshcrawl und Endseeker hören kann.
Die Bremer Stadtmusikanten von Final Plague haben sich auch ganz diesem Format verschrieben und gleich der Opener Zombie Farm macht keine Gefangenen. Uptempo und atmosphärische Riffs geben sich hier die Klinke in die Hand und erzeugen sofort ein Wohlgefühl beim Zuhörer. Die Vokals sind geil aggressiv und ja, das ist alles nicht neu, aber hier geht es eben zur Sache. Die Vorbilder sind klar zu vernehmen. Die einzige Veränderung, die man wahrnehmen kann, ist, dass Drummer Olli den Blastbeat mit einfließen lässt, und so klingt man sowohl nach Dismember als auch nach Vomitory. Das Tempo wird kurz mal herausgenommen, um im Midtempo zu agieren. Erneute kurze Attacke, dann ein melodischer und atmosphärischer Part. Geile Sache, denn ein Basssolo wird im Anschluss hinzugefügt. Geiles Brett. Und natürlich muss dann ein Blastbeat folgen. Zwischen Uptempo und Geballer geht es hin und her, und dann hat der Sensemann die Schnauze voll, schwingt die Sense und beendet den Spaß. Ein sehr gelungener Anfang.
Beim nachfolgenden Song Sadistic Sanity wechselt man zwischen groovigen Attacken und Uptempo hin und her. Das Riffing macht Laune, ist aber schon sehr bekannt. Schockt aber. Die Vocals sind schön akzentuiert und eine gelungene Melodie wird mitverarbeitet. Auch hier haut man nach ungefähr zwei Minuten einen atmosphärischen Moment heraus, lässt dann die Gitarre mal vorspielen und Olli darf dann seinen geliebten Blastbeat noch einmal spielen. Am Ende wird noch einmal gegroovt und fertig.
Geile Gitarrenvorspieler mit Drumbetonung und bedrohenden Vokals gibt es bei Imposed Extinction zu hören. Auch hier wird es natürlich fix, aber man beweist auch durchaus ein Händchen für den Groove. Auch kurzes Geschleppe ist vor Ort, und hier hört man, dass die Musiker nicht erst seit gestern unterwegs sind. Besonders das Drumming gefällt mir, wobei der Songaufbau ein wenig komisch klingt und der Song rapide zu Ende ist, aber das ist Jammern auf hohem Niveau.
Richtig geil ins Ohr geht der Song The Unseen. Dieser lebt von einem dunklen, schweren Riff, und das Tempo und der Rhythmus werden erstklassig variiert. Kann man sich gut geben. Da darf man durchaus das Haarband, sofern man es noch drin hat, herausnehmen und die Haare schütteln. Derbe auf die Zwölf und dabei sogar noch düster. Ja, das macht Laune. Dieses teilweise melodische Gitarrenspiel, welches dann einfach niedergeballert wird, hat absolut etwas.
Auch der Rest des Albums geht in diese Richtung und dürfte jedem Schweden-Fan ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Klar, es ist nicht alles Gold, was glänzt, aber Songs wie Purified zum Beispiel bringen den von uns so geliebten HM2-Sound sehr gut zur Geltung. Diese dunkle Melodie schockt einfach.
In der Kürze liegt die Würze und in knappen 150 Sekunden wird bei Smothered Emptiness gezeigt, wie man den Death Metal auch mal etwas ruhiger gestalten kann. Geht schon fast ins Doomige. Okay, wir wollen mal nicht übertreiben, aber es geht auf jeden Fall sehr groovig zur Sache und dabei klingt man sehr intensiv. Und hinten heraus gibt es natürlich noch einmal eine Uptempo-Attacke.
Mit dem Titeltrack Downwards endet das fetzige Album und hier kann man noch einmal alle Trademarks hören. Explosiver und aggressiver Elchtod mit fetten Riffs. Straightforward ist die Devise. Man fängt mit einem geilen Song an und hört mit einem geilen Song auf. So soll es sein. Dieser atmosphärische Part, der langsam, melodiös und schwer aus den Boxen gekrochen kommt, ist schon sehr fett.
Hier geht es für weitere Informationen zu Final Plague – Downwards in unserem Time For Metal Release-Kalender.



