Es gibt etwas Neues von den alten Haudegen um Sänger Sammy DeJohn. Passend zu ihrem Ausflug nach Europa veröffentlichen Ruthless mit Curse Of The Beast ihre fünfte LP und die vierte Scheibe nach der Reunion 2008. Die älteren Fans werden sich erinnern: Axe Killer Records veröffentlichte 1986 Discipline Of Steel. Die Platte und die EP Metal Without Mercy sorgten dafür, dass sich die Truppe 2008 neuformierte und seit 2015 regelmäßig neues Material veröffentlicht.
Auf The Fallen folgt Curse Of The Beast
Aktuell scheinen die Herren in Arbeitswut verfallen zu sein. Gerade einmal zwei Jahre nach The Fallen folgt bereits Curse Of The Beast. Es geht um US-Metal, gelegentlich mit europäischem Einschlag, bei dem der Sound der 80er-Jahre inkludiert ist.
Nach dem Intro The Blood Moon schreddert Curse Of The Beast entsprechend los und liefert einen speedigen Heavy Metal, bei dem ordentlich aufs Tempo gedrückt wird. Der Gesang von DeJohn ist in den tieferen Oktaven unterwegs und eher untypisch für den US-Power-Metal der 80er-Jahre. Hier wären Bands wie die amerikanischen Düster-Metaller Halloween mögliche Referenzen. Raging Violence knüpft an seinen Vorgänger an, wobei der Refrain im US-Metal beheimatet ist.
Ob der Berserker, Blood Coalition, Sign Of The Cross (das kein Iron-Maiden-Cover ist) oder Prophecy Of Chaos: Instrumental ist das alles vollkommen in Ordnung. Vom Songwriting her wäre an der einen oder anderen Stelle etwas mehr Ideenreichtum nicht schlecht. Das gilt aber noch mehr für die Vocals, bei denen DeJohn es nicht schafft, mal in höhere Lagen zu driften und die Hörerschaft aus dem Standardprogramm herauszureißen. Das eine oder andere Gitarrensolo und diverse Richtungswechsel kämpfen gegen die Monotonie, die mit den einsetzenden Vocals umgehend wieder Einzug hält, sodass vor allem Sign Of The Cross sein Potenzial nicht ausnutzt.
DeJohn fehlt die Variabilität beim Gesang
Für einen etwas anderen Stil und eine Art Auflockerung sorgen Suffocating Fear mit einer veränderten Melodieführung und der Schwenk mehr zum US-Power-Metal. Das Problem der Vocals bleibt bestehen. DeJohn kommt insgesamt zu statisch rüber, als dass sich die Stücke besser entfalten könnten. Das wird vor allem bei dem mit Backgroundgesang vorgetragenen Refrain deutlich, wobei mehr Variabilität die Nummer deutlich aufwerten würde.
In Richtung Scheibende fassen sich Ruthless kürzer und instrumental einfacher als bei den US-Power-Metal-Ausflügen. Dadurch fallen die eintönigen Vocals weniger ins Gewicht. Die Tracks sind aber zu unspektakulär, als dass Killed By Fate oder Hallowed Ground aus dem Grundgerüst von Curse Of The Beast hervorstechen würden. Zum Abschluss covern Ruthless Metal Gods, als Hommage an den echten Metal-Gott Rob Halford. An den bisherigen Erkenntnissen ändert auch das Cover nichts. Das Ding ist bestimmt verzichtbar, schmerzt aber nicht in den Ohren. Trotzdem muss jetzt British Steel von Judas Priest auf den Plattenteller.
Hier gibt es weitere Informationen zu Ruthless – Curse Of The Beast in unserem Time-For-Metal-Release-Kalender!



