Event: Midnatt – Revolt! 2026
Bands: Midnatt, Disarray, Manta
Ort: Bambi Galore, Öjendorfer Weg 30A, 22119 Hamburg
Datum: 02.07.2026
Kosten: VVK circa 20 € plus Gebühren (Sozialticket 13 €), AK 23 €
Zuschauer: ca. 50 Menschen
Genre: Heavy Metal, Thrash Metal, Rock ’n’ Roll
Link: https://www.kph-hamburg.de/veranstaltungen
Setlist Midnatt:
- Satán
- Marken Brinner
- Kom An
- D.Ö.D.E.N.
- Midnatt
- Transylmani
- Sfinxen
- Ljuva Midnatt
- Vigilanten
- Exodus
- För Evigt Märkt
- Försvararna
- Doctor, Doctor

Während der Festivalsaison das eine oder andere Clubkonzert zu spielen, ist für die großen Bands kein Thema. Auf der An- oder Abreise noch einen Stopp auf dem Weg ist auch im Underground möglich. Hamburg beherbergt die skandinavischen Bands, die auf dem langen Weg von Nord nach Süd noch eine Unterbrechung in der Hansestadt einstreuen. Heute gibt es ein Label Doppelpack mit Midnatt aus Arvika und Disarray aus Stockholm. Beide Bands sind beim Göteborger Label Jawbreaker Records unter Vertrag.
Fußball, Hitzewelle und Ferienzeit. Der Zuschauerzuspruch ist in Hamburg am heutigen Abend überschaubar. Kaum mehr als 50 Nasen finden sich im Stadtteil Billstedt zum Kellergang ins Bambi Galore ein. Um 19 Uhr öffnen sich die Pforten, um 19:30 Uhr steht mit Manta der Lokalmatador auf der Bühne.
Manta

Manta zu beschreiben ist nicht einfach. Wahlweise spielt das Trio eine Persiflage auf Motörhead, puristischen Rock ’n’ Roll mit punkigen und metallischen Einflüssen oder es ist pure Comedy. Das Backdrop macht schon klar, dass Manta die musikalische Berufung mit einem Augenzwinkern angehen. Drums, tiefergestimmter Bass und Gitarre. Dazu ein Gesang, der nicht in jeden Gehörgang passen wird. Der wird richtig dreckig und bewusst minimalistisch vorgetragen. Schrabbel-Metal würde zu der Musik auch passen. Filigrane Eskapaden und langgezogene Gitarrensoli gibt es nicht. Wer auf minimalistische Ansätze steht, sollte das Trio bei Gelegenheit antesten, zum Beispiel beim Warm-up zum Hell Over Hammaburg.
Disarray

Umbaupause, dann ist Zeit für eine Runde Thrash Metal. Disarray agieren als Quartett, wobei Bassistin Wendy Juneström nur auf der Bühne unterstützt, und kein offizielles Bandmitglied ist. Mit Evil Is Reborn und Religious Disease hat die Combo bisher zwei LPs veröffentlicht. Dazu gesellt sich die EP The Darkening aus dem vergangenen Jahr. Material ist ausreichend vorhanden, die Umsetzung auf der Bühne hat aber noch Luft nach oben. Das geht bei den Vocals von Lucas Lee los und setzt sich über die Instrumentalisierung fort. Das ist für eine Undergroundband alles in Ordnung, nur einfach schon zu oft gehört. Ob Poltergeist, Born To Kill oder Lord Of Lies – das Material kann nur bedingt mitreißen und dürfte eher etwas für Die-Hard-Thrash-Metaller sein. Da bieten zum Beispiel Smorrah oder Eradicator vom Songwriting deutlich stärkere Ideen. Thrash Metal und Schweden scheinen nur bedingt zu funktionieren. Nach acht Stücken räumen Disarray die Bühne und es ist Zeit für den Headliner.
Midnatt

Midnatt legten Anfang des Jahres mit Skräckfylld Förtjusning ihre Debüt-LP auf den Tisch. Auf Schwedisch gesungener kauziger Heavy Metal mit einer dunklen Attitüde. Parallelen zu Tyrann lassen sich nicht nur bezüglich der Sprache finden. Midnatt schwärzen ihre Stücke aber etwas an, ohne dass wir uns in Richtung Schwarzwurzelmetall bewegen würden. Der Auftakt kommt von der aktuellen LP mit Satán und Marken Brinner. Sind die Vocals schon auf der Platte eigenwillig, so ist der keifende Gesang von Aron Torstensson auf der Bühne sehr speziell. Der Spruch „Love it or hate it“ dürfte hier zutreffend sein. Spielerisch sind die Herren auf einem ordentlichen Niveau, was sich bei schwedischen Bands von selbst versteht. Dazu agieren drei der vier Protagonisten bei Command, sodass auch einiges an Bühnenerfahrung gesammelt werden konnte.
Einzig der Sound will nicht so ganz rüberkommen, wie ihn andere Bands im Bambi Galore hinbekommen haben. Hier ist anzumerken, dass Midnatt kaum mehr als fünfzehn Liveshows gespielt haben und bezüglich Gigs im Ausland nahezu Frischlinge sind. Die Band wird ihre Erfahrungen machen und sich weiterentwickeln. Das Interagieren mit dem Publikum funktioniert bereits gut, allen voran zum Finale, bei dem das eigentlich totgenudelte Doctor, Doctor als eine Midnatt-Variante präsentiert wird und nochmals für Stimmung im Club sorgt. Gegen 22:30 Uhr ist die Livemusik durch und alle Fans kommen pünktlich und problemlos nach Hause.
Für den schmalen Taler gab es drei Bands, wovon Midnatt sich als der Act mit dem größten Potenzial darstellt. Junge Bands benötigen Bühnen für ihre weitere Entwicklung. Für Midnatt war es ein Vorspiel für das Hell Over Hammaburg in der Markthalle im März kommenden Jahres. Es war mal wieder ein angenehmer Ausflug in den beliebten Undergroundkeller, bevor die Festivalsaison weitergeht.

















