Seeds Of Torment – Those Who Feed The Maw

21.08.2026 - Death Metal - Black Blood Records - 36:38 Minuten

Marcel von Symbontic, Hraun und The Witches’ Dream hat anscheinend Schlafprobleme und ansonsten keine Hobbys, denn anscheinend scheint er mit seinen sonstigen Bands nicht besonders ausgelastet zu sein. Er komponierte nebenbei so einige Songs. Von Suffersystem kam die Anfrage, einige Gitarrenleads beizusteuern, und so kam es dazu, dass er den Sänger der Combo, den guten Daniel, ins Boot holte, und so wurde im Jahre 2023 die Band Seeds Of Torment gegründet. Daniel machte sich daran, Texte zu verfassen, und eines kam zum anderen. Eigentlich wollte man nur eine EP machen, aber der kreative Input hat es anders gewollt, und so schrieb man acht Songs, welche auf diesem Album namens Those Woh Find The Maw zu hören sind. Im Jahre 2025 wurden diese bereits im Netz veröffentlicht. Man konnte eine Zusammenarbeit mit Black Blood Records herstellen, welche das Debüt dann via Digipack-CD herausbringen werden. Im März 2026 kam schon die Tape-Variante heraus.

Die Band lässt keinen Zweifel daran, dass ihre Wurzeln im alten Death Metal amerikanischer Natur beheimatet sind, aber auch im schwedischen Death/Black Metal. Schon bei den ersten Klängen von Incantation Of The Damned ist dieses sofort zu hören. Ein wenig black/thrashig angehaucht kommen die Vocals aus den Boxen. Von der ersten Sekunde an wird Vollgas gegeben und es gibt auf die Zwölf. Und genau jetzt hört man auch den Dissection-Einfluss, aber beim weiteren Verlauf des Songs schon eher die Morbid-Angel-Anleihen. Das Tempo verschleppt sich ins aggressive Midtempo und geht gut ins Ohr. Für eine Eigenproduktion (die Instrumente wurden in den RIV Studios in Gelsenkirchen und die Vocals bei Basement Recordings in Hattingen aufgenommen und dann von Marcel gemischt und gemastert) ist der Sound ganz in Ordnung. Geht gut ins Ohr. Eine schöne Riffattacke erfolgt und ein Morbid-Angel-lastiger Part folgt, der drückt und eben mit dieser blackigen Stimme ganz geil kommt. Das Tempo wird wieder aufgenommen und man gibt ordentlich Gummi. Ein aggressiver und feiner Part im schnelleren Midtempo erklingt. Gute Gitarrenarbeit, teilweise melodisch. Macht Laune. Kurzes Break und wieder Attacke und dann diese schleppenden, morbiden Engel-Momente. Ja, die dürfen nicht fehlen und setzen sich sofort fest. Macht Laune. Und so geht es in diesem Stile weiter. Ein gelungener Opener, durchaus.

Diese Mischung klingt absolut interessant, wie man auch beim nachfolgenden Song Cause Of Anguish gut hören kann. Hier wechselt man das Tempo auch gut hin und her und hat einen verschleierten und atmosphärischen Part dabei. Das Tempo ist nicht ganz so hoch wie beim Opener, aber der Song ist an allen Ecken und Kanten aggressiv. Ein wilder Gitarrenpart, teilweise abgedriftet, erklingt und langsam geht es dann weiter, um dann erneut eine Attacke zu fahren. Die Vocals, die mit einigen Tiefen versehen werden, gefallen mir sehr gut. Das Ding rauscht in die Gehörgänge und bringt dann einiges durcheinander. Das Zusammenspiel von technischen Momenten, Attacken und die fiesen Vocals klingt echt hart und hat ein absolut hohes Aggressionspotenzial. Am Ende liefert man noch einen akustischen Ausweg, welcher das Ganze ein wenig beruhigt.

Das Ende war aber natürlich nur eine Warnung, denn mit The Conjuring geht es genauso aggressiv weiter. Geile Riffs und fettes Drumming. OOOH – The Conjouring. Geil, kann man gut mitmachen, ohne dass es irgendwie weich oder komisch klingt. Feiner Part, der öfter wiederholt wird, aber dieses auch zu Recht. Dann ein Break und der Bass und die Drums spielen alleine. Sehr geil. Das Ding treibt und treibt und dann setzen alle aus und die Vocals, alle wieder rein und wieder raus und nur Vocals und so weiter und so weiter. Ein Solo darf auch einmal dabei sein. Dann aber auch ziemlich lang. Wenn schon, denn schon. Die Vocals dürfen dann auch noch einmal heran und so reitet man melodisch in die Dunkelheit.

Was mir an dem Songwriting gefällt, ist diese komplette finstere Grundeinstellung und das hohe Aggressionspotenzial.

Dass es auch einmal langsamer und drückend geht, beweisen sie bei Winged Divinity. Aber auch hier spürt man eben diese finstere Atmosphäre. Dieses schon beinahe hypnotische Riffing ist sehr intensiv und der eingebaute akustische Part mit bösartig geflüstertem Gesang. Krasse Idee, kommt gut.

Am Ende, finde ich, kann man das Niveau nicht ganz halten, aber bis dahin klingt alles ziemlich geil. Durchaus empfehlenswert.

Hier geht es für weitere Informationen zu Seeds Of Torment – Those Who Feed The Maw in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Seeds Of Torment – Those Who Feed The Maw
Fazit zu Those Who Feed The Maw
Das unheimliche Duo aus Gelsenkirchen und Hattingen namens Seeds Of Torment hat auf seinem Debüt absolut abgeliefert. Natürlich ist nicht alles hochprozentig, aber das Songwriting und gerade die stimmliche Leistung von Daniel sind absolut treibend. Wie die Band selbst mitteilt, wurden sie sehr von den Bands Morbid Angel und Dissection beeinflusst. Besonders die Amerikaner hört man heraus. Man ist weit davon entfernt, ein Klon zu sein, sondern verarbeitet eigene Ideen. Diese Mischung aus beiden genannten Bands, einer absolut finsteren Grundeinstellung und einem hohen Aggressionspotenzial führte dazu, dass ich beim Hören einen Heidenspaß hatte. Unbedingt anchecken.

Anspieltipps: Incantation Of The Damned und The Conjuring
Michael E.
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