Band: Warfield
Herkunft: Kaiserlautern, Deutschland
Genre: Thrash Metal
Label: Napalm Records
Link: https://www.warfieldthrash.com
Bandmitglieder:
Gitarre – Matthias Clemens
Gesang, Bassgitarre – Johannes Clemens
Schlagzeug – Dominik Marx

Interview auf dem Exofest 2026 in Nikosia
Mit ihrem aktuellen Album und dem Wechsel zu Napalm Records gehören Warfield zu den spannendsten Vertretern der neuen deutschen Thrash-Metal-Generation. Auf dem Exofest in Nikosia sprachen wir mit dem Trio über ihre Anfänge, die Bedeutung von Thrash Metal, gesellschaftliche Frustration, die Metalszene in Bahrain und die Frage, warum die Welt 2026 immer noch Thrash braucht.
Time For Metal / Marcel P. :
Mit dem neuen Album und dem Deal bei Napalm Records scheint ihr gerade die Grenze zwischen Underground und größerer Bekanntheit zu überschreiten. Wie nehmt ihr das wahr?
Warfield:
Ich glaube, wir stehen gerade genau an diesem Punkt. Der Deal mit Napalm Records hilft natürlich enorm dabei, mehr Leute zu erreichen. Trotzdem bleiben wir dem Underground verbunden, denn dort kommen wir her. Wir wollen einfach das Maximum aus den Möglichkeiten herausholen, die sich gerade ergeben, ohne dabei unsere Wurzeln zu vergessen.
Time For Metal / Marcel P.:
Für Leser, die euch noch nicht kennen: Erzählt doch kurz eure Geschichte.
Warfield:
Wir drei spielen seit 2009 zusammen. Angefangen hat alles mit Coversongs von Iron Maiden, Judas Priest und ähnlichen Bands. Irgendwann wurde es härter, die Einflüsse gingen mehr in Richtung Slayer oder Anthrax. 2012 haben wir dann Warfield gegründet. Zwischendurch gab es andere Besetzungen, aber seit 2018 sind wir wieder als Trio unterwegs. Wir kommen alle aus demselben Dorf bei Kaiserslautern, kennen uns seit unserer Jugend, und das macht vieles einfacher. Die Wege sind kurz, wir verstehen uns und können schnell Entscheidungen treffen.

Time For Metal / Marcel P.:
Euer Sound ist sehr oldschool, wirkt aber gleichzeitig modern. Ist es eher Motivation oder Belastung, ständig mit den großen Thrash-Legenden verglichen zu werden?
Warfield:
Ganz klar Motivation. Eine Last ist das überhaupt nicht. Ohne Bands wie Kreator, Sodom, Destruction oder die amerikanischen Thrash-Pioniere gäbe es uns gar nicht. Eigentlich gäbe es das gesamte Genre nicht, auf dessen Grundlage wir heute überhaupt Musik machen können. Diese Bands haben damals etwas völlig Neues erschaffen. Deshalb verstehe ich auch nie, wenn Leute auf Metallica schimpfen. Ohne diese Band gäbe es vieles von dem, was wir heute als selbstverständlich ansehen, überhaupt nicht. Wir hören diese Bands ja selbst bis heute. Wir waren auf unzähligen Konzerten von Kreator, Sodom oder Destruction und feiern das genauso ab wie jeder andere Fan. Deshalb fühlen sich Vergleiche für uns eher wie ein Kompliment an. Gleichzeitig wollen wir aber nicht einfach nur reproduzieren, was vor vierzig Jahren schon gemacht wurde. Wir versuchen schon, das Genre ein Stück weit weiterzutragen und vielleicht auch etwas voranzubringen. Die Grundessenz des Thrash Metal war für uns immer diese rohe, unmittelbare Energie, und wir haben manchmal das Gefühl, dass genau diese Energie im Laufe der Jahre etwas verloren gegangen ist. Diese ursprüngliche Kraft wollen wir wieder stärker in den Vordergrund rücken. Aber eben nicht, indem wir einfach Copy & Paste betreiben. Unser Anspruch ist es vielmehr, herauszufinden, was heute noch in diesem Genre steckt und was man daraus noch herausholen kann. Die Wurzeln gehören dazu, aber Stillstand interessiert uns nicht.
Time For Metal / Marcel P.:
Woher kommt eigentlich eure Liebe zum Thrash Metal?
Warfield:
Natürlich haben wir alle mit klassischem Heavy Metal angefangen. Aber irgendwann haben uns Bands wie Slayer, Exodus oder Kreator einfach stärker abgeholt. Da war noch einmal eine andere Energie drin.
Dominik:
Ein wichtiger Einfluss war auch mein Vater. Er hat diese Musik ständig gehört und uns überall hingefahren – zu jedem Konzert, auf das wir wollten. Und wenn du diese Bands dann zum ersten Mal live erlebst, siehst du dich irgendwie selbst in den Leuten auf der Bühne wieder. Du merkst, wie sie auftreten, wie sie sich bewegen und welche Energie sie transportieren. Das hat uns enorm geprägt. Irgendwann haben wir gemerkt, dass genau diese Art von Musik auch zu uns passt. Wenn wir Thrash spielen, fühlt sich das nicht nach Arbeit oder Anstrengung an. Es passiert ganz natürlich. Die Energie ist einfach da und verwandelt sich direkt in Musik. Je älter man wird, desto mehr versteht man auch die Dinge, die tagtäglich auf der Welt passieren. Man sieht gesellschaftliche Entwicklungen, politische Konflikte oder Ungerechtigkeiten viel bewusster. Thrash Metal ist für uns die perfekte Möglichkeit, all das rauszulassen. Dabei geht es nicht nur um Wut. Für uns kann Thrash jede Form von Energie transportieren – positive genauso wie negative. Im Idealfall nimmst du etwas Negatives in dir und wandelst es in etwas Positives um. Das kennt jeder: Du hörst aggressive Musik beim Sport oder in schwierigen Momenten und plötzlich setzt sie etwas frei. Du gehst über eine Grenze hinaus, fühlst dich stärker und am Ende besser als vorher. Genau das macht Thrash Metal für uns so besonders. Diese Musik hat etwas unglaublich Kraftvolles und Ermächtigendes. Sie gibt dir die Möglichkeit, Frust, Wut oder Ohnmacht herauszuschreien und daraus neue Energie zu gewinnen. Das spiegelt sich auch in unseren Texten wider – egal, ob es um politische Themen, historische Ereignisse oder persönliche Konflikte geht. Am Ende steht immer die Idee, aus negativer Energie etwas Positives entstehen zu lassen. Das ist für mich die größte Stärke von Thrash Metal.

Time For Metal / Marcel P.:
Eure Cover und Songtitel haben oft diese Erster-Weltkriegs-Ästhetik. Woher kommt diese Faszination?
Warfield:
Interessanterweise stand zuerst der Name Warfield fest. Damals waren wir 15 oder 16 Jahre alt und haben uns ehrlich gesagt noch nicht viele Gedanken darüber gemacht, welche tiefere Bedeutung dieser Name einmal haben könnte. Der Name stammt tatsächlich von War At The Warfield, dem legendären Live-Album beziehungsweise Konzertfilm von Slayer. Für uns klang das damals einfach stark und passend zu der Musik, die wir machen wollten. Mehr Gedanken haben wir uns darüber zunächst gar nicht gemacht. Mit der Zeit hat der Name jedoch eine ganz eigene Bedeutung entwickelt. Je mehr man sich mit Geschichte, Politik und den Abgründen menschlichen Handelns beschäftigt, desto interessanter wird die Frage, warum Menschen Kriege führen, Gewalt ausüben oder andere unterdrücken. Gleichzeitig haben wir gemerkt, dass ein Schlachtfeld nicht nur ein realer Ort sein muss. Konflikte gibt es überall – zwischen Menschen, in der Gesellschaft und oft auch im eigenen Kopf. Genau deshalb funktioniert die Metapher für uns heute auf viel mehr Ebenen als noch zu Beginn der Band. Auch das Artwork unseres aktuellen Albums passt dazu. Adam Burke hatte bei der Gestaltung weitgehend freie Hand und hat unsere Musik auf seine Weise interpretiert. Dass daraus am Ende ein Soldat mit deutlichen Anleihen an den Ersten Weltkrieg entstanden ist, passt durchaus zu einigen unserer Themen. Trotzdem verstehen wir Warfield nicht als Band, die ausschließlich über historische Kriege schreibt. Früher waren unsere Texte teilweise stärker historisch geprägt. Heute beschäftigen wir uns genauso mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen oder persönlichen Konflikten. Ein Song wie Tie The Rope handelt beispielsweise viel stärker vom Hier und Jetzt. Letztlich faszinieren uns Konflikte in all ihren Formen. Deshalb hat der Name Warfield über die Jahre sogar noch mehr Bedeutung bekommen. Alles, worüber wir schreiben und was uns beschäftigt, landet bildlich gesprochen auf diesem Schlachtfeld und wird dort auseinandergenommen. Heute passt der Name wahrscheinlich besser zu uns als damals, als wir ihn gewählt haben.

Im Metalbereich wird viel in Genres und Schubladen gedacht. Wie seht ihr das?
Warfield:
Das ist tatsächlich etwas, worüber wir uns alle drei ziemlich einig sind. Diese ständige Einteilung in Schubladen ist für uns ein bisschen eine typische Metal-Krankheit. Gerade wenn man jünger ist, denkt man oft noch so. Mit 15 oder 16 sagt man vielleicht: „Früher habe ich Linkin Park gehört, aber das ist ja Nu Metal, also muss das schlecht sein.“ Mittlerweile sehen wir das völlig anders. Für uns ist gute Musik vor allem Musik, die etwas in einem auslöst. Dabei spielt das Genre überhaupt keine Rolle. Das kann Thrash Metal sein, aber genauso Rap, Singer-Songwriter, Pop oder irgendetwas völlig anderes. Entscheidend ist, ob die Musik etwas mit dir macht. Natürlich liegen unsere Wurzeln im Metal, und die werden auch immer dort bleiben. Aber wir hören privat längst nicht mehr ausschließlich Metal. Gute Musik bleibt gute Musik. Deshalb finden wir es auch spannend zu beobachten, was aktuell weltweit passiert. Gerade im Thrash Metal entstehen ständig neue Bands und neue Ideen. Die Szene wirkt auf uns unglaublich lebendig. Solange immer wieder junge Bands nachkommen und ihre eigene Interpretation dieser Musik entwickeln, wird Thrash Metal nicht verschwinden. Vor vierzig Jahren haben viele gesagt, Thrash sei in wenigen Jahren wieder vorbei. Heute existiert das Genre immer noch, und zwar auf der ganzen Welt. Das zeigt, wie stark diese Musik eigentlich ist. Wir sehen uns dabei nicht als die Retter des Thrash Metal oder so etwas. Aber wir nehmen die Fackel gerne auf und tragen sie ein Stück weiter. Darauf sind wir schon ein bisschen stolz. Wir denken mittlerweile überhaupt nicht mehr in solchen Schubladen. Früher vielleicht, aber heute nicht mehr. Wenn Musik etwas in dir auslöst, dann ist sie gut. Das kann Thrash Metal sein, aber genauso Rap, Singer-Songwriter oder irgendetwas anderes. Wir hören privat alle deutlich mehr als nur Metal. Gute Musik bleibt gute Musik.
Time For Metal / Marcel P.:
Wie nehmt ihr die aktuelle Thrash-Metal-Szene wahr – und welche Rolle spielen Warfield darin?
Warfield:
Ehrlich gesagt konzentrieren wir uns gar nicht so stark auf die Szene, wie man vielleicht denken würde. In den letzten Jahren lag unser Fokus vor allem auf unserer eigenen Musik. Wir waren teilweise sogar weniger auf Festivals unterwegs, weil wir gesagt haben: voller Fokus auf das Songwriting und darauf, die Band weiter voranzubringen.
Natürlich bekommt man trotzdem mit, dass gerade sehr viele spannende Bands entstehen. Da passiert weltweit einiges. Auch im deutschsprachigen Raum gibt es starke neue Namen. Bands wie Zerre oder auch Fusion Bomb aus Luxemburg zeigen, dass die Szene alles andere als stillsteht. Da brodelt definitiv etwas. Als Vorreiter würden wir uns selbst allerdings nicht bezeichnen. Das sollen lieber andere beurteilen. Wir versuchen einfach, unseren eigenen Weg zu gehen und die bestmögliche Musik zu schreiben.
Time For Metal / Marcel P.:
Wenn man sich mit euch unterhält, wirkt ihr auch nicht wie Leute, die ausschließlich in Metal denken.
Warfield:
Die Wurzeln liegen definitiv im Metal. Das ist die Musik, die uns überhaupt erst zur Musik gebracht hat. Das wird sich auch nie ändern und wir wollen das auch gar nicht ändern. Wir sind schon Vollblut-Thrasher, das kann man, glaube ich, ohne Übertreibung sagen. Aber gleichzeitig sollte man sich keine künstlichen Grenzen setzen. Nur weil man Thrash Metal spielt, heißt das ja nicht, dass man plötzlich keine andere Musik mehr hören darf. Wenn ein Country-Song, ein Rap-Track oder irgendeine andere Musikrichtung etwas in dir auslöst, dann ist das doch völlig legitim. Wenn ich auf Konzerte gehe, sind das wahrscheinlich immer noch zu neunzig Prozent Metal-Konzerte. Das war früher so und das ist heute noch genauso. Aber der Musikgeschmack insgesamt hat sich über die Jahre extrem erweitert. Und ich glaube, genau das hält einen auch offen für neue Ideen.
Time For Metal / Marcel P.:
Was macht euch persönlich heute noch wütend?
Warfield:
Vor allem Ungerechtigkeit. Egal ob soziale Ungerechtigkeit, fehlende Gleichberechtigung oder politische Entwicklungen – all das beschäftigt uns. Man hat oft das Gefühl, als normaler Mensch ziemlich machtlos zu sein, wenn wenige Menschen mit viel Geld oder Einfluss über das Leben von Millionen entscheiden und damit letztlich auch das Weltgeschehen prägen. Gerade wenn man sieht, dass Konflikte und Kriege wieder zunehmen, fragt man sich manchmal schon, wohin sich die Welt entwickelt. Diese Ohnmacht macht wütend. Gleichzeitig fragen wir uns natürlich auch: Was kann man selbst dagegen tun? Wir sind keine Politiker. Aber wir können laut sein. Genau das ist unsere Art, damit umzugehen. Unsere Texte sind deshalb ein Ventil. Dort können wir diese Gedanken, diesen Frust und diese Wut kanalisieren und in etwas Kreatives verwandeln. Das ist letztlich auch einer der Gründe, warum Thrash Metal für uns so gut funktioniert.
Time For Metal / Marcel P.:
Früher galt Metal als Provokation. Kann Metal heute überhaupt noch anecken?
Warfield:
Das ist tatsächlich eine spannende Frage. Ich glaube schon, dass sich da vieles verändert hat. Metal ist heute längst kein so großes Feindbild mehr wie noch vor dreißig oder vierzig Jahren. Die Musik ist bekannter geworden und wird gesellschaftlich deutlich stärker akzeptiert. Ehrlich gesagt finde ich das auch gut. Trotzdem kann Metal nach wie vor anecken – allerdings auf eine andere Art als früher. Entscheidend ist für uns, warum man provoziert. Texte oder Aussagen nur deshalb provokant zu gestalten, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, finden wir nicht besonders spannend. Wenn Musik aneckt, sollte dahinter immer auch eine Aussage oder ein Gedanke stehen. Protest sollte einen Inhalt haben und nicht bloß Selbstzweck sein. Und ganz verschwunden sind Vorurteile ohnehin nicht. Wir haben uns im Laufe der Jahre mit unseren langen Haaren und unserem Auftreten schon genug Sprüche anhören müssen. Das ist zwar deutlich weniger geworden, aber ganz weg ist es bis heute nicht. Auch unser Artwork oder unser Image können bei manchen Menschen wahrscheinlich immer noch anecken. Vielleicht nicht mehr so wie früher, aber genau das zeigt auch, dass Metal bis heute Reibung erzeugen kann – wenn auch auf andere Weise.

Time For Metal / Marcel P.:
Ihr habt sogar schon in Bahrain gespielt. Wie kam es dazu?
Warfield:
Das fing eigentlich ganz unspektakulär an. Wir haben unser E-Mail-Postfach geöffnet und dort lag eine Nachricht unseres Booking-Partners District 19. Betreff: „Bahrain“. Mehr stand da im ersten Moment gar nicht. Ganz ehrlich: Ich wusste damals nicht einmal genau, wo Bahrain liegt. Also haben wir erst einmal Google angeschmissen und recherchiert. Man fragt sich natürlich sofort: Gibt es dort überhaupt eine Metalszene? Wie läuft das dort ab? Was erwartet uns? Bei der Recherche haben wir dann schnell gesehen, dass dort bereits Bands wie Suicidal Angels, Schizophrenia, Vio-Lence und andere gespielt hatten. Das wirkte alles überraschend vertraut und gut organisiert. Trotzdem stellt man natürlich Fragen, wenn man zum ersten Mal in ein Land reist, zu dem man vorher überhaupt keinen Bezug hatte.
Schon während der Gespräche mit den Veranstaltern haben wir gemerkt, wie herzlich und engagiert die Leute dort sind. Unser Ansprechpartner hat wirklich alles dafür getan, diese Szene zu unterstützen. Irgendwann schrieb er uns sogar lachend zurück, dass Necrophobic vor ihrer Reise genau dieselben Fragen gestellt hätten wie wir. Das war irgendwie beruhigend – selbst große Bands informieren sich vorher gründlich.
Time For Metal / Marcel P.:
Und wie war es dann vor Ort?
Warfield:
Unglaublich. Wir kamen praktisch direkt von der 70.000 Tons Of Metal Cruise zurück, waren kaum einen halben Tag zu Hause und sind dann schon wieder in die entgegengesetzte Richtung geflogen. Zwei Jetlags inklusive. Vor Ort haben wir gemeinsam mit Necrophobic und der griechischen Band Amken gespielt. Für uns alle war das eine völlig neue Erfahrung. Die Leidenschaft der Leute war überwältigend. Wir hatten noch keinen einzigen Ton gespielt, da stand die komplette Location schon Kopf. Es hat eigentlich nur noch gefehlt, dass jemand mit einem Bengalo durch den Pit rennt. Die Stimmung erinnerte eher an ein südamerikanisches Publikum als an das, was wir erwartet hatten. Dazu kam eine unglaubliche Gastfreundschaft. Die Veranstalter kümmerten sich um alles, ständig wurde Essen organisiert, es gab sogar deutsches Bier. Das waren einfach drei fantastische Tage.
Time For Metal / Marcel P.:
Heute spielt ihr auf Zypern. Habt ihr schon Eindrücke von der lokalen Szene gesammelt?
Warfield:
Absolut. Die Leidenschaft erinnert uns tatsächlich ein wenig an Bahrain. Vorhin kam ein Typ mit einem Exumer-Shirt zu uns, kannte unsere Namen und hat sogar Songtexte zitiert. Da sitzt du erst einmal da und denkst: Wie geil ist das denn bitte? Man merkt hier wirklich, dass die Leute diese Musik leben.
Time For Metal / Marcel P.:
Wenn ihr mit einer Band aus den Achtzigern auf Tour gehen dürftet – welche wäre das?
Johannes:
Für mich wäre es Sodom. Ich glaube einfach, dass das menschlich richtig gut passen würde. Wenn man Interviews mit Tom Angelripper oder der Band sieht, wirken sie auf mich wie ganz normale, bodenständige Leute, die Spaß an dem haben, was sie tun. So sehen wir uns eigentlich auch. Abseits der Bühne sind wir eher ruhige Typen, aber sobald die Show beginnt, geht es richtig los. Ich glaube, das wäre vom Vibe her eine perfekte Kombination.
Matthias:
Bei mir wäre es Kreator. Natürlich würde ich mich über Sodom genauso freuen, aber Kreator haben mich durch eine Zeit begleitet, in der es mir persönlich nicht besonders gut ging. Diese Musik hat mir damals unglaublich viel gegeben und dafür bin ich der Band bis heute dankbar.
Dominik:
Im Moment würde ich wahrscheinlich Slayer sagen. Ich habe mir in letzter Zeit wieder viele alte Interviews aus den Achtzigern angeschaut und bin dadurch komplett im Slayer-Fieber gelandet. Dave Lombardo ist für mich als Schlagzeuger seit jeher ein riesiges Vorbild. Aber eigentlich fände ich es genauso spannend, damals Bands wie Trance oder andere deutsche Heavy-Metal-Bands zu begleiten, die vielleicht nie den ganz großen internationalen Durchbruch geschafft haben. Gerade diese Zeit, in der Bands von null auf hundert gegangen sind und sich die Szene erst entwickelt hat, muss unglaublich gewesen sein.

Time For Metal / Marcel P.:
Warum braucht die Welt im Jahr 2026 noch Thrash Metal?
Warfield:
Weil die Welt leider nicht besser geworden ist – der Thrash Metal aber schon. Natürlich gibt es auch heute noch genug Gründe für extreme Musik. Aber ich glaube, Thrash hat eine besondere Stärke: Er verbindet unglaublich viele Menschen. Death-Metal-Fans können sich genauso darin wiederfinden wie klassische Heavy-Metal-Hörer oder Leute aus der Punk-Szene. Früher haben sich diese Lager teilweise noch gegenseitig bekämpft, heute verschwimmen die Grenzen zum Glück immer mehr. Auch wir selbst haben starke Punk-Einflüsse, obwohl wir in erster Linie Thrash Metal machen. Und Thrash existiert eben nicht nur, weil die Welt voller Probleme ist. Man kann damit auch einfach eine verdammt gute Zeit haben. Es geht um Energie, Gemeinschaft und darum, etwas loszulassen. Solange Menschen dieses Bedürfnis haben, wird Thrash Metal seinen Platz behalten.
Time For Metal / Marcel P.:
Die letzten Worte gehören euch.
Warfield:
Wenn ihr uns noch nicht kennt, hört gerne in unsere beiden Alben rein. Vor allem aber: Unterstützt Musik, bei der man spürt, dass sie aus echter Leidenschaft entsteht. Unterstützt kleine Clubs, Underground-Festivals und Bands, die das nicht machen, weil ihnen jemand sagt, wie sie zu klingen haben, sondern weil sie dafür brennen. Genau solche Veranstaltungen halten unsere Szene lebendig. Wir machen auf jeden Fall weiter – das Songwriting läuft bereits, der „Riffmaster“ ist wieder fleißig am Schreiben und wir werden alles daransetzen, die nächste Platte noch besser zu machen.


