Sergey Stepanenko aus Magadan (Kasachstan) ist ein vielbeschäftigter Mann, denn er wirbelt in den Bands Ajal, Blood Polution, Critical Extravasation, Dissolution, Reaper Ov Silence, Sieta und Skyglow herum. Aber anscheinend reicht das noch nicht, denn seit 2025 hat er noch zusammen mit Sänger Alexey (Dig Me No Grave und Sinister Void) die Band Cyclopic. Den Großteil der Musik hat Alexey in zwei Monaten geschrieben. Es fehlten aber noch die Schlagzeugaufnahmen. Tja, und warum da nicht einen ins Boot holen, der sowohl ein geiler Drummer ist als auch ein Studio betreibt? Die Rede ist natürlich von meinem ostfriesischen Kollegen Jörg Uken und dem Soundlodge Studio. Innerhalb von zwei Wochen hat Jörg die Schlagzeugspuren erstellt. Sergey nahm dann innerhalb eines Monats die Gitarren- und Bassspuren in Kasachstan auf, und die Albumproduktion schloss Jörg dann mit dem Abmischen und Mastern ab. Somit ist das Album unabhängig in drei Ländern entstanden. Ein Deal mit Awakening Records kam zustande und hier ist jetzt das Debütalbum Flesh Of Chaos. Inhaltlich wurde man vom Autor Michael Moorcock inspiriert und behandelt Fantasy-Geschichten.
Los geht es mit Swords Of Savage. Von der ersten Sekunde an spürt man den Atem des Todesmetals, welcher im oldschooligen Gewand unterwegs ist. Midtempo und schnelle Uftata-Momente geben sich die Klinke in die Hand und erzeugen beim Hörer ein Wohlgefühl, sofern man dem Old School Death Metal gediegen ist. Die tiefen Vocals sind kraftvoll und werden mit Screams kombiniert. Passt gut. Klar, nicht wirklich was Neues und vielleicht gibt es in dem Bereich echt bessere Combos, aber das Zuhören macht einfach Spaß. Ein Solo darf nicht fehlen und dann geht es weiter im galoppierenden Tempo der vergangenen Tage. Gefällige Riffs und gutes Tempo. Gerade in diesem galoppierenden Bereich erinnert mich das Trio an Benediction. Ziemlich schneidiger und fetziger Opener, der gut ins Ohr geht.
Der Namensgeber Flesh Of Chaos geht in die gleiche Kerbe. Auch hier bedient man die oldschoolige Fraktion, fängt mit einer ordentlichen Portion Wut im Bauch an und knattert im Uptempo herum, wechselt wieder in einen Uftata-Part und geht dann in einen groovigen Part über. Weiter geht es im Midtempo und mit einem beinahe schon melodischen Riff, um dann wieder die Uftata und den groovigen Sektor zu bedienen. Die Growls werden mit fiesen Screams ergänzt und man geht erneut ins Uptempo, und so geht es hin und her. Der langsame, aber treibende Refrainpart ist wohl der Hauptbestandteil des Songs. Die dunklen Growls mit der Flesh-Of-Chaos-Aussage kann man dann fein und professionell mitgrowlen. Dann klappt es auch mit dem Nachbarn.
Knüppelig und krachend kommt dann Lich Seed daher und hat ansonsten natürlich auch dieses Feeling der alten amerikanischen Schule. Hier beweisen sie, dass man, auch wenn man in Bereichen der Vergangenheit ist, nicht auf technische Spielereien verzichten muss. Vertrackte Momente werden mit eingestreut, wie auf dem ganzen Album, stehen aber nie im Vordergrund, sondern werden unterschwellig mit eingebaut. Vor allem stören sie nicht das Songwriting an sich. Der ganze Song hat Drive ohne Ende und geht gut ins Gemüt. Durch das eingestreute Solo klingt man auch richtig wild.
Und so geht es eigentlich immer weiter und weiter, und da braucht man dann auch nicht mehr viel zu sagen oder viele Worte zu verlieren. Man bewegt sich in einem selbst gebastelten Rahmen und bewegt sich in diesem gekonnt und geschickt vor, wie zum Beispiel beim Song Abyssal Hordes: kurze, langsame Einleitung und dann eine kleine Uptempo-Attacke und danach einen fetten Uftata-Part mit anschließendem Groove. Ziemlich elegant und ziemlich geil und natürlich alles schon einmal dagewesen. Wenn man ganz langsam wird und ein Solo dazu abliefert, geht man sogar in den atmosphärischen Bereich, um dann wieder dem Uptempo und der Uftata zu verfallen. Der Groove folgt und so balanciert man sich gut durch das alte Wesen namens Death Metal. Schönes Ding.
Richtig geil finde ich es, wenn sie im Uptempo agieren und dann mit doppeltem Gesang arbeiten, wie zum Beispiel beim Song Cyclopic.
Das Album hält das Niveau und verbreitet somit durchgehend gute Laune. Nicht alles haut so rein, wie man es erwartet, und vieles kommt einem bekannt vor, aber abgesehen davon sind die Songs sehr anspruchsvoll und haben meinen Tag versüßt.
Hier geht es für weitere Informationen zu Cyclopic – Flesh Of Chaos in unserem Time For Metal Release-Kalender.



