The Eternal – Obscured Horizons

18.09.2026 - Progressive Doom Metal - Reigning Phoenix Music - 47:01 Minuten

Mit Obscured Horizons liegt das inzwischen achte Album der finnisch-australischen Band The Eternal auf dem Teller. Nach dem 2024 veröffentlichten Album Skinwalker, auf dem erstmals Jan Rechberger, Drummer von Amorphis, beteiligt war, soll das neue Album an diesen Erfolg anknüpfen. Erneut gibt es progressiven Doom Metal, der eingängig und gefällig daherkommt. Produziert von Rechberger und Kelson, lassen die neun Titel mit einer Spielzeit von 47 Minuten auf einer CD oder zwei Seiten einer Vinylplatte erneut kaum Wünsche in diesem Genre offen. Allerdings werden die auf Skinwalker teilweise noch überlangen Songs durch kürzere Stücke ersetzt, was sich entsprechend bei der Gesamtspielzeit bemerkbar macht.

Eingängige Melodien und harmonischer Gesang

Bereits der Opener Lament For The Hollow zeigt die Band von ihrer eher progressiven Seite. Midtempo, markantes Riffing und natürlich kräftige Drums sorgen für einen Spannungsbogen, bei dem man ständig auf etwas wartet, das aber zunächst nicht kommt, bis zu dem Moment, in dem Gitarrist Richie Poate das Ruder an sich reißt. Mit dem zweiten Track Exiting To Expire wird es gleich etwas schneller. Die eingängige Melodie und der Gesang von Mark Kelson erinnern, ja, an wen denn? Ein wenig an Swallow The Sun oder Cemetery Skyline? Gut gemacht und sicherlich ein guter Live-Track. Colours Fade als direkter Nachfolger beginnt mit etwas Piano und ruhigem Gesang, der sich fast durch den gesamten Song zieht. Erst in der Mitte wird es etwas kräftiger, schneller und intensiver. Ein schöner Aufbau mit einem gekonnten Solo.

Die begonnene Richtung wird beibehalten und intensiviert

Auch die weiteren Songs wie Harmony Breaks und I’ve Seen The Dreams setzen das fort, was in den drei Liedern bereits angeklungen ist. Schöne Melodien, smoothe Songs, die mal melancholisch, mal etwas progressiver, aber immer harmonisch aus den Lautsprechern kommen. Es gibt kaum aggressive Momente. Eher verhalten und sehr auf den Song fokussiert, geben sich die Musiker ihrer Musik hin. Es scheint eine klassische Weiterentwicklung zu sein, bei der neue Ebenen erreicht werden. Die doomlastigen Parts und progressiven Anteile verbinden sich mit der Melodik zu sphärischen Tracks, wie in I’ve Seen The Dreams gut zu hören ist. Inhaltlich setzen The Eternal auf eine zerbrochene Identität und den Versuch, in unserer übersättigten Welt wieder Klarheit zu erlangen. Wer hier allerdings Härte und fetzige Parts erwartet, liegt falsch. Es obsiegt die getragene und eher emotionale Schwere. Schön zu hören ist das auch in Liminality.

The Eternal lassen auch im letzten Drittel der Scheibe keine Kompromisse zu

Auch die letzten Songs verlassen die eingeschlagene Richtung nicht. Weiter wird der emotionale Zusammenbruch vertont, der schließlich in Erneuerung mündet. Der Titeltrack Obscured Horizons greift dieses Thema musikalisch gekonnt auf. Der Song erscheint wuchtiger und nicht ganz so dunkel. Insgesamt ist die Produktion gefällig, aber auch ohne große Kanten und Ecken. Das will man hier aber eigentlich auch nicht. Yesterday’s Gone und Awaken beschließen dann das Album, wobei der letzte Track mit knapp sechs Minuten auch der längste des gesamten Longplayers ist. Hier wird noch einmal ordentlich in die progressive Dark-Metal-Kiste gegriffen. Mit einer der besten Songs des Albums.

Hier gibt es weitere Informationen zu The Eternal – Obscured Horizons in unserem Time For Metal Release-Kalender.

The Eternal – Obscured Horizons
Fazit zu Obscured Horizon
Nach ihrem vor zwei Jahren erschienenen Album Skinwalker kommt nun das zweite Full-Length-Album der finnisch-australischen Kooperation mit Jan Rechberger an den Drums auf den Markt. Es ist ein Album, das sich mit immer neuen Facetten nach mehrmaligem Hören einfach festsetzt. Bereits beim ersten Durchgang wirkt der verträumte Anteil stärker, als dass die Platte zum Bangen aufruft. Das ist aber gewollt und auch gut so. Dafür gibt es andere Vertreter wie die Stammband von Jan Rechberger, Amorphis. Schöne Melodien treffen auf gekonnte Harmonien und ergeben ein stimmiges, emotionales Ganzes. Ein wenig Härte hätte an der einen oder anderen Stelle vielleicht noch für mehr Dynamik gesorgt, aber das Album ist insgesamt schlüssig und gut hörbar.

Anspieltipps: I've Seen The Dream und Existing To Expire
Kay L.
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