Abyssal Rift – Relics Of Great Ash

14.08.2026 - Death Metal - Transcending Obscurity Records - 36:12 Minuten

Die aus Ohio stammende und mit einem schwer lesbaren Schriftzug versehene Formation haute im Jahre 2023 ihr Erstlingswerk namens Extirpation Dirge auf den Markt. Wann die Gründung stattfand, weiß ich nicht, ist aber im Grunde ja auch egal. Man hat sich auf das Songwriting konzentriert und nun erscheint Album Nummer zwei namens Relics Of Great Ash.

Consummate Design, so der Name des Openers, überzeugt sofort vom Sound her mit einer gewissen dunklen Atmosphäre. Man startet mit Morbid-Angel-beeinflusstem Gitarrenriffing und fügt tiefe Vocals dazu, die nach Nile klingen. Das ist doch was für meine Ohren. Aggressiver Death Metal, der eben düster dargeboten wird, kommt einem um die Ohren geflogen. So soll es sein. Dabei wird ein langgezogenes Riff verwendet und man knüppelt ordentlich, variiert aber mit dem Tempo innerhalb der Attacke. Nach zwei Minuten verlässt man dann die Gefahrenzone, nimmt das Tempo total raus und begibt sich in die Abgründe der eigenen Seele. Doomige Klänge, die ein wenig progressiv klingen, aber absolut finster sind. Puh, welch ein derber Übergang, aber sehr geil. Der Part ist schon ein wenig krank, aber im musikalisch gesehen positiven Sinne. So lässt man sich von der Dunkelheit treiben und erzeugt ein melancholisches Grundgefühl beim Zuhörer. Schon krass, finde ich.

Langsam, düster und bedrohlich ist auch der Anfang von Relics Of Great Ash. Doomig treibt man sein Unwesen, fiese Schreie gesellen sich dazu, zwischendurch eine kurze Doublebass-Attacke, die aber auch nicht wirklich eine Geschwindigkeitsverschärfung darstellt. Weiter, immer weiter, und zwar im Kriechmodus. Das ist alles schwer und drückend. Wieder eine kurze Doublebass-Aktion und so geht es erst einmal endlos ins Niemandsland. Das Tempo wird ein wenig gesteigert und tiefe Vocals leisten nun die Hauptarbeit, werden aber hier und da mit Screams kombiniert. Im langsamen Midtempo bringt man dem geneigten Fan den Untergang ein wenig näher. Das Ganze ist auf technisch hohem Niveau und kann einen zur Verzweiflung bringen, auch wenn ich oder gerade, weil ich einige Passagen und Übergänge nicht verstehe. Und dann, wie aus dem Nichts, erfolgt nach fünf Minuten eine schnelle Uptempo-Passage. Im Hintergrund laufen atmosphärische Elemente. Ansonsten wird ein derbes, beinahe melodisches Riff zum Besten gegeben und man bewegt sich auf technisch hohem Niveau. Man muss schon gut zuhören, um alles zu verstehen. Wechsel sind an der Tagesordnung und sorgen sogar für gute Laune an einigen Stellen und dann ist nach acht Minuten Schluss mit Lustig. Puh.

So geht es immer weiter und weiter und Abyssal Rift haben eine gute Mischung aus derbem und zerstörerischem Geknüppel, progressiven Grundstrukturen und düsteren Doom-Passagen. Sehr heftig zu hören bei The Enlightenment (There Was Never Will).
Hier und da ist mir das absolut zu viel. Wie gesagt, ich verstehe das eine oder andere Break nicht und an einigen Stellen ist es mir dann persönlich zu progressiv, aber diese ganze Dunkelheit und Bösartigkeit, die über dem Album schwebt, hat etwas Besonderes.

Die Reise in die Dunkelheit endet mit dem Song Sphere Of Perpetuity. Hier geht man erst einmal düster, langsam und bedrohlich zu Werke. Schon ein wenig furchterregend, aber wir Metaller sind das Schwarze ja gewohnt. Aber das hier ist eben noch etwas anderes. Einzelne Saiten werden gezupft. Langsam, ganz langsam. Eine bedrohliche Hintergrundkulisse gesellt sich dazu und einzelne Trommelschläge. Puh. Aus diesen einzelnen Momenten wird ein Gitarrenpart, die tiefen Vocals werden nun hinzugefügt und Drums schleichen und kriechen vor sich hin. Doom steht hier an der Tagesordnung. Der Tag verdunkelt sich rasend und eh man sich versieht, ist man im Sumpf gefangen und wühlt sich im Dreck. Nach knappen vier Minuten hat man sich freigekämpft und nun beginnt die metallische Attacke. Ein feines Riff wird im Midtempo präsentiert und ziemlich ausgeschlachtet. Der Part geht dann auch noch einmal eine Minute. Kleines Break, mehrere Betonungen, und nun denkt man vielleicht an eine volle Attacke, aber weit gefehlt. Man entscheidet sich für ein Solo, aber danach gibt es  eine absolute Tempoverschärfung in Form des Drumming. Das Riffing gesellt sich nun dazu und ab geht die Post. Man bleibt absolut düster und das kommt ganz geil.

Hier geht es für weitere Informationen zu Abyssal Rift – Relics Of Great Ash in unserem Time For Metal Release-Kalender

Abyssal Rift – Relics Of Great Ash
Fazit zu Relics Of Great Ash
Die aus Ohio stammende Formation Abyssal Rift geht auch auf ihrem zweiten Album eigene Wege und kombiniert US‑Death-Metal mit doomigen Parts und progressiven Klängen. Teilweise wird schnell und erbarmungslos in alter Manier geknüppelt, sodass die Balken sich biegen. Diese werden dann langsam durch die schleichenden, dunklen und teilweise melancholischen Passagen wieder geradegezogen. Der Sound verkörpert eine absolute Finsternis. Sehr gelungene Produktion. Die Amerikaner bewegen sich auf einem hohen technischen Niveau und verkörpern eine dunkle Art der Progressivität. An einigen Stellen sind die Zugänge aber durchaus schwierig und dieses erschwert den Genuss ein wenig. Ansonsten ist das aber eine absolut derbe Mischung!

Anspieltipps: The Enlightenment (There Was Never Will) und Sphere Of Perpetuity
Michael E.
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