Event: G-Fest
Ort: Limmasol, Zypern
Genre: New Metal, Progressive Metal
Datum: 20.06. – 21.06.2026
Link: http://gfest.live
Time For Metal / Marcel P.:
Das G-Fest findet erst zum zweiten Mal statt und hat dennoch bereits eine sehr eigene Identität. Wie entstand die Idee?
G-Fest / Vikki und Alex:
Die Idee entstand im vergangenen Jahr, und die erste Ausgabe wurde tatsächlich innerhalb von nur zwei Monaten auf die Beine gestellt. Einer der Hauptgründe war, dass es für moderne Metalbands mit eigener Musik immer schwieriger wurde, attraktive Freitags- und Samstagstermine in den lokalen Clubs zu bekommen. Anstatt auf Gelegenheiten zu warten, entstand der Wunsch, eine eigene Plattform zu schaffen – nicht nur für eine einzelne Band, sondern für modernen Metal auf Zypern insgesamt. Von Anfang an sollte das G-Fest mehr sein als nur ein weiterer Clubabend. Ziel war es, ein Festival mit eigener Identität aufzubauen und Menschen zusammenzubringen, die moderne Metal-Musik lieben.
Time For Metal / Marcel P.:
Das G-Fest scheint eng mit Guiltera verbunden zu sein.
G-Fest / Vikki und Alex:
Das stimmt. Das „G“ in G-Fest steht für Guiltera. Die Philosophie der Band und des Festivals ist jedoch im Kern dieselbe: Heavy Music zugänglicher zu machen und auch Menschen an dieses Genre heranzuführen, die normalerweise keinen Metal hören. Wenn jemand durch Guiltera weitere Bands entdeckt, ist genau das erreicht, was das Festival bewirken möchte.
Time For Metal / Marcel P.:
Was unterscheidet das G-Fest von anderen Festivals?
G-Fest / Vikki und Alex:
Die Atmosphäre ist wahrscheinlich der wichtigste Unterschied. Die Besucher sollen sich hier wohlfühlen. Eines der schönsten Komplimente war die Aussage, dass sich die Gäste „wie zu Hause“ fühlten. Genau dieses Gefühl soll entstehen. Gleichzeitig fließen auch die eigenen Erfahrungen als Festivalbesucher in die Planung ein. Lange Umbaupausen zwischen den Bands gehören beispielsweise zu den Dingen, die vermieden werden sollen. Ziel ist es, das Publikum den ganzen Tag über zu unterhalten, sodass das Festival als durchgängiges Erlebnis wahrgenommen wird und nicht nur als Aneinanderreihung von Konzerten.
Time For Metal / Marcel P.:
Wie schwierig ist es, als jemand, der nicht aus Zypern stammt, ein Modern-Metal-Festival auf Zypern zu organisieren?
G-Fest / Vikki und Alex:
Die organisatorischen Herausforderungen unterscheiden sich kaum, egal ob man Einheimischer oder Zugezogener ist. Die eigentliche Schwierigkeit besteht darin, das Vertrauen der Menschen in ein neues Festival zu gewinnen. Deshalb wird jedes Jahr mit neuen Ideen, Marketingansätzen und Möglichkeiten experimentiert, das Publikum zu erreichen. Der Lernprozess ist noch längst nicht abgeschlossen.
Time For Metal / Marcel P.:
Was fehlt der zyprischen Metalszene eurer Meinung nach am meisten?
G-Fest / Vikki und Alex:
Eigentlich gibt es gute Veranstaltungsorte und viele starke Bands. Was fehlt, ist die Verbindung zwischen diesen Bands und den Menschen, die genau diese Musik lieben. Moderner Metal ist auf Zypern nach wie vor eine Nische. Eines der Ziele des G-Fests ist es deshalb, genau diese Menschen zusammenzubringen. Je mehr Menschen lokale Bands entdecken, desto stärker wächst die gesamte Szene – und genau dazu möchte das Festival beitragen.
Time For Metal / Marcel P.:
Die Ticketpreise waren eines der meistdiskutierten Themen vor dem Festival. Was könnt ihr dazu sagen?
G-Fest / Vikki und Alex:
Die Diskussion ist absolut nachvollziehbar. Gleichzeitig fließt ein erheblicher Teil des Budgets in Produktion, Sound, Lichttechnik, Künstlerbetreuung und das gesamte Festivalerlebnis. Das G-Fest soll sich bewusst von einer gewöhnlichen Clubshow unterscheiden und als hochwertiges Festival wahrgenommen werden. Gleichzeitig wurde versucht, den Zugang so niedrig wie möglich zu halten. Deshalb gab es Studentenrabatte, Gruppenrabatte und sogar individuelle Preisnachlässe für Menschen, die das Festival besuchen wollten, sich ein Ticket aber nur schwer leisten konnten. Darüber hinaus wurden regelmäßig Community-Aktionen über die sozialen Medien organisiert. Dabei konnten Besucher Festivaltickets, Merchandise und sogar eine Manson-Gitarre im Wert von über 1.000 Euro gewinnen. Zusätzlich entstand eine Kooperation mit einem lokalen Tierheim: Wer spendete, nahm automatisch an einer Verlosung für ein VIP-Ticket und Merchandise im Gesamtwert von rund 500 Euro teil. Außerdem wurden zeitweise kostenlose Promo-Codes über Social Media verteilt. All diese Aktionen dienten nicht nur dazu, Tickets zu verschenken, sondern auch dazu, die Community einzubinden, soziale Projekte zu unterstützen und das Festival bekannter zu machen.
Time For Metal / Marcel P.:
Ist das G-Fest finanziell bereits nachhaltig?
G-Fest / Vikki und Alex:
Im Moment noch nicht. Wer schnell Geld verdienen möchte, sollte vermutlich kein Festival veranstalten. Derzeit wird deutlich mehr investiert, als wieder zurückkommt. Das G-Fest ist als langfristiges Projekt gedacht, das Jahr für Jahr wachsen soll.
Time For Metal / Marcel P.:
Wo seht Ihr das G-Fest in zehn Jahren?
G-Fest / Vikki und Alex:
Ganz klar weiterhin auf Zypern. Das Ziel ist nicht, das Festival in andere Länder zu verlegen, sondern Zypern selbst als Reiseziel für modernen Metal zu etablieren. Besucher sollen ihren Urlaub mit einem hochwertigen Festival verbinden können, während gleichzeitig mehr internationale Bands Zypern in ihre Tourpläne aufnehmen. Dabei soll trotz des Wachstums die familiäre Atmosphäre erhalten bleiben. Das Festival darf größer werden, soll sich aber weiterhin besonders anfühlen.
Time For Metal / Marcel P.:
Habt Ihr zum Abschluss noch eine Botschaft an unsere Leser?
G-Fest / Vikki und Alex:
Unterstützt lokale Bands, entdeckt neue Musik und gebt jungen Künstlern eine Chance. Ohne Publikum kann keine Szene wachsen. Bleibt offen für Neues, begegnet einander mit Respekt und hört nie auf, neue Musik zu entdecken. Metal war schon immer mehr als nur Musik – es geht um Gemeinschaft. Genau dafür soll das G-Fest stehen.
Hier kommt ihr zum Bericht des diesjährigen G-Festes.



