Demonic Manifestation – Grimshine

04.09.2026 - Death Metal - Personal Records - 40:43 Minuten

Tja, was macht man so eigentlich den ganzen Tag, außer sich die Aussagen über das eigene Land von einer Person mit einer merkwürdigen Frisur anzuhören? Da bleibt wohl nur Death Metal. Das Trio Felipe, Victor und Enrique zieht dieses auf jeden Fall durch. Seit 2012 sind sie bei Demonic Manifestation am Werk, spielen aber auch teilweise zusammen in den Bands Altumtenebris, Macabre GoatRavenous Death und Silent Tombs. Außerdem noch getrennt bei der einen oder anderen Band. Kann man so machen. Sehr umtriebig, diese Burschen. Bei Demonic Manifestation haben sie es, wahrscheinlich aufgrund der gerade dargelegten Beschreibung, etwas ruhiger angehen lassen. Demo, Album, Demo, Album. So ging es bis 2017. Dann erfolgte noch eine Split und nun Album Nummer drei via Personal Records namens Grimshine.

Cult Of Dominion, so der Name des Openers, kommt dann auch ein wenig ruhiger um die Ecke, als ich es erwartet habe. Die Gitarre ist am Sägen und der HM2-Sound ist allgegenwärtig. Und wer mich kennt, weiß, dass das ja schon beinahe ausreicht, hehe. Nun ja, so ganz die Wahrheit ist es ja nicht. Langsam und ein wenig rockig startet man ins Geschehen und wird dann ein wenig härter. Eine kleine Einleitung, wenn man so will, denn dann bricht natürlich das geplante schwedische Chaos aus. Typische Riffs fliegen durch den Raum und nun marschiert man im Uptempo durch das Universum. Macht auf jeden Fall Spaß, aber im Vergleich zu anderen Kapellen, die gerade im Umlauf sind, und natürlich zu den alten Recken von damals, fehlt da noch irgendwie was. Nicht ganz so durchschlagkräftig, aber trotzdem bekommt man natürlich gute Laune. Screams und dunkle Vocals stehen auf der Agenda und erledigen ihren Job echt gut. Vom Uptempo geht es ins rhythmische Midtempo und zum Solo. Dann langsames Midtempo und wieder Tempo. So geht es hin und her. Alles ganz gut, keine Frage, aber es fehlt ein wenig der Aha‑Effekt. Und mit fast sechs Minuten ist mir das auch zu lang. Das klingt jetzt alles negativer, als es ist.

Auch Ninth Flame Oath nimmt mich noch nicht ganz mit. Schönes Geballer zu Beginn, die Gesangsleistung ist geil und auch der Wechsel in den Groove kommt geil und ist passend, aber das Riffing an sich kann mich nicht ganz abholen. Auch hier muss man sagen, dass es gut ist, aber nicht umwerfend. Der langsame Part ist schön düster und drückend, hat man aber gefühlt schon hundertmal gehört. Ich will das aber jetzt auch alles nicht kaputt schreiben, denn es ist weit davon entfernt, schlecht zu sein. Wahrscheinlich habe ich in den letzten Monaten zu viel old schooligen Death Metal gehört, das kann wohl sein.

Aber dann passiert etwas mit dem Songwriting und da nehme ich wohlwollend zur Kenntnis. Kuru: The Laughing Death March überzeugt mit Tempowechsel, geilen Riffs, fetten Soli und einem Stop-and-Go-Part. Ja, da bin ich dabei. Macht total Laune. Auch der getragene, schleppende Part hat es in sich und das danach schon beinahe melodische Lead mit der Tempoverschärfung und der Weiterverarbeitung schockt ohne Ende. Geiles Stück. Geht runter wie Öl. So möchte ich die Mexikaner hören.

Auch der düstere, melancholische Part von The Horror und der schleppende und beklemmende Part ziehen einen positiv in den Abgrund. Diese Momente kennt man von Dismember. Dann wird Fahrt aufgenommen und die Reise durch die schwedischen Gewässer geht weiter. Eine Melodie wird zum Besten gegeben, die es absolut in sich hat, und dann wird es groovig und die Laune steigt (Achtung: Songwortspiel) horrormäßig an. Die gruselige Melodie wird noch einmal wiederholt. Der ganze Song hat so einen morbiden und melancholischen Hauch und macht absoluten Spaß. Auch hier geht der Daumen hoch.

Tja, die Mexikaner fingen irgendwie durchschnittlich an, steigern sich aber allmählich, vor allem beim Songwriting und beim Riffing. Im Laufe des Albums entwickelt man sich auch weiter und verarbeitet neben den typischen schwedischen Elementen auch Einflüsse aus dem oldschooligen Death Metal amerikanischer Natur. Bands wie Incantation kann man da auch mal mit hereinnehmen, wie zum Beispiel bei Songs wie Spheres Of Death, Terror Cosmic Gates oder Host. Natürlich aber bleiben die sägenden Gitarren und der skandinavische Grundkern immer im Vordergrund.

Das Album hat eine gute Entwicklung genommen und macht Laune.

Hier geht es für weitere Informationen zu Demonic Manifestation – Grimshine in unserem Time For Metal Release-Kalender

Demonic Manifestation – Grimshine
Fazit zu Grimshine
Auch in Mexiko kann man mit seinem Volvo zu Ikea fahren und dazu passend das dritte Album von Demonic Manifestation hören. Der HM2‑Sound mit den sägenden Gitarren ist allgegenwärtig. Der Old School Schweden Death Metal kommt außerdem mit D-Beats, Dunkelheit, melodischen und doomigen Momenten, einigen Grooves, einigen Blastbeats und auch einem amerikanisch angehauchten Death-Metal-Part um die Ecke. Hier und da ein wenig zu bekannt, aber absolut hörenswert.

Anspieltipps: Kuru: The Laughing Death March und Host
Michael E.
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