Bereits vor einiger Zeit wurde ich auf die Band Calibre Infinite aufmerksam gemacht. Im letzten Jahr haben sie mit All Life Remains ihre erste Full-Length-Scheibe veröffentlicht und das nehme ich nun zum Anlass, die seit 13 Jahren existierende Kölner Truppe vorzustellen. Im Anschluss an den ersten musikalischen Aufschlag wird die Band einige Fragen beantworten. Um euch nun einen Vorgeschmack auf die Band zu geben, gibt es erst mal mit Curtain Call eine musikalische Einstimmung.
Nach diesem ersten Aufschlag, lassen wir die Kölner selbst zu Wort kommen.
Time For Metal / Kay
Über eine gemeinsame Bekannte habe ich von euch erfahren. Es gibt zwar einige Informationen im Netz, aber ich denke, wir lassen euch direkt zu Wort kommen.
Stellt euch doch mal vor. Woher kommt ihr?
Calibre Infinite / Peter
Wir sind Calibre Infinite: Fünf Menschen aus dem westlichen Teil Deutschlands.
Wir kommen mehrheitlich aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz und würden Köln als unsere Band-Heimatstadt bezeichnen.
Was ist eure musikalische Vergangenheit? Also habt ihr bereits in anderen Bands Erfahrungen gesammelt?
Calibre Infinite / Peter
Calibre Infinite ist schon Teil von mir, seit ich mit dem Musizieren begonnen habe. Ich war in diversen anderen Projekten Session- bzw. Tourmusiker und habe mit allem möglichen musikalischen Schaffen zu tun, von Produktion bis Live-Tontechnik.
Pascal und Chris stammen aus eben einer dieser Live-Verbindungen. Sie spielten beide in der Elektro-Rock-Band Anka (Gitarre und Bass), in der Peter für den Livesound als Techniker verantwortlich war. Während Pascal bis dahin eher abseits des Metals in diversen Genres (Pop, Rock, Folk) unterwegs war, hat Chris bereits als Bassist der Metalcore-Band Cocoon einige Erfahrung gesammelt. Auch Timon (Drums) und Jens (Gitarre) hatten vor allem im Metal bzw. im Metalcore ihren Schwerpunkt und waren in verschiedenen Bands aktiv, u.a. in Close To The Distance (Jens) und Empiresfall (Timon).
Pascal und Chris stammen aus eben einer dieser Live-Verbindungen. Sie spielten beide in der Elektro-Rock-Band Anka (Gitarre und Bass), in der Peter für den Livesound als Techniker verantwortlich war. Während Pascal bis dahin eher abseits des Metals in diversen Genres (Pop, Rock, Folk) unterwegs war, hat Chris bereits als Bassist der Metalcore-Band Cocoon einige Erfahrung gesammelt. Auch Timon (Drums) und Jens (Gitarre) hatten vor allem im Metal bzw. im Metalcore ihren Schwerpunkt und waren in verschiedenen Bands aktiv, u.a. in Close To The Distance (Jens) und Empiresfall (Timon).
Calibre Infinite / Peter
Wir nennen sie „Therapy-Metal“. Ein befreundeter Musikjournalist hat uns dieses Jahr so bezeichnet und es umfasst auch sehr gut, was bei uns live passiert.
Wenn wir greifbare Begriffe nennen müssten, wäre es etwa so: “Nu-Metal trifft Metalcore, mit einem Hauch 2000er, aber auch 80er und das Ganze live gemixt mit ADHS‑Standup. Inhalt: Gnadenlos direkt angesprochene Themen aus dem Leben.”
Offensichtlich ist das aber etwas lang für den täglichen Gebrauch. Für Festivals muss es dementsprechend dennoch immer Modern-Metal o. Ä. sein.
Time For Metal / Kay
In der heutigen Zeit braucht alles irgendwie einen Namen und da im Metal ja sehr viele Möglichkeiten gegeben sind. Früher war es einfacher, da gab es Speed, Thrash, Black NWOBHM, Hardrock als Vorläufer und dann fingen die unterschiedlichsten Variationen an. Nu Metal ist aber sicherlich passend. Welche musikalischen Vorbilder haben euch inspiriert?
Calibre Infinite / Peter
Musikalische Vorbilder reichen von allen Metal-Genres über Film- und Videospiel-Soundtracks bis hin zu Klassik und Folklore. Um ein paar Namen zu nennen, sind das z. B. Queen, Korn, Linkin Park, Type O Negative, Evergrey, Enter Shikari, Johann Sebastian Bach, Bring Me The Horizon, Final Fantasy oder The Legend Of Zelda.
Time For Metal / Kay
Das ist ja „von bis“ und ein breites Spektrum. Um euch musikalisch vorzustellen, habe ich an den Anfang ein Video gestellt. Solltest du nun einen Song wählen, welchen aus eurem Katalog würdet ihr nehmen, um euch vorzustellen?
Calibre Infinite / Peter
Den Gleichen. Curtain Call. Der Song ist genretechnisch nicht einfach zu definieren, fügt sich dennoch in unsere Beschreibung „Therapy-Metal“ ein, da er sich sowohl lyrisch als auch emotional genau in dieser Welt bewegt. Der Breakdown macht auf und vor der Bühne einfach sehr viel Spaß! Das Ganze kann man dazu auch im Musikvideo sehen, das auf einem für uns sehr tollen Konzert entstanden ist.
Abseits von Curtain Call ist jeder Song für sich schon einzigartig. Ob das jetzt Nu-Metal- oder Melodic-Death-Metal-Fans hören: Sie sollten alle etwas für sich finden.
Fun Fact: Der Song Curtain Call war in seinen Anfängen erst ein progressiver, doomiger Song.
Time For Metal / Kay
Ok, das überrascht mich schon ein wenig. Wer ist für die Musik verantwortlich, wer für die Texte?
Mehrheitlich Peter, sowohl für Musik als auch für den Text. Seit kurzem bin ich auch vermehrt am Songwriting beteiligt. Es ist ein wandelbarer Prozess. Musik ist Emotion. Diese kommt von überall her. So gibt es beispielsweise eine Textpassage in einem Song, die aus einem Eins-zu-eins-Auszug eines Nachrichtenverlaufs zwischen Peter und einer guten Freundin stammt.
Time For Metal / Kay
Ok, und welche Themen werden in euren Songs verarbeitet?
Calibre Infinite / Peter
Im Endeffekt sind es Tagebucheinträge, mal mehr oder mal weniger metaphorisch. Es geht um Erfahrungen und Erlebnisse, eng verknüpft mit Neurodiversität, welche ich erst vor wenigen Jahren bescheinigt bekam. Somit sind auch andere Leben in den Songs verwoben. Es geht um Liebe, um Frust, um die Dunkelheit, die dich morgens nicht aufstehen lässt, um die Last, die dir aus der Generation vor dir mitgegeben wurde, um Missbrauch, um Narzissmus, um das innere Kind und um das eine Licht über dir, welches du dein Leben lang versuchst zu erreichen. Und es geht um Motivation, um Action und um Hilfe.
Ich erkläre gerne auf Konzerten, worum es geht. Wenn Menschen sich dann in unserer Musik wiederfinden und sich dafür bedanken, dass sie sich nicht alleine fühlen müssen, dann sind unweigerlich auch Zusammenhalt und Wertschätzung Teil unserer Themen.
Wenn ihr so zurückdenkt, welcher eurer Gigs ist euch besonders in Erinnerung geblieben?
Calibre Infinite / Peter
MTC Köln im August 2026. Der ganze Club hat gebrannt, alle haben geheadbangt, mitgetanzt, mitgesungen und gemosht. Es war total schön und das Feedback danach war uneingeschränkt herzlich.
Time For Metal / Kay
Kommen wir langsam zum Ende, zwei Fragen habe ich noch.
Welche musikalischen Ziele verfolgt ihr und wo soll die Reise hingehen?
Calibre Infinite / Peter
Calibre Infinite hat das Ziel, zu wachsen und sich dabei selbst zu tragen. Konkret in Zahlen sind das z. B. 50 Shows im Jahr, die wir live spielen wollen und können. Gleichzeitig wollen wir unsere kreativen Visionen verwirklichen, auch abseits der Musik in Videos, (Light-)Show, Merch usw.
Wir haben diverse Zwischenziele bereits erreicht, aber es ist noch ein langer Weg.
Alle unsere Bandmember und Crew sind Freunde mit einem gemeinsamen Ziel. Das, was uns momentan noch fehlt, ist eine Agentur, die ebenfalls aus tollen Menschen bestehen sollte, um die oben genannten Ziele zu erreichen.
Time For Metal / Kay
Nun noch etwas Persönliches. Was macht ihr im “normalen“ Leben? Von der Musik allein wird man sicherlich noch nicht satt.
Calibre Infinite / Timon
Das stimmt, und so haben wir alle noch, sagen wir mal, einkommenssichernde Beschäftigungen.
Peter ist Voice Actor, Produzent und Tontechniker. Er macht alles, was du hören kannst.
Chris ist Akademischer Rat an der Universität im Bereich Usable Security.
Pascal macht diverse Dinge, unter anderem einen Master in Musikwissenschaft und Geschichte.
Jens ist Mechanical Engineer.
Und ich bin Meister im Sanitär- und Heizungsbau.
Es ist irgendwie kurios, diese doch sehr unterschiedlichen Lebensläufe mal so aufgelistet zu sehen.
Time For Metal / Kay
Das glaube ich, so unterschiedliche Lebensläufe und dann in der Musik vereint.
Das letzte Wort gehört euch. Was mögt ihr uns noch mitteilen?
Calibre Infinite
Wir machen alles, was wir tun, selbst bzw. mit Freunden aus unserem engeren Umfeld. Ob es Videos, Promo, oder Songs sind, ist ganz egal. Selbst die Designs und der Druck für Merch werden so selbst handgemacht. Es ist niemals irgendetwas über das Knie gebrochen. Songs haben stellenweise eine komplexe Lore oder Eastereggs. Jede Entscheidung kommt von uns, seien es einzelne Frames in Videos oder Frequenzen in Songs. Jedes Feedback trifft uns auch dementsprechend direkt.
Jeder Kontakt mit Fans und Hörer*innen unserer Musik ist unfassbar stark. Wir sind offen für Kommunikation mit jedem und das Schönste ist es, wenn aus Hörer*innen Fans und aus Fans Freunde werden.
Vielen Dank für das Interview und die Möglichkeit, uns hier bei euch ausdrücken zu dürfen.
Time For Metal / Kay
Vielen Dank für eure Worte und die ausführlichen Antworten. Ich wünsche euch viel Glück für eure Träume und Ziele. Und wer weiß, vielleicht schaffe ich es mal zu einem eurer Konzerte.
Damit endet das Interview mit der Band Infinite Calibre.
Wer nun Interesse an der Band gefunden hat, dem empfehle ich ihre Homepage: https://calibre-infinite.com/about/
Und zum Abschluss gibt es noch einmal Musik:




