Belgischer Rock mit Dreck, Druck und Charakter
Am 09.10.2026 ist das Debütalbum Chaos Has Ist Charm der Belgier Suecide High über M&O Music erschienen und als CD und auf Vinyl verfügbar.
Die Belgier servieren zwölf Songs, die sich zwischen Heavy Rock, Garage, Punk und Alternative bewegen. Hinter dem Mikrofon steht Renaud Mayeur, der unter anderem mit Hulk, La Muerte und Triggerfinger musikalisch unterwegs war.
Direkt auf die Zwölf
Suecide High eröffnet das Album mit verzerrten Gitarren und einem stampfenden Rhythmus. Der Bandname wird zum Schlachtruf, während die Instrumente ordentlich Druck machen. Lange Anlaufzeiten? Fehlanzeige! Genau so darf eine Rockplatte für mich beginnen.
Mit Feel The Flames wird die Sache noch eine Spur heißer. Das Stück schiebt kräftig nach vorne, die Gitarren sägen sich durch den Song und der Groove besitzt genügend Zug, um unmittelbar hängen zu bleiben. Danach nimmt I’m A Miracle etwas Tempo heraus und lässt die bluesige Seite der Band durchscheinen. Der Titel bekommt durch Mayeurs überstandene schwere Erkrankung eine besondere Bedeutung. Hier geht es nicht bloß um eine griffige Rocknummer, sondern auch um das Gefühl, dem Leben eine weitere Runde abgetrotzt zu haben.
Thousand Years bringt anschließend wieder mehr Bewegung in die Angelegenheit. Der Rhythmus treibt und die Nummer besitzt genau die ungestüme Energie, die ich an dieser Art von Rock schätze.
Zwischen Riffgewalt und lässigem Groove
Der Titeltrack Chaos Has Its Charm zeigt, dass es nicht immer Vollgas sein muss. Ein markanter Basslauf, knirschende Gitarren und der lässige Gesang greifen ineinander. Das Stück entwickelt einen eigenen Rhythmus, der sich angenehm festsetzt. Hier darf der Rock auch einmal ein wenig schräg um die Ecke kommen.
Mit Darkness Falls zieht eine dunklere Stimmung ein. Die Gitarren klingen rau, der Gesang wirkt stellenweise entrückt und die Nummer bekommt dadurch eine spannende Atmosphäre. Let The People Ride On sorgt danach wieder für ordentlich Vortrieb. Der Song bringt die lässige Breitbeinigkeit des klassischen Rock ’n‘ Roll mit und gehört für mich zu den Stücken, bei denen die Spielfreude besonders deutlich wird.
Devastating Man setzt stärker auf bluesige Klänge und einen entspannten Groove. Das passt hervorragend zur ungeschliffenen Ausrichtung des Albums.
Mit Nowhere Home kehrt die Band zu schwereren Klängen zurück. Der Song wirkt geerdet und trägt eine nachdenkliche Note in sich, bevor The Hard Way das Album ruhig und melancholisch beschließt. Die zurückgenommene Akustiknummer bildet einen schönen Kontrast zum vorherigen Gitarrenlärm und lässt die Platte stimmungsvoll ausklingen.
Hier! geht es für weitere Informationen zu Suecide High – Chaos Has Its Charm in unserem Time For Metal Release-Kalender.



