Eventname: Warrior Chant Tour 2026
Bands: The Hu, Skald
Ort: Palladium, Köln
Datum: 22.10.2026
Kosten: ab 50,07 € (zzgl. Gebühren) VVK
Genre: Hunnu Rock, Folk Metal
Besucher: ca.3000 Besucher
Veranstalter: Prime Entertainment (https://prime-entertainment.de/ )
Link: https://www.thehuofficial.com/
Manche Abende tragen ihre Besonderheit schon in der Luft, bevor der erste Ton erklingt – und genau so fühlt sich dieser Abend im Kölner Palladium an. Dass die Mongolen hier spielen, ist längst keine exotische Fußnote mehr, sondern das Gastspiel einer Band, die sich in den letzten Jahren vom YouTube-Phänomen zur festen Größe im Metal-Zirkus hochgearbeitet hat.
Skáld – Nordische Beschwörung zum Auftakt

Den Anfang machen Skáld, und die Franzosen lassen von Beginn an keinen Zweifel daran, dass sie mehr sein wollen als bloße Platzhalter vor dem Headliner. Das Bühnenbild ist konsequent reduziert: wenig Licht, viel Nebel. Was bei anderen nach Sparmaßnahme aussähe, ist hier Programm – die diesige Dunkelheit legt sich wie ein Schleier über den nordisch-folkloristischen Klangkosmos und lässt die mehrstimmigen Gesänge und archaischen Klänge umso intensiver wirken.
Das Palladium ist zu diesem Zeitpunkt bereits gut gefüllt, wenn auch nicht restlos ausverkauft – und das Publikum lässt sich schnell packen. Es wird mitgeklatscht, mitgesungen, und nach jedem Stück brandet kräftiger Applaus auf. Dazu kommt ein glasklarer Sound, der die vielschichtigen Arrangements bis ins letzte Detail trägt. Ein Auftakt, wie man ihn sich für einen solchen Abend nur wünschen kann.
The Hu – Hunnu Rock erobert das Palladium

Dann wird es Zeit für den Hauptact. The Hu betreten die Bühne in einem Setting, das wie für ihre Musik geschaffen scheint: Licht und Bühnenbild unterstreichen die epische, fast rituelle Wucht ihres Sounds, ohne ihn je zu übertünchen. Vom ersten Moment an entfaltet die Mischung aus mongolischem Kehlkopfgesang, Pferdekopfgeige und schweren Gitarrenriffs ihre ganze Kraft – und man merkt schnell, dass hier nichts dem Zufall überlassen wird.
Nach dem atmosphärischen Einstieg zieht die Band das Tempo konsequent an. Stücke wie The Same, Wolf Totem und der virale Durchbruchssong Yuve Yuve Yu bringen die Halle zum Beben, während der Titeltrack Warrior Chant dem Abend seinen namensgebenden Höhepunkt beschert. Besonders eindrucksvoll sind die Mitklatsch-Passagen, bei denen das Palladium geschlossen mitgeht, und der tosende Applaus, der nach jedem Song durch die Reihen rollt. Als Zugabe setzt die Band mit Iron Maidens The Trooper noch eine Verbeugung vor den Metal-Wurzeln obendrauf – ein Coverklassiker, der die Menge endgültig von der Leine lässt.

Auch beim Headliner ist der Sound durchweg exzellent. Lediglich in ganz vereinzelten Momenten gerät die Stimme eine Spur zu leise – eine Marginalie, die den Gesamteindruck in keiner Weise trübt. Und dann ist da noch dieses kleine Detail, das hängen bleibt: Immer wieder bedankt sich der Sänger nach den Songs auf Deutsch mit einem freundlichen „Dankeschön”. Eine unscheinbare Geste, die beim Kölner Publikum sichtlich für Sympathiepunkte sorgt.
Als die letzten Töne verklingen, verlässt man das Palladium mit der Gewissheit, einem Konzert beigewohnt zu haben, das sich von der Masse abhebt. The Hu führen an diesem Abend eindrucksvoll vor, dass sich jahrhundertealte Tradition und moderne Härte nicht ausschließen – sondern zu etwas verschmelzen, das es in dieser Form kein zweites Mal gibt.






























