Die Hamburger haben nicht nur zwei gute Fußballclubs in der Stadt und können Burgernamen vergeben, sondern hauen auch immer wieder geile Kapellen heraus, wie zum Beispiel Endseeker, Devastator, Rise Of Kronos, Dawn Of Obliteration oder Morbitory. Und natürlich meine Brothers und Sisters von Sufferage, die es ja leider auch schon seit Jahren nicht mehr gibt. Drummer Ole ist jetzt bei Ophis – aber ich schweife mal wieder ab. Ich spreche hier bewusst nur den Death-Metal-Sektor an, denn in diesem fühlen sich die Jungs von Cannibal Death am wohlsten und auch zu Hause. Diese recht jungen Zeitgenossen sind noch gar nicht so lange dabei, wissen aber, wie man Werbung macht. Wenn man hier im norddeutschen Raum unterwegs ist, findet man überall ihre Aufkleber. Auf jeden Fall konnten sie Martin von Neckbreaker Records überzeugen und dieser brachte nun ihre EP Cannibal Dead heraus. Verdammt viel Cannibal, aber ich bin mir sicher, ich werde herausfinden, warum!
Nach einem kurzen und prägnanten Intro wird einem bei dem nachfolgenden Stück namens Cannibal Dead schnell klar, warum die Band sich ihren Namen gegeben hat und welche Band sie am meisten beim Songwriting beeinflusst hat. Der Gesang ist ganz klar an Helene Fischer angelehnt, hehe oder Chris Barnes. Ich bin mir da nicht ganz sicher. Okay, letzteres. Auch Corpsegrinder und den Deibel Glenn Benton sollte man erwähnen. Und klaro, ich löse das Rätsel auf und halte die Spannung nicht aufrecht. Es geht natürlich um Cannibal Corpse und wer mein Schaffen hier oder bei Radio Mähdrescher verfolgt hat, wird wissen, dass mich gerade die ersten Alben der Amerikaner persönlich sehr inspiriert haben. Der Song geht sehr gut ins Ohr und ist eben nicht nur eine Kopie, sondern stark beeinflusst. Dieses ist nun einmal ein feiner, aber wichtiger Unterschied. Diese kurzen, knackigen Riffs und das schnelle Drumming dazu erinnern mich sehr stark an die Anfangstage der Amerikaner. Und so geht das Riffing weiter und weiter und geht markant ins Ohr. Der Song macht, sofern man auf brutalen Death steht, eben einfach nur Laune. Cannibal Dead kann man am Ende mitbrüllen und das betonte Beckenspiel mit dem Basssolo erinnert schon an Hammer Smashed Face, aber das im positiven Sinne. Kurz, knackig und brutal. Leckeres Stück.
Am Ende von Ancient Apocalypse bekommt man dann einen Anschnauzer entgegengeschallert. Warum auch immer. Vorher ziehen sie natürlich ihr Death-Metal-Ding durch. Mit einer fetzigen und schnellen Uftata, gutem Riffing und old schooligem Geballer startet man das Rennen und bleibt, trotz Geschwindigkeitswechsel, schön brutal und holt dann ein altgebackenes Solo raus und knüppelt dann wieder drauflos. Ja, kann auch überzeugen. Man nimmt das Tempo raus und schleppt ein wenig herum und liefert ein dominantes Lead hinzu, um dann wieder die alte Schiene zu bedienen.
Mit cleanen und düsteren Gitarrenklängen überzeugt man bei Echoes From The Grave. Windige Geräusche ergänzen dieses Instrumentalstück.
Da man sich ja nun genügend ausgeruht hat, kommt Bloodwork gleich zu Beginn absolut brutal aus den Boxen gepfeffert. Am Ende ein schon beinahe melodisches Solo, welches absolut als Kontrastprogramm passt und total lecker schmeckt. Hier geht man auch wieder verschiedene Tempi an, klingt aber im Ganzen ein wenig vertrackt bzw. zerrissen. Geht nicht so gut ins Ohr.
Insurmountable Obstacles kommt am Anfang schön langsam und aggressiv um die Ecke. Die Doublebass drückt herrlich langsam. Man bleibt schleppend und wechselt dann in einen Midtempopart mit Uftata und holt dann die Keule heraus. Das freut den alten Sack wieder. Die Stimme variiert auch ein wenig und es scheppert und ballert an allen Ecken. Hier gibt es auf die Zwölf und genauso wollen wir es. Ein langgezogenes Lead und wieder ab in die Ballerfraktion. So geht es dann hin und her und auch dieser Song macht dann Spaß ohne Ende.
Am Ende gibt es noch einen Rausschmeißer namens U.I.C.E.S.H., der allerdings nur neunzehn Sekunden geht und kein Grindcore ist. Was sie sich dabei gedacht haben, bleibt offen!
Hier geht es für weitere Informationen zu Cannibal Death – Cannibal Dead in unserem Time For Metal Release-Kalender.



