Edenbridge – Set The Dark On Fire

16.01.2026 – Symphonic Metal, Power Metal, Progressive Metal – Steamhammer - 53:26 Minuten

Symphonic Metal, allen voran Female Fronted Symphonic Metal, hat eigentlich immer den Touch von Bombast und Überproduktion mit Nightwish-Vibes. Das gilt grundsätzlich auch für die aus Linz stammende Band Edenbridge, die es ähnlich lange wie Nightwish gibt. Nuancen sorgten in der Vergangenheit immer für unterschiedliche Merkmale zwischen den Platzhirschen und Edenbridge. Während Nightwish immer mehr auf Melodie und Bombast setzen, streuten Edenbridge auch progressive Elemente in ihren Sound. Im Januar 2026 ist es Zeit für Set The Dark On Fire, dem 12. Studioalbum und Nachfolger des 2022er-Releases Shangri-La. Können Edenbridge 2026 bereits früh im Jahr Akzente setzen?

Set The Dark On Fire und der Weg zurück zu Steamhammer

Nach Covid hat es eine Konzentration bei den Labels gegeben. AFM Records war nur ein sehr kurzfristiger Partner von Edenbridge. Die Übernahme des Labels durch Nuclear Blast sorgt für die Rückkehr der Band zu ihrem Stammlabel Steamhammer, über das bereits The Bonding 2013 veröffentlicht wurde. Der erste Blick auf die Tracklist deutet ebenfalls auf Konstanz. Titel mit Laufzeiten zwischen mehr als sieben und vier Minuten und zum Ende fast schon traditionell ein mehrteiliger Langläufer. Die Konstanten bei Edenbridge sind Songwriter Lanvall und Sängerin Sabine Edelsbacher. Die Gründungsmitglieder sind seit mehr als 25 Jahren die treibenden Kräfte für den Sound und die Songs.

Der Auftakt nennt sich The Ghosthip Diarues, der auf übermäßigen Bombast verzichtet, aber auch auf größere Hitqualitäten. Edenbridge sind für symphonischen Metal überraschend zügig unterwegs, verschwinden aber auch genauso zügig aus den Gehörgängen.

Wie klangen Nightwish noch zur Jahrtausendwende? Ja, genauso wie Cosmic Embrace, nur mit einer anderen Sängerin und mehr Keyboardklängen. Die Melodieführung könnte auch aus einer alten Nightwish-Session stammen. Wer es richtig eingängig und rund mag, wird bei Where The Wild Things Are bedient. Vor allem der Refrain hat Ohrwurmqualität und der Spannungsbogen kommt gelungen aus den Boxen. Selbst das Intermezzo mit der Flamenco-Gitarre passt.

90 Sekunden Interlude leiten zu mehr als sieben Minuten Our Place Among The Stars über. Edenbridge schaffen es, in der kleinen Nische des progressiven, symphonischen Metals Akzente zu setzen. Insgesamt kommt die Nummer düster rüber, wofür vor allem die Saitenarbeit verantwortlich zeichnet. Den oft zu findenden Happy Metal mit Symphonie umschiffen Edenbridge mit Our Place Among The Stars mehr als deutlich, und schwimmen irgendwo zwischen Dark Metal und Symphonic Metal, ohne die Eingängigkeit des Power Metal einzubüßen.

Dark Metal, Progressive Metal, Symphonic Metal, Modern Metal, Power Metal – geht noch mehr bei Edenbridge?

Hatten wir schon einen Modern-Metal-Ansatz? Der Bass zum Einstieg zu Set The Dark On Fire liefert Töne, die auch bei Ad Infinitum oder April Art zu hören sind. Die Vocals treiben die Nummer zum bekannten Sound, der aber auch durch den Chorgesang beim Refrain im Fahrwasser der Moderne schwimmt.

Filmmusik? Die Ballade Bonded By The Light erinnert in Teilen an Musik, die bei James-Bond-Filmen läuft. Über ein weiteres Interlude geht es zu Lighthouse, der mit einem leichten, orientalischen Touch, dem pumpenden Bass und der aufbauenden Melodie eine Art Verbindung zu den bisherigen Nummern liefert. Aber da kommt ja noch was: das vierteilige Spark Of The Everflame. Ähnlich wie bei Lighthouse bedienen sich Edenbridge bei den bisherigen Ansätzen, gestalten die mehr als 13 Minuten durchaus interessant, aber nicht unbedingt mitreißend. Edenbridge sind 2026 dunkel und fordernd und von einem Easy Listening, zumindest beim finalen Langläufer, deutlich entfernt.

Hier geht es für weitere Informationen zu EdenbridgeSet The Dark On Fire in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Edenbridge – Set The Dark On Fire
Fazit zu Set The Dark On Fire
In einem Segment, das in der Regel auf Eingängigkeit und Massenkompatibilität setzt, heben sich Edenbridge auch anno 2026 klar ab. Noch vielseitiger als auf Vorgängeralben präsentieren sich Lanvall und Co. Progressivität ja, aber nur dann, wenn es dem Stück dient. Ein Abdriften in einen unendlichen Instrumentalzyklus umschiffen die Österreicher ebenfalls. Trotzdem wird die Platte kein Hitparadenrenner. Set The Dark On Fire ist viel zu nischig, um zwischen Nightwish, Epica und Within Temptation zu punkten.

Die Truppe adressiert ihr 12. Album an Musikfans, die abwechslungsreiche, symphonische Musik bevorzugen. Insgesamt ist die Platte düsterer als einige andere Scheiben aus dem Hause Edenbridge, wo vermutlich das aktuelle Weltgeschehen an den Protagonisten nicht spurlos vorbeigegangen ist.

Anspieltipps: Spark Of The Everflame, Our Place Among The Stars und Where The Wild Things Are
Jürgen F.
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