Artist: Dante

Herkunft: Augsburg + München, Deutschland

Genre: Progressive Metal, Progressive Rock

Label: GAOM Gentle Art Of Music (Soulfood)

Link: https://www.facebook.com/danteprog und http://www.danteband.de/

Bandmitglieder:

Gesang – Alexander Göhs
Gitarre – Julian Kellner
Keyboard und Piano – Markus Maichel
Schlagzeug und Gesang – Christian Eichlinger

 

Anlässlich der 1. GAOM Labelnight am 05.06.2016 im Zentrum Altenberg in Oberhausen war die Band Dante zum zweiten Mal in diesem Jahr nach NRW gekommen. Bei der Space Prog Rock Night in Essen hatte sich die Gelegenheit noch nicht ergeben, aber diese zweite Chance habe ich genutzt und die vier Jungs zum Interview gebeten. Das hat dann auch vor dem Start der Labelnight in sehr entspannter und angenehmer Atmosphäre bei strahlendem Sonnenschein stattgefunden. Noch einmal ein herzliches Dankeschön für die zeitliche Flexibilität und dafür, dass wirklich alle Bandmitglieder teilgenommen haben.

 

 

Time For Metal / Heike L.:
Ihr habt in schöner Regelmäßigkeit so ziemlich alle drei Jahre ein Album veröffentlicht, When We Were Beautiful war das vierte und ist im März erschienen. Abgesehen von dem ersten Album, das Ihr in Eigenregie veröffentlicht habt, sind die drei folgenden Alben bei drei unterschiedlichen Labels erschienen. Wie kam es denn zu diesen Wechseln?

Dante / Markus Maichel:
Die Kurzfassung ist relativ einfach: Das erste Label, ProgRock Records, hat vor ein paar Jahren Insolvenz angemeldet und existiert jetzt nicht mehr. Mit Massacre lief es sehr gut, die haben ordentliche Arbeit geleistet. Wie üblich hatten wir den Vertrag über ein Album ohne Option (auf ein Nachfolgealbum) abgeschlossen. Massacre Records hat das Album zwar ordentlich released, aber danach ist dann nichts mehr passiert, keine Werbung usw. Darum haben wir dann ein neues Label gesucht, und so kamen dann Kalle Wallner und Yogi Lang (die Labelchefs von GAOM) ins Spiel. Wir haben uns dann für GAOM entschieden. Der Unterschied ist für uns auch deutlich wahrnehmbar, und so war es, Stand heute, die absolut richtige Entscheidung.

Dante / Christian Eichlinger:
Was bei GAOM auch auffällig ist, ist, dass wir plötzlich auch in Print-Magazinen und sogar auf drei Samplern vertreten sind. Das kannten wir vorher nicht, aber daran sieht man, dass es nicht das größte Label sein muss. Man denkt ja immer, wenn ein Label so klein ist, könnte es diese ganzen Arbeiten gar nicht leisten. GAOM sind halt sehr künstlerbezogen und wollen die Künstler dann supporten.

Time for Metal / Heike L.:
Ich habe sowieso das Gefühl, dass Ihr darauf ziemlich großen Wert legt, so auf persönliche Kontakte und Eure Darstellung im öffentlichen Leben. Auch wenn ich Eure facebook-Seite, Eure Homepage und die Blogs so lese, da kann man sich ja stundenlang drin vertiefen.

Dante / Alexander Göhs:
Das ist auch Sinn der Sache (lacht). Und ohne Netzwerke geht heute ja nichts mehr oder ging wahrscheinlich noch nie.

Time For Metal / Heike L.:
When We Were Beautiful
war das erste Album, bei dem schon die Vorarbeiten ganz ohne Markus Berger abgelaufen sind, nachdem er schon das Vorgängeralbum November Red nicht mit bis zur Veröffentlichung begleiten konnte (weil er leider im Januar 2013 gestorben ist – R.I.P.).  Zum einen hatte er ja gemeinsam mit Markus Maichel einen großen Anteil am Songwriting, und ich könnte mir vorstellen, dass Ihr dann öfters mal wieder dieses intensive Gefühl der Leere hattet, wenn man dann realisiert, dass ein lieber Mensch wirklich nicht mehr wiederkommen wird. Wie lief das Songwriting für When We Were Beautiful denn ab?

Dante / Markus Maichel:
Das Ganze hat ja zwei Aspekte. Zunächst mal ist es natürlich so, dass die ganze Sache natürlich sehr, sehr schlimm ist. Für die Familie, für die Freunde und gerade für uns. Alex und ich kennen den Markus mehr oder weniger, seit wir im Sandkasten gespielt haben. Das macht die Situation tatsächlich nicht einfacher, hat aber für das Songwriting schon eine Rolle gespielt hat, nämlich die, dass wir mit seiner Diagnose eigentlich einen relativ langen Zeitraum hatten, uns, soweit das bei so einer Sache möglich ist, darauf vorzubereiten. Bürokratisch gesagt lief das Alltagsgeschäft der Band weiter und hat sich da auch ein Stück weit entkoppelt, und das war auch nicht nur unser Wunsch, sondern es war auch Markus‚ expliziter Wunsch, dass wir da weiter machen.

Das führt mich dann zum zweiten Punkt als ich dann kurz, also ein bis zwei Monate, nach seinem Tod angefangen habe, mal zu probieren, einen Dante-Song ohne ihn zu schreiben. Ich habe ja im Prinzip, als Markus noch gelebt hat, die Grundgerüste geliefert aber mit ihm zusammen ausgearbeitet. Dieser step ohne ihn war jetzt neu, da habe ich einfach ein bisschen probiert und das war am Anfang sehr komisch, dann habe ich mich aber relativ schnell daran gewöhnt, das so zu machen. Es funktionierte, und zwar in dem Sinne, dass ich nicht ständig überlege „wie hätte der Markus das gemacht?“, sondern ich hatte dann einfach das Gefühl, wenn ich das so mache, wie ich denke, dass das richtig ist, dann ist es auch im Sinne von Markus. Was für mich deutlich schwieriger war, war diese persönliche Komponente, weil, abgesehen davon, dass wir uns musikalisch sehr gut verstanden haben, wir einfach einen Heidenspaß zusammen hatten. Und diese Situation, dass man einfach nicht zu zweit im Studio sitzt und sich alle paar Stunden einfach wirklich totlacht, weil wieder irgendein Scheiß passiert oder so was, und jetzt sitze ich halt da, mache mein Zeug und denke mir an irgendeiner Stelle, „Mensch, der Markus hätte jetzt wieder einen Lachanfall bekommen“, das war für mich eher die schwierige Situation. Aber als dann auf der anderen Seite vom Alex und vom Chris die Bestätigung kam, dass die beiden das genau so empfinden, dass es ok ist, es so zu machen, und dass sie dann auch ihre Ideen eingebracht haben, auch deutlich früher, als es bisher der Fall war, hat das vom Songwriting her ganz gut funktioniert. Ganz besonders präsent war es natürlich, als wir die Entscheidung getroffen hatten, einen Track zu schreiben, der sich mit Markus befasst, das war dann noch mal eine harte Nummer, aber da war Gott sei Dank dann auch schon noch mal im Prinzip ein Jahr vergangen und es stand mehr oder weniger das komplette Album. Das hat es dann schon etwas erleichtert.

Dante / Alexander Göhs:
Die Gefahr, die vielleicht bestanden hätte und die Frage, die wir auch im Kopf hatten, nämlich „klingen wir im Songwriting ohne Markus noch so wie Dante„, hatte sich sehr schnell beantwortet, denn es klang noch nach Dante. Dass Einflüsse verschwinden werden, die von Markus (Berger) kamen, ich nenne da mal die Pink Floyd-Einflüsse, die sind zurückgegangen, andere sind dazugekommen. Das hat dann relativ früh funktioniert, die emotionale Seite war eine andere. Das hat sich dann kurz vor Veröffentlichung bei mir noch einmal wiederholt, so ein bisschen dieses Gefühl, das Album ist jetzt fertig und kommt raus, und es ist das erste Album ohne ihn.

Time For Metal / Heike L.:
Zum anderen habt Ihr die Position am Bass noch nicht wieder neu besetzt, und wenn ich das richtig verstanden habe, wird diese Position auch nicht wieder mit einem festen Bandmitglied besetzt werden (?).

Dante / Alexander Göhs:
Die Frage hören wir öfters (lacht). Also wir wehren uns dagegen nicht. Wir haben eine Zeit auch gesucht, es waren viele gute Leute da, es waren auch weniger gute Leute da, wie das bei rehearsals so ist. Momentan suchen wir nicht aktiv, das kann sich aber in zwei Monaten auch wieder ändern. Aber wenn jemand zu uns stößt, das muss dann wirklich sehr gut passen, weil man schon so ein bisschen im Kopf hat, dass derjenige dann auch einen bestimmten Platz einnimmt. Das wird sicherlich auch mit zeitlichem Abstand einfacher.

Dante / Markus Maichel:
Die Band ist auch nicht kommerziell genug, dass man auch mal alle vier gerade sein lassen kann, sondern Dante ist ja vielmehr unser persönliches Anliegen. Dann muss es umso mehr passen, aber wir haben jetzt nicht das Gefühl, wirklich einen Mangel zu verwalten, und ich bin auch überzeugt davon, irgendwann wird jemand kommen, bei dem es passt.

Time For Metal / Heike L.:
So habt Ihr also auf dem letzten Album unter anderem mehrere Gastmusiker, die den Bass eingespielt haben. Wie kommt man denn aus der doch recht stattlichen Anzahl an guten Bassisten auf diese ganz bestimmten Personen?

Dante / Markus Maichel:
Das war eine Mischung aus verschiedenen Aspekten. Zunächst mal war der Punkt, dass wir gesehen haben, ok wir müssen das Album aufnehmen, wir brauchen einen Bassisten. Was live ist, können wir später sehen. Dann hatten wir  überlegt, wer uns von den Kollegen, die wir schon kennen, einfällt. Da kam sofort Bernd Schönegge, den wir mit Thoughts Factory kennengelernt hatten,  in den Sinn. Ähnlich lief es auch mit Sebastian Kister, auch wenn wir mit Symbolic, eine sehr krasse aber auch sehr gute Band, nie zusammen gespielt haben. Es war halt ein persönlicher Kontakt da. Dadurch waren dann schon relativ früh vier Songs abgedeckt. Im Rahmen unserer Überlegungen hinsichtlich Gastsängern hatten wir dann den Kontakt zu Martin Schnella, den wir einfach gefragt haben, ob er noch Bassisten kennt. Martin kannte Dave Meros, den wir von uns aus nie gefragt hätten. Zu dem Zeitpunkt war noch der Track Finally offen, und dann kam dieses Ding, das wird der Tribute-Track und Dave Meros war neben Chris Squire der Lieblingsbassist von Markus. So haben wir Dave angeschrieben, haben uns dabei auf Martin Schnella bezogen, haben den Hintergrund erzählt und ihn gefragt, ob er bereit wäre, den Track einzuspielen. Er hat sofort geantwortet, war total nett und hat geschrieben, dass er das toll findet und gern dabei ist. Das war natürlich dann auf der Bass-Seite das Sahnehäubchen, weil er ein unfassbar guter Bassist ist und dann auch noch diese persönliche Komponente, ausgerechnet ihn bei dem Tribute-Track zu haben, das hat uns sehr viel bedeutet.

Time For Metal / Heike L.:
Dann habt Ihr auch noch nicht minder bedeutende Gitarristen und Sänger für kleinere und größere Gastauftritte gewinnen können.

Dante / Markus Maichel:
Mit den Gastsängern war es so, dass wir halt ein paar Konzerte mit Copia gespielt hatten, was eine hervorragende Band mit einem sehr guten Sänger ist. Das war lustigerweise genau zu der Zeit, als ich Until The Last Light Breaks In geschrieben habe, wo ich immer irgendwo so im Kopf hatte, dass die Stimme von Andrew Bishop genau passen könnte. Dann haben wir ihn gefragt und er hat zugestimmt.  Dann haben wir für den Chor bei Finally die ganzen Leute entsprechend gefragt, und bei den Sängern haben tatsächlich alle sofort ja gesagt.

Time For Metal / Heike L.:
Ich persönlich finde es immer nur schade, wenn man diejenigen dann live eher selten bis gar nicht zu sehen bekommt, heute halt auch nicht…

Dante / Markus Maichel:
Wir hatten das für heute schon überlegt, aber es war halt zeitlich nicht möglich, das so vorzubereiten, dass es auch Sinn macht. Das Problem ist auch, das z. B. Bernd zwei Songs gespielt hat, und wir dann heute genau diese zwei Songs hätten spielen müssen. Das war alles organisatorisch nicht vorzubereiten. Grundsätzlich bleibt diese Idee aber natürlich im Raum.

Time For Metal / Heike L.:
Ihr seid ja überwiegend in Deutschland unterwegs, und dort auch eher im Süden. Wie kam es denn zu der Show in Katowice, die ja nur zwei Tage vor der in Essen war?

Dante / Alexander Göhs:
Das kam über das Label. Kalle kannte jemanden und Pendragon brauchte jemanden, und dann wurden wir gefragt und wir haben ja gesagt.

Dante / Markus Maichel:
Das war wirklich so einfach. RPWL (Anmerkung TFM: die Band, die Kalle mitbegründet hat und in der er Gitarre spielt) hatte mit der polnischen Produktionsfirma schon zwei CDs aufgenommen, d. h. die kannten sich, und dann stand diese Produktion an, und wir wurden gefragt, ob wir hier auch auftreten wollen.

Time For Metal / Heike L.:
Die Show in Katowice war Teil der When We Were Beautiful-Tour. Hier wurde auch ein Live-Mitschnitt gedreht, das Video soll wohl im kommenden Jahr veröffentlicht werden. Warum denn der Dreh in Katowice? Weil halt diese Produktionsfirma da sowieso schon aufgenommen hat?

Dante / Markus Maichel:
Genau. Der komplette Hintergrund ist der, dass Pendragon das zwanzigjährige Jubiläum des Albums The Masquerade Overture gefeiert und dafür ein DVD-Recording angesetzt hat. Da war also sowieso schon ein großes Filmteam vor Ort, und durch Kalle kamen wir dann da auch mit rein.

Time For Metal / Heike L.:
Und dann hattet Ihr ja noch nicht mal den Tag vor Essen spielfrei, sondern seid in Ludwigsburg aufgetreten. War das nicht allein von der Fahrerei ziemlich stressig? Ihr transportiert ja auch Euer Equipment selbst, d. h. müsst auf- und abbauen, aus- und einräumen… Wie habt Ihr das denn hinbekommen?

Dante / Alexander Göhs:
Keine Ahnung. Kaffee und wenig Alkohol, dann geht es einigermaßen (lacht).

Dante / Christian Eichlinger:
Das war wirklich schon ziemlich krass. Wir wollten das alles eigentlich auch anders organisieren. Wir dachten, wir spielen in Katowice bis 21 Uhr, dann könnten wir ja schon mal unser Zeug einladen, sind gegen 23:00/23:30 Uhr im Hotel, schlafen ein paar Stunden, und dann fahren wir nach Ludwigsburg. Leider hat sich das alles nach hinten verschoben, und wir konnten nicht wie geplant abbauen. Da haben wir dann überlegt, dass wir jetzt auch nicht mehr ins Hotel fahren brauchen, haben geduscht und sind losgefahren. Ca. 1,5 Stunden vor dem Soundcheck waren wir dann in Ludwigsburg, da sind wir dann noch ins Hotel gefahren und haben eine Stunde geschlafen.

Time For Metal / Heike L.:
Und dann seid Ihr in diesem Jahr endlich auch einmal im Ruhrgebiet/Rheinland unterwegs. Ihr wart jetzt gerade (am 20.05.) zum ersten Mal im Turock in Essen und habt die Space Prog Rock Night eröffnet. Die drei Bands dieser Veranstaltung haben ja ziemlich unterschiedliche Ausrichtungen gehabt, wie seid Ihr denn in dieses Line-Up gerutscht?

Dante / Markus Maichel:
Das hatte schlicht und ergreifend den Hintergrund, dass ich ja seit letztem Herbst bei Subsignal Keyboard spiele und Subsignal diesen Gig in Essen am Freitag eben schon hatte. So haben wir auch den Gig am Donnerstag in Ludwigsburg bekommen, wir wollten nämlich eigentlich von Katowice direkt nach Essen fahren. Dann hat der Mike Möller, der Manager von Subsignal, der auch Dante ganz gut findet, gemeint, „na ja, wenn der Keyboarder eh‘ schon da ist, dann nehmen wir Dante auch noch mit“ (lacht). Und damit bei der Space Prog Rock Night auch der Prog-Faktor etwas stärker vertreten ist, sind wir dann auch in das Line-Up in Essen gerutscht.

Time For Metal / Heike L.:
Es war ja leider ein sehr kurzer Auftritt. Wer hat denn die drei Songs für die Setliste ausgesucht? Das dürfte nicht einfach gewesen sein…

Dante / Julian Kellner:
Wir müssen einfach nur rechnen. Den Opener Rearrangement Of The Gods  wollen wir eigentlich immer spielen, denn es ist einfach ein guter Song. Dann haben wir den Titeltrack vom neuen Album, Beautiful Again. Und dann haben wir halt ein Zeitfenster von ca. 12 Minuten. Da kamen wir auf November Red (In Praise Of Dreams), denn wir denken, dass das ein guter Song für den Abschluss ist.

Dante / Markus Maichel:
Da gab es wirklich keine langen Diskussionen, denn zunächst mal diktiert es wirklich die Songlänge. Dann überlegt man sich halt, ok, wir wollen mit dem einen anfangen, und dann waren wir ja noch nicht in Essen, das heißt, es sind Leute da, die einen absehbar das erste Mal sehen, und das spricht dann eher gegen Songs vom neuen Album, die ja komplexer sind, aber auch gegen ältere Songs. So hätten wir halt entweder von Saturnine einen Song spielen können, der nicht Vanessa heißt, oder eben November Red, denn das sind erfahrungsgemäß die Songs, die den Leuten gut gefallen, und die auch viel von dem repräsentieren, was wir machen. Nachdem es in Essen für Vanessa nicht gereicht hat, haben wir halt November Red gespielt. Es war also relativ pragmatisch.

Time For Metal / Heike L.:
Und wie würdet Ihr Euren Auftritt beschreiben? Lief es gut? Gab es danach irgendwelche Reaktionen von Zuschauern, Gespräche am Merchandise-Stand, eventuell neue Fans?

Dante / Alexander Göhs:
Uns hat es auf jeden Fall Spaß gemacht. Danach gab es am Merchandise-Stand auch viele positive Reaktionen. Wir haben natürlich einen gewissen Härtegrad, den nicht jeder mag.

Time For Metal / Heike L.:
Die GAOM Label Night findet, für mich erstaunlicherweise, in Oberhausen statt. Das Label sitzt bei München, drei der fünf Bands kommen ebenfalls aus der Gegend um München herum. Wisst Ihr, wie man auf das Zentrum Altenberg in Oberhausen kam?

Dante / Markus Maichel:
Kalle
hat uns das gerade eben erzählt. RPWL hat eine ausgeprägte Fanbase hier in der Gegend. Der Clubbesitzer ist ein Riesen-Fan von RPWL und mag auch diverse Bands des Labels, und der hat dem Kalle vorgeschlagen, diese Veranstaltung hier zu machen. Laut Kalle will man das von der Planung her idealerweise jedes Jahr ein Mal machen und dann natürlich auch nicht nur immer hier im Westen, sondern auch in anderen Gegenden Deutschlands.

Wir werden zwar im kommenden Jahr wohl eher nicht schon wieder ein neues Album veröffentlicht haben, das wir dann präsentieren können, aber vielleicht zählt ja auch unsere Live-DVD. Der grobe Schlachtplan ist der, dass wir ungefähr ein Jahr nach der Veröffentlichung vom Album nachlegen mit der DVD und dann nach einem weiteren Jahr, also zwei Jahre nach dem letzten Album das neue Album veröffentlichen. Du hattest ja in der ersten Frage vom Drei-Jahres-Rhythmus unserer Veröffentlichungen gesprochen, aber tatsächlich waren es immer zwei Jahre. Es hat sich bei den letzten zwei Alben immer so überlappt, dass es dann immer das nächste Jahr war. Wir hatten in 2008 das Debütalbum The Inner Circle, in 2010 Saturnine, waren dann 2012 mit November Red schon fertig, aber Massacre hatte sich entschieden, das doch in den Januar 2013  zu legen, und jetzt halt 2016 das Album When We Were Beautiful. Mit der Veröffentlichung im März sind wir tatsächlich schon deutlich im Drei-Jahres-Rhythmus, aber wie gesagt, da war der Grund halt die Sache mit Markus und auch mit dem alten Gitarristen. Und man muss ja auch bedenken, dass es mit den Gastmusikern ein erhöhter logistischer Aufwand war. Man muss koordinieren, dass man die Songspuren kriegt, es dauert teilweise doch länger, dann muss man hinterher rennen… Das zieht sich halt auch alles. Also ist im Moment der Schlachtplan, Anfang 2017 die DVD zu veröffentlichen und Anfang 2018 dann wieder ein Album. Mal gucken, ob wir es einhalten können.

Time For Metal / Heike L.:
Bislang seid Ihr, korrigiert mich, wenn ich falsch liege, eher bei „kleineren“ Shows bis max. 500 Zuschauern aufgetreten. Mir persönlich ist diese Größenordnung die liebste, aber gibt es denn eine ganz bestimmte Location oder ein ganz bestimmtes Festival, wo Ihr gern mal spielen würdet, z. B. das ProgPower USA?

Dante / Christian Eichlinger:
Wacken
würde ich schon gern mal spielen, einfach, um es in der Liste der Locations drin zu haben. Außerdem kann man dadurch auch einen gewissen Aufmerksamkeitsgrad generieren, denn man kann Leuten, die einen normalerweise eher nicht sehen würden, weil Prog ja einfach auch in einer bestimmten Schublade gesehen wird, zeigen, dass man gar nicht so in diese Schublade festgelegt ist.

Dante / Markus Maichel:
Natürlich wäre Wacken wünschenswert. Aber auch Sachen, wie ProgPower oder Night Of The Prog oder solche eher genregebundenen Sachen sind natürlich naheliegender und auch einfacher zu erreichen. Aber wir haben halt auch nicht mal einfach so die Möglichkeit, nach Norddeutschland oder in andere Gegenden zu fahren und dort eine Show zu spielen. Das ist alles eine Frage der Logistik, der Finanzen und der personellen Möglichkeiten. Wir spielen ja dieses Jahr auch noch in Hannover, aber alles, was so über 300 km hinausgeht, da muss man dann schon genau rechnen und überlegen, wie man das organisieren kann, dass man nicht mit einem größeren Minus zurückkommt oder seinen kompletten Urlaub verbraucht. Das sind halt die Realitäten, und da muss man gucken, dass man das Beste draus macht.

Dante / Alexander Göhs:
Im Prinzip ist es halt eine stetige Aufbauarbeit. Wir merken aber auch, dass jetzt mit dem vierten Album die Tourvorstellungen, die wir haben, sehr viel einfacher umsetzbar sind, dass es überhaupt möglich ist, auch wenn man selbst natürlich noch investiert. Das hat mit November Red begonnen, dass wir z. B. nach Tschechien rüber konnten, und es gehen immer mehr Türen auf, man wird plötzlich gefragt, wo vor fünf Jahren noch keine Frage gekommen wäre.

Dante / Christian Eichlinger:
Dante
ist auch definitiv kein Studioprojekt, und ich kann da wohl für alle sprechen, wenn ich sage, dass wir gern raus gehen. Wir finden es toll, das mit Menschen, die zu unseren Shows kommen, zu teilen und einen tollen Abend zu haben. Es gibt ja auch andere Bands, die sagen, sie machen lieber zehn Alben, auf alles andere haben sie keinen Bock, das ist denen zu aufwendig. Das ist ja auch legitim, aber wir haben da sehr großen Bock drauf, auf Tour zu gehen und bei den Shows Spaß zu haben.

Time For Metal / Heike L.:
Aber bei Eurem Auftritt im Turock hatte ich zum Beispiel auch den Eindruck, dass es für Euch ziemlich schwierig war, den Kontakt zum Publikum herzustellen. Christian hat hinter seinem Schlagzeug die Wahnsinns-Show abgezogen, aber Alex hatte viel Leerlauf, Markus steht hinter dem Keyboard, Julian stand auch ziemlich ruhig an der Gitarre. Da ist, um es mal ganz platt zu sagen, nicht so viel zu gucken. Was macht man als Sänger während der Instrumentalpassagen beim Konzert? Genau das hatte Christian ja in einem Interview kritisiert, dass es bei manchen Bands so scheint, als ob sie auf der Bühne nur für sich spielen. Und so schien es mir bei Eurer Show in Essen auch, außer, als Markus mit dem Keyboard nach vorn an den Bühnenrand kam.

Dante / Markus Maichel:
Natürlich ist es schon so, dass einfach genrebedingt und durch den Schwierigkeitsgrad, den das Spielen mit sich bringt, wir nicht die komplette Metalshow machen können. Wir versuchen schon, in dem Rahmen und an den Stellen, wo es möglich ist, weil es technisch einfacher ist oder so, die Leute mitzureißen, was uns auch in der Regel ganz gut gelingt. Wenn man nur eine halbe Stunde Spielzeit hat und die erste Band des Abends ist, ist es natürlich schwieriger, aber nach unserer Erfahrung gelingt uns das relativ gut. Vom Schwierigkeitsgrad der Musik haben wir natürlich gewisse Einschränkungen.

Time for Metal / Heike L.:
Na ja, da könnte man natürlich als krasses Gegenbeispiel Dream Theater nehmen, die trotz des Schwierigkeitsgrades wissen, wie sie die Leute erreichen können. Ich habe sie im Amphitheater in Gelsenkirchen gesehen, das war schon eine sehr geile Show.

Dante / Alexander Göhs:
Die Erwartungshaltung spielt da aber auch eine große Rolle. Bei Dream Theater funktioniert das deswegen, weil jeder sie kennt und sehen will. Ich habe Dream Theater auch schon gesehen, wo sie von der Aktivität auf der Bühne relativ wenig tun, und trotzdem ist die Wirkung da. Show stimmt, Licht stimmt, Erwartungshaltung stimmt, und ich kenne jeden Song. Ich gehe auf das Konzert, will den Song hören und ich finde das einfach geil. Wir sind noch in der Position, wir gehen auf die Bühne, und die Leute kennen uns erst mal gar nicht. Die müssen mit der Musik klarkommen, die müssen mit dem Mix klarkommen, die müssen die durchaus komplizierten Songstrukturen erst mal verstehen. Und wenn man dann nur 30 oder 40 Minuten Zeit hat, sind die Leute erst mal erschlagen. Die Reaktionen nach dem Konzert, die wir auch gerade auf der jetzigen Tour hatten, waren extrem positiv, auch von denen, die gesagt haben „hey, das ist eigentlich gar nicht meine Sache, aber das ist echt gut, was ihr da macht“. Wir spielen das, was wir wollen und was wir an der Musik lieben, und wir wissen auch, dass das eine gewisse Nische ist. Und unser Ziel ist, die Leute anzusprechen, deren Musik das ist, und die muss man erst mal finden, und die muss man sich dann erspielen.

Time For Metal / Heike L.:
Ich lese seit Neustem in verschiedenen Prog-Foren immer wieder den Begriff „Mainstream Progger“, was für mich fast wie ein Schimpfwort klingt. Im Gegensatz dazu steht dann sicher der „Prog Elitist“ …?

Dante / Markus Maichel:
Wir sind natürlich irgendwie Teil der Szene, das ist völlig klar, und es ist sicherlich schon so, dass es dieses Elite-Ding einfach auch bei vielen Leuten gibt. Wir als Band sehen es tatsächlich überhaupt nicht so. Insofern ist es vielleicht eher so, dass wir die Musik machen, die natürlich in großen Teilen in den Bereich fällt, der eben dieses Publikum anspricht, allerdings haben wir nicht den Anspruch, die Songs so zu schreiben, dass es denen irgendwie gerecht wird. Uns ist es erst einmal unglaublich wichtig, gute Melodien zu schreiben, gute Refrains zu schreiben. Dieses Prog-Elite-Ding geht ja dann eher in diese Instrumentalbands, so nach dem Motto „hier noch ein Solo und da noch ein Gefrickel“. Das wollen wir selbst gar nicht machen. Wir machen einfach die Musik, die uns Spaß macht, die auf Grund der Komplexität usw. natürlich auf dieses Publikum ein Stück weit zielt, weil die Leute da erst mal affin sind. Aber wir bekommen Feedback von vielen Leuten, die uns nicht hören würden, wenn sie vorher wüssten, dass wir eine Prog-Band sind. Wenn wir zum Beispiel mit Lacrimas Profundere spielen, und die Leute kennen uns nicht, und sagen danach „was habt ihr denn für geile Songs gemacht“, das bestätigt uns dann auch darin, dass wir uns gar nicht für elitär empfinden, denn das ist ein Publikum, da sind 200 oder 300 Leute da, von denen kennen uns fünf oder so. Der Rest kennt uns nicht, und die wären in ihrem ganzen Leben nie auf ein Konzert von uns gegangen, wenn da Prog draufsteht. Die hören das, finden es vielleicht ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber sagen danach „richtig gut, was ihr da macht“. Uns ist das auch recht, und wenn dann, wie bei Lacrimas Profundere, jemand, der Gothic hört, zu uns sagt „irgendwie wäre ich nicht auf euch gekommen, aber der zweite Song war richtig toll und ihr macht das super“. Das finde ich super und besser als dieses durchstrukturierte Elite-Prog-Ding.

Dante / Alexander Göhs:
Wir haben als Band auch noch nie darüber nachgedacht oder diskutiert, wie wir wahrgenommen werden wollen.  Der Ursprung von Dante ist, diese bestimmte Musik zu schreiben und zu spielen. Wohin sich das entwickelt, darauf warten wir immer noch sehr gespannt (lacht). Mich würde auch nicht wundern, wenn wir irgendwann dastehen und sagen „jetzt machen wir mal einen kleinen Stilwechsel“. Kann sein, die Musik entwickelt sich, es muss uns gefallen. Ein Dante-Song wird aber immer als Dante-Song zu erkennen sein. Das ist halt kein Plan, das hat sich so ergeben, ist organisch gewachsen und funktioniert. Wir wollen nicht herausstellen, wie toll wir am Instrument sind, das ist Teil der Musik. Du musst gut am Instrument sein, aber es nicht die Voraussetzung, dass du sagst, ich will so wirken, darum mache ich die Musik.

Time For Metal / Heike L.:
Wie seht Ihr denn generell den Zusammenhalt der Fans in der Metal- bzw. Rock-Szene? Ich habe manchmal das Gefühl, dass es schwierig wird, wenn eine Genregrenze erreicht ist, manchmal gibt es ja sogar innerhalb eines Genres gewisse Grüppchen und Abgrenzungen untereinander (siehe „Mainstream Progger“ vs. „Prog Elitist“). Insgesamt erscheint mir die Metal-Szene leider ziemlich engstirnig. Wenn ich z. B. erzählt, dass ich Metalcore höre, dann wenden sich viele schon ab, weil das ja angeblich kein Metal ist, und viele Gespräche sind sofort beendet.

Dante / Christian Eichlinger:
Das ist ja genau diese Engstirnigkeit, von der es in jeder Szene genau diese Vertreter gibt. Die behaupten dann von sich „nee, das ist nicht true, das muss so und so sein“. Da denke ich mir dann „Was willst du eigentlich? Wieso nimmst du dir raus, das zu entscheiden?“ Im Grunde ist es doch egal, Hauptsache, es macht Bock und Laune. Aber es gibt halt auch Leute, die definieren sich genau darüber, und sagen dann zu jeder Definition „aber ich sehe das so und so“. Und wenn einer das dann nicht so und so sieht, dann geht das nicht, weil dann passt ja meine Definition nicht. Das ist ja mittlerweile immer häufiger anzutreffen, selbst was die Klamotten betrifft. Egal, ob es Metal oder Gothic oder sonst was ist, da kriegt man halt auch oft zu hören, dass man „untrue“ sei.

Time For Metal / Heike L.:
Ich freue mich ja schon darauf, Euch beim Jahresabschlusskonzert der Band Ashby noch einmal live erleben zu können, dann zum dritten Mal in diesem Jahr. Mit Ashby habt Ihr ja schon gemeinsame Shows gespielt, und Euch verbindet mittlerweile auch so etwas wie eine  Freundschaft. Hat man Euch direkt gefragt, ob Ihr dieses Jahresabschlusskonzert gemeinsam spielen wollt?

Dante / Christian Eichlinger:
Das war ziemlich witzig, weil für Mannheim und München hatten wir auf backstagepro Ausschreibungen eingestellt und geguckt, was sich da so bewirbt. Und dann hat mich der Rick, also der drummer von Ashby, direkt kontaktiert und hat gesagt, dass man gern dabei wäre. Wir wollten eigentlich einen lokalen Support, und Ashby kommen ja von weiter weg. Die haben aber noch einmal bestätigt, dass sie die Gigs gern spielen würden und uns dafür sofort einen Gegengig anbieten können. Damals war ja auch noch nicht absehbar, wie sich unsere Tour-Aktivitäten entwickeln würden, und dann haben wir halt gesagt, dass wir das gern so machen. In Mannheim haben wir dann das erste Mal zusammen gespielt und festgestellt, dass das eine tolle Band mit sehr netten Leuten ist. So hat sich der Kontakt ergeben. Für uns ist dann auch schön, dass die natürlich ihre Fanbase hier haben, und wir haben sie wieder woanders. Da kommen wir dann wieder zum alten Spiel, dass man voneinander profitiert. Leider  ist es oft ein wenig schwierig, Bands zu finden, die sich auch ein wenig als Co-Partner hinstellen und sagen, das machen wir zusammen, und machen beide tolle Werbung dafür, dass so viele Leute wie möglich kommen. Manchmal denke ich auch „wenn Du in Deine eigene Musik kein Vertrauen hast, ist das schade“. Ohne das funktioniert es nicht, und da muss man dann halt mal riskieren, dass nur ein paar Leute da sind. Man hat es dann halt auch im Tour Kalender stehen, und das macht Eindruck. Wenn nicht so, wie soll man denn einen Veranstalter davon überzeugen, dass man von ihm genommen wird, wenn er dann fragt „ja, wann seid ihr denn aktiv gewesen die letzten Jahre?“ und dann hat man pro Jahr zwei Gigs im Kalender stehen. Dann sagt der auch „ja gut, dann bleibt das so“. Wie der Markus schon gesagt hat, muss es auch in einem gewissen wirtschaftlichen Rahmen bleiben, aber nur so kriegt man es voran. Auch Konzertberichte, Fotos usw. gäbe es anders nicht. Nur über Albumreviews allein geht nix. Es ist schön, dass es die gibt, aber darüber wird man jetzt nicht mega-bekannt. Mir geht es zum Beispiel immer so, wenn ich ein geiles Review lese und das Album eine gute Bewertung bekommen hat, gucke ich nach, wo kann ich die Band live sehen. Und wenn ich dann auf die Bandpage gucke und sehe, da steht nur ein Gig im Tourkalender, dann hat sich das erst einmal erledigt.

Time For Metal / Heike L.:
Laut Eurer Homepage sind für 2016 dann noch vier weitere Shows geplant, für 2017 steht noch nichts in der Liste. Schon irgendwelche Ideen oder Wünsche?

Dante / Markus Maichel:
Wir sind in der Planung, aber ganz konkret… Für das Release der DVD sind wir mit ein paar Bands im Gespräch, aber für 2017 haben wir noch keinen bestätigten Termin. Ab August fangen wir an, die Planungen zu machen, und wir wollen definitiv nicht weniger spielen, als in diesem Jahr. Das wäre mal das Ziel.

Time For Metal / Heike L.:
Und zum Schluss noch eine etwas privatere Frage: Ich höre eigentlich hauptsächlich Metalcore, Djent und Melodic Death. Was kommt denn bei Euch aus den Boxen bzw. Kopfhörern? Und wenn Ihr Musik hört, welches Format? MP3, CD oder Vinyl?

Dante / Alexander Göhs:
Von Michael Bublé bis Death Metal alles. Gute Musik ist gute Musik, und davon gibt es Gott sei Dank auf der Welt eine ganze Menge. Ich komme ursprünglich aus dem Metal, die typische Biografie, mit 13 habe ich Helloween gehört, und danach war die Welt eine andere. Aber aus der Phase, dass es nur Metal sein muss, bin ich schon mit 17 wieder raus gewesen. Im Moment höre ich gerade ziemlich viel Lamb Of God, komischerweise auch ziemlich viel Jazz und auch A-Ha. Beim Pendeln höre ich viel Musik, da läuft es dann über den USB-Stick mit MP3. Aber ein Fan von MP3 bin ich nicht und werde ich nie werden. Für unterwegs ist es praktisch, aber der Klang ist halt doch nicht mit CD vergleichbar.

Dante / Christian Eichlinger:
Ich bin da auch sehr breit gefächert. Privat höre ich, ich mag es kaum sagen, die typischen Prog-Sachen eigentlich eher weniger, das ist gar nicht so mein Ding. Ich bin ein ganz großer Fan von Craig Armstrong, der macht eher so Orchester/Klavier. Der hat z. B. die Soundtracks zu World Trade Center gemacht, Romeo & Julia, Knochenjäger mit Angelina Jolie und so, also macht auch Filmmusik. Dann gefallen mir z. B. auch die Deftones unglaublich gut, wobei es hier auch mit dem Schlagzeug zu tun hat, diese andere Art zu spielen, als man es jetzt erwarten würde. Mir gefallen auch Carpark North, die kommen auch so aus der Richtung A-Ha, und Kontrust, eine österreichische Crossover-Band, unglaublich gut. Gleichzeitig bin ich dann eher wieder ein Fan, wenn es dann komplexer wird, der eher jazzigen Richtung, also so à la Simon Phillips. Wen ich auch sehr geil finde, wobei das eher im Kontext zu sehen ist, weil ich mich am Schlagzeug gern challengen möchte, ist Virgil Donati, also wirklich dann noch eine Spur krasser als der Prog. Aber wie Alex schon sagte, wenn ich einen Song geil finde, ist es nicht so wichtig, wo er her kommt. MP3 nehme ich mit, wenn man sie bei amazon dazu kriegt, ansonsten CD.

Dante / Julian Kellner:
Ich selber komme gar nicht aus dem Prog, höre auch nicht so arg viel Prog. In letzter Zeit vielleicht etwas mehr, seit ich bei Dante angefangen habe (lacht). Ich glaube, die ersten Bands, die ich so richtig geil fand, waren z. B. Van Halen und diese Richtung, halt alles, was „normaler“ war. Dann ist Steve Vai auch stark vertreten, aber mittlerweile bin ich auch so eher auf der Schiene, dass ich alles höre, was mir gefällt. Ich gebe zu, ich mag ziemlich gern Musik, bei der ein guter Gitarrist mitspielt. Es ist nicht so, dass ich Musik nicht mag, wenn ein Sänger dabei ist, aber ich genieße es schon, wenn ein guter Gitarrist mitspielt. Auch Musik von Al Di Meola oder John McLaughlin höre ich gern. Die neueren Prog-Sachen wie Haken oder Circus Maximus habe ich erst vor einem Jahr oder so entdeckt und finde es sehr geil, dass es das gibt. Ich hätte nicht gedacht, dass diese Musik noch in diesem Maße die Leute erreicht, ich dachte, es gibt Dream Theater und das war’s. Für mp3 habe ich noch nie einen Cent ausgegeben, denn ich finde, die Musik, die ich höre, klingt für mich von der CD am besten. Schallplatten sind cool und sehen schön aus, aber ich bin da kein großer Fan von.

Dante / Markus Maichel:
Ja, und ich bin wahrscheinlich der Grund, warum Dante trotz allem Prog macht (lacht). Bei mir war es tatsächlich so, ich habe mit fünf Jahren klassisches Klavier gelernt, was mir auch Spaß gemacht hat, und danach mit Klassik angefangen. Das habe ich relativ lange gemacht, dann kam irgendwann auch klavierbasierter Jazz dazu, und dann war im Prinzip bei mir eigentlich die Entdeckung, als ich dann als Teenager die klassischen 70er Prog-Bands kennenlernte. Ich kam wirklich aus diesem Klassik- und Jazz-Bereich sofort auf Deep Purple, Led Zeppelin und später auch Yes, King Crimson, Emerson Lake & Palmer, dann kamen natürlich auch die Beatles dazu. Tatsächlich war das dann auch relativ lange mein Ding, das hat mir mehr Spaß gemacht, als Klassik zu hören, und das mit dem klassischen Klavier fand ich dann irgendwann auch nicht mehr so super, aber ich bin natürlich sehr froh, dass ich diese Ausbildung hatte. Ich bin dann auch relativ spät in den Metal gekommen und habe eigentlich erst über den Umweg des Prog-Metals, also über Bands wie Fates Warning, Dream Theater usw. dann tatsächlich erst diese klassischeren Metalbands kennen gelernt, die ich mittlerweile auch sehr schätze. Es ist aber schon sehr stark 70er Prog Rock-lastig, wobei ich mittlerweile tatsächlich auch eine Vorliebe für härtere Bands, wie Tool, Mastodon, Meshuggah, entwickelt habe. Und dann stehe ich unglaublich auf melancholische Singer-/ Songwriter-Nummern, so Aimee Mann oder Tom Waits. Ich höre privat ausschließlich Platten und CDs. Das liegt aber gar nicht mal daran, dass ich die Klangqualität bei mp3 so schlecht finde, bei einer Qualität von 320 kbit habe ich auch als Tontechniker keinerlei Probleme damit, aber für mich gehört zum Musik hören einfach eine CD einlegen oder die Platte auflegen, hinsetzen, die ganzen Rituale drum herum. Alles andere hat für mich immer so den Charakter von „sich berieseln lassen“.

Time for Metal / Heike L.:
Und das war es dann auch schon, jetzt haben wir tatsächlich über eine Stunde hier draußen in der Sonne gesessen! Herzlichen Dank an Euch, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt. Jetzt bin ich sehr auf Euren Auftritt gespannt 🙂

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