European Tour 2015 von Seether & Support, 15.08.2015, Zeche, Bochum

“Nicht nur für die Bands schweißtreibend“

Eventname: European Tour 2015

Headliner: Seether

Vorband: LTNT

Ort:
Zeche, Bochum

Datum: 15.08.2015

Kosten: 23,00 € VVK, 28,00 € AK

Genre: Rock, Alternative Rock

Besucher: ca. 500 Besucher

Veranstalter: Cold Life Entertainment (http://www.coldlife-entertainment.com/)

Link: https://www.facebook.com/events/1606215299619788/

Setliste:

Seether

  1. Gasoline
  2. Needles
  3. Rise Above This
  4. Driven Under
  5. Fine Again
  6. Broken
  7. Drum Solo
  8. My Disaster
  9. Words As Weapons
  10. Country Song
  11. Nobody Praying For Me
  12. Fake It
  13. Remedy

 

Konzertplakat Seether European Tour 2015 (740x1024)

Nachdem ich im vergangenen Jahr ein Review zum Album Isolate And Medicate schreiben durfte, wollte ich die Band Seether natürlich auch einmal live erleben. Als dann die Ankündigung für die Show in Bochum kam, habe ich mich sofort gemeldet und mich am 15.08.2015 auf den Weg gemacht. Bei meiner Ankunft an der Zeche haben die bereits Wartenden schon eine kleine Schlange gebildet. Das hatte ich auch lange nicht. Aber Wetter und Stimmung sind gut. Im Biergarten der Zeche findet gerade eine Disco-Veranstaltung statt, es gibt Housemusik auf die Ohren. Es können wohl alle widerstehen, aber mir zuckt es doch ein wenig in den Beinen und dafür ernte ich auch einige erstaunte Blicke. 😀

Fans
Fans

Pünktlich um 19:30 Uhr betreten die drei Männer von LTNT (Lieutenant) aus North London, Großbritannien, die Bühne. Außer der Nennung des Namens kommen kaum andere Worte über die Lippen von Sänger/Gitarrist Liam Lever. Die drei lassen die Musik sprechen, und die ist sehr schwer einzuordnen. Grob umrissen kann man wohl Alternative Rock zu dieser Mischung aus Stoner, Blues, Psychedelic, 70er Jahre und gradlinigem Rock sagen. Da sich LTNT nicht bemühen, groß Kontakt mit dem Publikum aufzunehmen, sind die Reaktionen zunächst sehr verhalten, die Stimmung steigt aber mit der Länge des Sets. Dieses ist allerdings nach einer halben Stunde schon zu Ende, und genauso wortkarg, wie sie gekommen sind, verlassen LTNT die Bühne auch wieder.

LTNT
LTNT

Nach einer halbstündigen Umbaupause, und nachdem Bassist Dale Stewart noch schnell eine letzte Zigarette geraucht hat, kommen Seether, verstärkt von Bryan Wickmann an der zweiten Gitarre, auf die Bühne und werden von den Fans schon begeistert abgefeiert, bevor auch nur der erste Ton gespielt ist. Mit Gasoline aus dem Jahr 2003 startet man in eine gut eineinhalbstündige Show, in der ebenfalls nicht viele Worte gemacht oder der Kontakt mit dem Publikum gesucht werden. Mich wundert, dass nach jedem Song immer mindestens einer der drei Frontmänner sein Instrument wechselt, aber da werden die Männer schon ihre Gründe für haben. Während dieser „Wechselpausen“ kommt das Gitarrengeschrammel wohl vom Band, ich kann jedenfalls niemanden sehen, der die Saiten zupft. Mit am kommunikativsten ist noch Bassist Dale Stewart, der immer wieder Kontakt zu einigen Fans in der ersten Reihe aufnimmt, sie mit Plektren versorgt oder mal einen kurzen Spruch loslässt. Ansonsten beschäftigen sich die drei Frontmänner mehr mit sich selbst und mit ihren Instrumenten.

Die erste Hälfte der Show wird fast durchgängig mit Songs aus den früheren 2000ern bestritten, es gibt unter anderem Needles, Fine Again und Broken auf die Ohren. Dann folgt ein Drumsolo, an dem John Humphrey sichtlich seinen Spaß hat. Er legt schließlich auch die Drumsticks beiseite und spielt nur mit seinen Händen weiter. Danach spielt die Band dann Songs neueren Datums. Drei davon, nämlich My Disaster, Words As Weapons und Nobody Praying For Me sind vom letzten Album Isolate And Medicate, das ja bei uns eine gute Note einfahren konnte. Angesichts der Tatsache, dass nicht nur die Männer von Seether sondern auch sämtliche Zuschauer mittlerweile in Schweiß gebadet sind, bittet Bassist Dale Stewart darum, dass wir alle genug trinken, und zwar am besten Alkohol. Sein Spruch „The more you drink, the better we sound“ sorgt für einige Lacher. Mit meinem nach wie vor Lieblingslied Remedy geht die Show dann zu Ende. Es werden einige Hände geschüttelt, Plektren geschmissen und ein Glücklicher in der ersten Reihe kriegt die Setlist von Sänger/Gitarrist Shaun Morgan in die Hand gedrückt. Noch ein kurzes Winken und die Bühne ist leer. Eventuell aufkommende „Zugabe“-Rufe werden von der sehr zügig eingeschalteten Deckenbeleuchtung und den die Bühne enternden Technikern im Keim erstickt.

Seether
Seether

So geht also ein Konzertabend mit zwei Bands zu Ende, die zwar ihr Metier beherrschen, aber gar nicht groß versuchen, mit dem Publikum in Kontakt zu kommen. Mir erschien die Show von beiden Bands etwas lust- und lieblos, so dass ich mit sehr gemischten Gefühlen nach Hause fahre.

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