My Dominion – Extinction

28.11.2025 - Melodic Death Metal - Eigenproduktion - 42:00 Minuten

My Dominion erweiterten pünktlich zum 20-jährigen Bandjubiläum ihren Machtbereich: Sie schickten am 28.11.2025 ihr zweites Album Extinction ins Rennen. Zehn dem Schlund der Hölle entronnene Titel fingen sie ein und konservierten sie so, dass sie nun für jedermann zu hören sind. Consumed, das erste Album der Essener Band, beschäftigte sich noch mit Science-Fiction-Szenarien inklusive Alien-Invasion. Nun sind die Jungs dazu übergegangen, den realen Missstand der Welt darzustellen, der sich als hanebüchener Unsinn einiger weniger machtgieriger Personen längst über ein erdachtes Science-Fiction-Niveau erhoben hat und die Welt in ein Chaos stürzen kann.

Extinction – Melodischer Zorn als Spiegel einer aus den Fugen geratenen Welt

Was passt besser als Melodic Death Metal, um diese verstörende Lage der Welt in musikalischer Form nicht nur darzustellen, sondern auch anzuprangern? Die vier Ruhrpottler preschen geschmeidig vor und hinterlassen mit jedem Titel eine Spur der Verwüstung. Wild, aber nicht komplett ungehemmt, entlocken sie ihren Schlag- und Saiteninstrumenten belfernde Töne, die das Potenzial haben, Tote aufzuwecken. Doch es gibt noch etwas, das sich wie ein Parasit im Kopf festsetzt: die Stimmen von Martin Rätzke und Stefan Etscheid, die überdies auch noch ihre Sechssaiter malträtieren. Gelegentliche Schreie von ihnen leiten brachiale Songphasen ein. Am Ende von Digging The Grave röhrt einer der beiden Männer wie ein Hirsch. Beeindruckend, dass sämtliche Titel trotz allem melodiös daherkommen und ohne Ende grooven. Die düsteren Elemente treffen haargenau jene Nervenzellen, die für den Grusel in uns verantwortlich sind und Gänsehaut auslösen können. Während es auf dem Debütalbum noch Klargesang gab, ist dieser auf Extinction in den dunklen Weiten der vergangenen zehn Jahre spurlos verschwunden. Das jetzige Growlen, Kotzen, Krächzen und Rotzen passt haargenau zu My Dominions musikalischer Art und Weise, die Welt aufzurütteln.

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Review von: Jürgen Kohlschmidt 

My Dominion – Extinction
Fazit von Extinction
Extinction zeigt My Dominion zum 20-jährigen Bandjubiläum reifer, wütender und fokussierter denn je. Musikalisch wie inhaltlich hat sich die Band vom Science-Fiction-Konzept gelöst und prangert nun die realen Missstände der Welt mit wuchtigem, zugleich melodischem Death Metal an. Die kompromisslosen Vocals, das düstere Flair und der durchgehende Groove machen das Album zu einer eindringlichen und nachhaltigen Erfahrung. Insgesamt ist Extinction ein starkes, atmosphärisches Statement, das lange nachhallt.

Anspieltipps: Extinction und Killing Spree: Rampage
Jürgen K.
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