So langsam mausert sich diese Band, neben Otto Waalkes, Ostfriesentee, Kickers Emden und Nailed To Obscurity, zu einem ostfriesischen Exportschlager, wobei man natürlich mit Schlager nicht zu tun hat. Oha, welch eine Einleitung, dafür lynchen mich die beiden Protagonisten Jens Finger und Bernd Reiners, die hinter der Band Slaughterday stecken 😀 Da muss man durch. Seit dem Jahre 2010 ist man nun auch schon am Werkeln. Kommt einem gar nicht so lange vor. Von Anfang an frönen sie dem Old School Death Metal und hatten einen Deal mit FDA Records. Dort brachten sie dann vier Alben heraus, welche es alle in sich hatten. Das letzte Album namens Tyrants Of Doom erschien im Jahre 2022. Man wechselte zu Testimony Records und brachte im Jahre 2025 eine EP namens Terrified heraus. Eine Hommage u.a. an die Band Repulsion (Review hier). Dieses war nur ein Ausflug. Auf ihrem fünften Album namens Dread Emperor widmen sie sich wieder ihrem Lieblingsthema, dem Old School Death Metal.
Der langsame, schleppende und düster melodische Opener namens Enthroned, der mit knappen neunzig Sekunden als Intro dient, macht schon einmal absolut Laune auf mehr. Ziemlich geile Parts und ein richtig leckeres Instrumentalstück.
Man geht nahtlos zu Obliteration Crusade über. Da schreddert die Gitarre vorweg und der Untergang kann losgehen. Bernd growlt sich wieder die Seele aus dem Leib, das Riff ist mörderisch und die Drums schnell und treibend. Ein kleines Solo eingebaut und ab in den old schooligen Midtempo-Groove. Herrlich. Die Gitarre heult auf, man liefert ein kleines Solo und weiter geht es groovig und dann so richtig drückend. Und dann dieser Gitarrenpart! Großartiger Spaß. Bernds Stimme dazu. Was soll man dann noch sagen? Dann ist aber noch nicht Schluss. Man lässt die Gitarren erneut für sich sprechen, geht ins Uptempo, die Gitarre heult noch einmal, man arbeitet weiter im Midtempo und schafft eine absolut düstere und kraftvolle Grundstimmung. Diese auf alt getrimmte, aber klar differenzierte Produktion erledigt dann den Rest.
Ein gnadenloser Sound
Rapture Of Rot folgt und dieser gnadenlose Sound begeistert mich total. Da hat Kollege Jörg Uken vom Soundlodge Studio wieder sehr gute Arbeit geleistet. Die morbide Grundstimmung, die Slaughterday von Anfang an verfolgen, ist im Sound verankert. Der Song selber kommt erst einmal langsam, schleimig und dreckig aus den Boxen gekrochen. Der Kopf des geneigten Zuhörers geht im Takt mit. Man fügt eine kleine, sicke Melodie hinzu und biegt dann in Richtung Uptempo ab, wo man sich mit einem geilen Riff austoben kann. Man ist zu keiner Zeit stumpf, sondern recht abwechslungsreich. Das Tempo wird ein wenig verlangsamt, um dann in ein total verspieltes Solo zu gehen, welches es echt in sich hat. Es passiert recht viel im Hause Slaughterday, denn auch der folgende, groovende Part ist recht geil und auch variabel. Man muss schon genau hinhören, aber man ist weit davon entfernt, den roten Faden zu verlieren. Dann lässt man kurz ausklingen und geht wieder ins Uptempo. Ja, das ist absolut so, wie ich es hören möchte. Das Tempo wird verschleppt und es hallt ein lautes Rapture Of Rot durch die Hallen der Welt. Die Burschen sind auf volle Attacke aus.
Astral Carnage kommt zu Beginn auch mit so einer herrlichen morbiden Melodie in Einzeltönen daher. Bernd haut ein Growl heraus und das Blitzgewitter kann losgehen. Kleines Break und wieder der Beginn. Diesen Part reizt man vielleicht ein wenig zu sehr aus, aber das ist Jammern auf sehr hohem Niveau. Dann geht es wieder zügig und man baut eine Art Refrainpart auf, denn man kann Astral Carnage mitbölken. Natürlich darf auch das obligatorische Solo nicht fehlen. Dann spielt die Gitarre vor, die Drums betonen und wieder volle Attacke. Das Riffing hat es wieder einmal in sich. Man bedient sich noch einmal kurz einer Geschwindigkeitsreduzierung, um dann erneut Gummi zu geben, und man hört wieder Astral Carnage aus der Anlage schallern.
Old School Death Metal von Fans für Fans
Seit ihrer Gründung haben sich die Burschen den old schooligen Death Metal auf ihre Fahnen geschrieben, da sie selber Fans sind. Musikalisch haben es ihnen da Death, Massacre und Autopsy angetan. Das hat man schon immer herausgehört und ist auch auf diesem Album nicht anders.
Der Namensgeber Dread Emperor überzeugt mit seiner Gitarrenarbeit. Hier machen sie das, was sie gerne mögen, und mischen heavige Doom-Parts mit Midtempo-Attacken und Wutausbrüchen. Besonders in den doomigen Momenten können mich die Vocals von Bernd abholen, denn er legt sehr viel Wert auf Phrasierung und diese hört man eindeutig. Neben den Growls kommen hier und da auch einmal Screams zu Zuge. Diese werden aber schön dosiert. Eine wilde Nummer, die nur so von Morbidität durchtränkt ist, wie ich finde. Gute Mischung aus Aggressivität und doomiger Grundstimmung. Diese melodische Leadarbeit beim Refrainpart und die kraftvollen Vocals, welche Dread Emperor heraushauen, haben absolut was.
Punk-Attitüde und ganz viel rohe Energie
The Forsaken Ones ist dann so eine richtig geile Straight-Forward-Nummer, die einfach nur geil ist und Spaß macht und mit fetten Riffs daherkommt. Trotz des hohen, schnellen Faktors, wird noch ein derber, langsamer Part mit eingebaut. Ansonsten ist eine rohe Energie einfach spürbar.
Und klaro, ist das vielleicht so oder so ähnlich schon einmal da gewesen, logo, ist ja auch Old School Death Metal, aber die Sachen so zu verbinden, dass es Sinn ergibt und die Leute begeistert, ja, darin besteht die Kunst, und diese beherrschen sie sehr gut.
Dethroned tanzt irgendwie aus der Reihe, aber definitiv im positiven Sinne. Hier existieren geile Hooks und der Song ist absolut aggressiv, trotzdem klingt er eben anders, da man eine gewisse Punk-Attitüde mit eingebaut hat und der Song vom Groove lebt. Aber das Ganze muss man auf sich wirken lassen. Es lohnt sich.
Am Ende ehren sie noch eine deutsche Kapelle namens Protector. Da wird sich der Martin, Sänger von Protector, der seit Jahren in Schweden wohnt, aber freuen, denke ich. Man hat den Song Golem zwar nicht auf links gezogen, aber schon im Slaughterday-Stil dargestellt. Ja, das kann was, da gibt es nichts zu meckern. Ist ja auch ein geiler Song.
Hier geht es für weitere Informationen zu Slaughterday – Dread Emperor in unserem Time For Metal Release-Kalender.



