Nahum – Old World Dead

05.12.2025 - Death Metal / Thrash Metal - Smile Music Records - 39:15 Minuten

Die Tschechen von Nahum sind auch so eine Band, die innerhalb ihres Landes ziemlich angesagt, aber außerhalb nur den Szenekennern ein Begriff ist. Zwischenzeitlich trommelte sogar der aktuelle Hypnos-Drummer bei ihnen, aber das ist natürlich keine Garantie für irgendetwas und wurde auch nicht als Werbemaßnahme oder so verwendet. Nahum ist einfach eine Band, wie so viele andere. Musiker, die einfach Bock auf das haben, was sie machen. Seit 2004 ist man am Start und immerhin sind mit Tomash und Pavel noch zwei Originale dabei und mit Basser Jan arbeitet man auch schon seit 2009 zusammen. Sehr stabil also. Album Nummer vier namens Unhuman erschien bereits im Jahre 2019. Im Jahre 2021 kam ein neuer Drummer hinzu und im Jahre 2022 ein neuer Gitarrist, und so machte man sich auf, neue Songs zu schreiben, und das Ergebnis mündete in Album Nummer fünf namens Old World Dead.

Army, Onward! beginnt mit marschierenden Schritten und man leitet den Aufmarsch mit Trommeln und Wirbeln ein, bevor man dann nach einer Minute die Waffen bzw. die Instrumente sprechen lässt. Eine aggressive Mischung aus Death und Thrash Metal kommt auf einen zugeflogen. Die Vocals sind von dunkel bis screamig und recht abwechslungsreich, und auch musikalisch variiert man das Tempo, bis man nach zwei Minuten ein fettes Solo herausholt, welches höher gestimmt ist und dann von den Drums durch Geballer begleitet wird. Jo, hat was. Und auch hier zeigen sie sich wieder aufmerksam, nehmen das Tempo zur rechten Zeit raus und spielen kurz eine langsame Melodie mit screamigem Gesang. Dann dürfen einzelne Vocals den nächsten Part vorgeben und danach betonen sie auch den Part, bevor dann wieder ein kurzes Solo kommt, gefolgt von dem vorherigen Part. So geht es hin und her und man endet im aggressiven Midtempo. Man muss schon ganz gut aufpassen, wenn man alles mitbekommen möchte.

Ähnlich verhält es sich bei dem Song Legion Of Death. Die Gitarre vorweg, die Drums betonen und dann ab ins Getümmel. Noch einmal Break und wieder die Gitarren vorweg, aber anders und schneller. Gute Ideen und dann geht es ab ins Geballer, gefolgt von einem schnellen und ziemlich geilen Midtempopart, der vom Riffing her sehr überzeugen kann. Dieses wiederholt man, bis man das Tempo herausnimmt und langsame Gitarrenschläge von sich gibt. Die Drums betonen dieses mit einem langsamen Marsch. Aus dem Part wird ein Solo und man legt danach wieder von vorne los. Ja, das Teil geht gut ins Ohr und gefällt mir sehr gut. Hier bietet man dann einen geilen Refrainpart an und es hallt aus den Boxen Legion Of Death. Ein wildes Solo wird wieder drangesetzt und weiter geht die Reise, und ehe man sich versieht, ist der Spaß auch schon vorbei. Während der Opener mir ein wenig zu lang vorgekommen ist, kommt man hier genau auf den Punkt.

Fette Produktion

Ich bin nicht unbedingt ein Fan von krassen Produktionen, bzw. für mich muss die nicht immer perfekt sein oder so. Die Musik sollte schon im Vordergrund stehen, und wenn die Produktion dann passt, ist es dufte. Hier ist es so und sogar noch ein Stück besser, denn die Produktion gibt dem ganzen Spaß noch eine besondere Note. Klingt echt fett.

Mischung aus Death Metal und Thrash Metal

Die Tschechen waren schon immer im Lager des Thrash Metal und Death Metal zu Hause, und dieses leben sie natürlich weiter aus. Alles andere würde ja wahrscheinlich auch keinen Sinn für sie ergeben, denke ich.

Sie können aber auch ein wenig Theatralik mitverarbeiten, wie beim Anfang von Through The Rotting And Cremation. Dieses wird später im Riffing wieder aufgenommen. Dieser treibende und gediegene Part hat es in sich. Allerdings zeigen sie sich hier auch von ihrer verspielten Seite. Das ist mir dann manchmal zu viel. Sie kommen aber wieder zum Kern zurück und knattern ordentlich durch das Gebälk.

Ich stehe dann mehr auf die Songs, die direkt ins Ohr gehen und mit einem fetten Refrainpart arbeiten, wie z.B. der Song Conspiracy Of Shadows. Der geht 180 Sekunden, ist aggressiv, aber eben auch abwechslungsreich.

Und natürlich der Namensgeber des Albums Old World Dead. Diese melodische Gitarrenarbeit, die schon an Vader erinnert, ist echt ziemlich fett und der nachfolgende, treibende und drückende Midtempo-Part geht komplett in die Magengrube. Ein wildes Solo darf nicht fehlen und man schleppt danach wieder den Kahn aus dem Hafen, um dann mit Gitarrenvorspielern loszulegen und erneut anzugreifen. Der Rest ist wieder gediegen. Man hat sich damit abgefunden, langsam ins Bett zu gehen, dann holen sie noch einmal die Vorspieler heraus und ballern drauflos. Tja, und dann ist auch noch nicht Ende im Gelände. Man nimmt noch einmal langsam im Midtempo Fahrt auf, legt da fiese Vocals drunter, und dann ist aber wirklich Feierabend.

Technische Skills

Mit den Songs The Stars Have Never Been So Dark (wieder so ein geiles theatralisches Intro) und As The Burning Flame (No Master) hat man noch zwei Songs am Ende des Albums, die zeigen, dass sie ihre Instrumente nicht nur als Halsschmuck mit sich herumtragen, sondern wissen, wie man diese benutzt. Hier gehen sie recht technisch zu Werke, auch wenn mir das an der einen oder anderen Stelle zu viel ist.

Hier geht es für weitere Informationen zu Nahum – Old World Dead in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Nahum – Old World Dead
Fazit zu Old World Dead
Die Tschechen von Nahum beweisen auf Old World Dead, dass sie ein Händchen für gelungenes Songwriting haben. Diese Mischung aus thrashigem Riffing und der Brutalität des Death Metals macht wirklich Spaß, auch wenn mich nicht alles mitnehmen kann. Das lange Warten hat sich gelohnt und man hat das Gefühl, sie haben sich echt die Zeit genommen, um an den Songs zu feilen. Aggressiv und teilweise sogar theatralisch. Ich mag es, wenn sie direkt zu Werke gehen. Die Vocals sind abwechslungsreich, genauso wie die Rhythmusfraktion. Hinzu kommt noch die absolut killende Produktion und fertig ist ein mehr als solides Death-/Thrash-Album!

Anspieltipps: Legion Of Death und Conspiracy Of Shadows
Michael E.
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