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Odetosun – The Dark Dunes Of Titan
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·4. Oktober 2016·3 Minuten Lesedauer

Odetosun – The Dark Dunes Of Titan

“Grandios!“

Artist: Odetosun

Herkunft: Augsburg, Deutschland

Album: The Dark Dunes Of Titan

Spiellänge: 43:17 Minuten

Genre: Post Rock, Post Metal, Progressive Rock, Progressive Metal

Release: 23.10.2015

Label: Eigenproduktion

Link: https://www.facebook.com/odetosun/ und http://odetosun.bandcamp.com/

Produktion: Moonolith Studio von Odetosun

Bandmitglieder:

Gesang – Luke Stuchly
Elektrische und akustische Gitarren, Bassgitarre und Keyboards – Benny Stuchly
Schlagzeug und Percussion – Gunther Rehmer

Gastmusiker:

Gitarrensolo bei The Dark Dunes Of Titan – Axel Feld

Tracklist:

  1. At The Shore Of The Ammonia Sea
  2. Machine Horizon
  3. Remember Sequoia Forest
  4. The Dark Dunes Of Titan

Odetosun - The Dark Dunes Of Titan

 

Tatsächlich schon seit dem Jahr 2008 existiert die Band Odetosun. Damals noch unter dem Namen Odens Raven gegründet, veröffentlichte man das erste Album. Im Jahr 2012 benannte man sich in Odetosun um und brachte unter diesem Namen das Album God’s Forgotten Orbit heraus. Bereits am 23.10.2015 erschien die nun vorliegende Scheibe The Dark Dunes Of Titan, wobei man von der Anzahl der Stücke her eher von einer EP sprechen könnte. Die Laufzeit von 43 Minuten rechtfertigt aber durchaus die Bezeichnung Album, wobei es sich hierbei um ein Konzeptalbum handelt, das textlich und auch musikalisch von der Novelle As On A Darkling Plain von Ben Bova aus dem Jahr 1972 inspiriert ist.

Diese 43 Minuten haben es definitiv in sich. Drei Tracks kommen auf jeweils über zehn Minuten Laufzeit, nur Track Nummer 3 begnügt sich mit knapp vier Minuten. Nach dem Genuss des Videos zum Titeltrack The Dark Dunes Of Titan habe ich mir, weil ich so neugierig auf die anderen Songs war, die ersten beiden Hördurchläufe beim sowieso anstehenden Bügeln gegönnt, aber so viele Falten hatte ich noch nie in meinen Klamotten! 😀 Das ist definitiv nichts zum nebenbei laufen lassen, das Album möchte schon gern voll konzentriert genossen werden. Damit hatte ich auch in den weiteren Sessions überhaupt keine Probleme, denn da haben die Jungs was richtig, richtig Gutes abgeliefert. Wenn ich dann sehe, was insbesondere Benny alles eingespielt hat, verstehe ich auch, dass die Produktion von Januar 2014 bis Juni 2015 gedauert hat. Respekt!

Die Songs lassen sich, wie man den von mir genannten verschiedenen Genres schon entnehmen kann, ungern in eine einzige Schublade packen, und im Grunde könnte man auch noch so was wie „Ambient Progressive Black Metal“ hinzufügen, um eine ungefähre Vorstellung speziell des Gesangsstils von Luke zu bekommen. Beim Hören musste ich dann allerdings eher an zwei Bands denken, die nicht wirklich Vertreter des Black Metal sind, deren Musik und auch der Gesang aber ähnlich ausgerichtet sind. Da wäre ganz speziell die Band Ghost Brigade, deren Songs ja auch diese interessanten Wechsel aus den in sich ruhenden, sehr zurückgezogenen Passagen und den sich dann hoch auftürmenden Soundwänden haben. Aber auch das letzte Album der Band Extol könnte zum Vergleich herangezogen werden, das kommt insbesondere bei Machine Horizon zum Tragen.

Sehr ruhig und getragen geht es beim instrumentalen At The Shore Of The Ammonia Sea los, wobei es Odetosun trotzdem schaffen, von Anfang an eine gewisse Grundspannung aufzubauen, die sich dann auch in einigen Eruptionen mit ziemlich mächtigen Soundwänden tatsächlich entlädt. Mich erinnert das irgendwie an einen Vulkan, in dem sich zunächst der Druck aufbaut, dann kommt der Ausbruch, und dann bahnt sich die Lava leise vor sich hin blubbernd unaufhaltsam ihren Weg.

Genau den umgekehrten Weg gehen Odetosun beim folgenden Machine Horizon, das in den ersten fünf Minuten einem Unwetter gleich über den Hörer niederprasselt und zum ersten Mal den Gesang von Luke hören lässt. Der sehr abrupte Übergang in den auch mit akustischer Gitarre ausgestatteten ruhigen Zwischenpart ist schon mutig, aber das hält die Spannung hoch. Dann geht es aber auch irgendwann wie bei einer langsam startenden Dampflokomotive wieder auf die Strecke. Einige Wassertürme werden zwischenzeitlich noch angefahren, soll sagen, langsames Abbremsen, aber diesem (Sound-)Ungetüm sollte man sich nicht in den Weg stellen.

Nach dem sehr ruhigen und wieder mal instrumental gehaltenen Remember Sequoia Forest kommt mit dem Titeltrack The Dark Dunes Of Titan auch der längste Song des Albums. Dieser erinnert mich ein wenig an einen meiner Lieblingssongs von Ghost Brigade, nämlich Liar, wobei das Tempo bei Odetosun nicht ganz so vorwärts geht, der Song allerdings nicht weniger wuchtig daherkommt. Hier ist der Übergang zu dem fast schon als atmosphärisch zu bezeichnenden Zwischenpart nicht gar so abrupt, aber noch bewundernswerter finde ich auch hier, genau wie bei Machine Horizon, wie Odetosun langsam wieder das Tempo erhöhen und den Anfangsfaden erneut aufnehmen und dann bis zum Ende des Albums fortführen.

Hier gibt es das von mir bereits genannte, sehr gelungene Video zum Titeltrack The Dark Dunes Of Titan, aber auf der Bandcamp-Seite von Odetosun kann man sich auch die anderen Tracks, inklusive einer so genannten Radio Edit-Version von Machine Horizon zu Gemüte führen, bevor man die Band mit dem Download über Bandcamp oder auch einem Kauf bei JPC unterstützt 😉

Fazit: Wäre ich nicht bei Time for Metal, wäre auch diese Band, wie so viele andere, komplett an mir vorbeigegangen. Das wäre sehr schade gewesen, denn auch Odetosun beweisen mal wieder, dass es gerade diese "kleinen" Bands sind, die die Szene interessant halten. Ich habe wirklich nichts gegen die schon mehr oder weniger lange etablierten Bands, auch da gibt es natürlich viele, die sich nach wie vor den A… aufreißen, gute Alben veröffentlichen und klasse Shows spielen. Aber wenn ich dann höre, und teilweise sehe, was für junge Talente überall verstreut sitzen, die sehr viel Zeit und auch Geld investieren, um komplett in Eigenregie ein Album zu veröffentlichen, das dann dermaßen hohe Ansprüche an die Band selbst und auch den Hörer stellt, bin ich mal wieder hin und weg.

Anspieltipps: das Album überzeugt auf ganzer Linie, aber ein Lieblingsstück habe ich doch, und zwar The Dark Dunes Of Titan
Heike L.
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