Orphaned Land – Köln – Supports: Subterranean Masquerade & Systemhouse 33 am 04.04.2019 im Helios 37 in Köln

Prog Metal Abend mit orientalischem Spirit und indischer Death / Thrash Würze

Bands: Orphaned Land, Subterranean Masquerade, Systemhouse 33

Ort: Helios 37, Helios Str. 37, 50825 Köln

Datum: 04.04.2019

Kosten: 26 € VK, 26 € AK

Genre: Folk Metal, Progressive Metal, Avantgarde Metal, Oriental Metal, Groove Metal, Thrash Metal, Death Metal

Besucher: ca. 250 Besucher

Veranstalter: Beer and Music

Link: https://www.facebook.com/events/306210200176217/

Setlisten:

Systemhouse 33
1. Rapture
2. End Of Days
3. Lift This Plaque
4. Lake Of Sorrow
5. Stand Up
6. Detestable Idolatry

Subterranean Masquerade
1. Spector
2. Reliving The Feeling
3. A Place Of Fairytales
4. Nomad
5. Kippur
6. As you Are
7. Hym Of The Vagabond

Orphaned Land
1. The Cave
2. AIO
3. Ocean Land
4. Like Orpheus
5. WDNR
6. Brother
7. Truce
8. Birth
9. Chains / Props All Knowing
10. Sapari
11. In Thy
12. Norra And Orna

Letztes Wochenende noch mit den Rengsdorfer Rockfreunden den Rhein auf dem Rock The River Boot hochgeschippert, geht es heute rheinabwärts nach Köln. Orphaned Land stehen an. Die hatte ich bei der letzten Tour verpasst und letztes Jahr auf dem Rockfels auf der Loreley bin ich kurz nach Beginn ihres Gigs angekommen. Weil ich zu spät war, kam ich dort nicht mehr in den Fotograben. Das soll mir heute nicht passieren. Also früh genug losgefahren und den Feierabendverkehr um Köln mit eingerechnet.
Ich komme gut durch den Feierabendverkehr in Köln und erreiche das Helios 37 rechtzeitig. Das Problem sind, wie immer in dieser Ecke, die Parkmöglichkeiten. Einmal um den Block gefahren, bis ich dann einen größeren Bezahlparkplatz gefunden habe. So schaffe ich es sogar noch weit vor dem Einlass da zu sein. Die Bands sind noch beim Soundcheck. Die bereits anwesenden Fans und ich warten noch eine Weile, bis Einlass ist.

Das Helios 37 füllt sich heute Abend richtig gut. Es ist zwar nicht ausverkauft, aber ich würde mal behaupten, dass es sehr gut gefüllt ist.

Wir beginnen heute mit Systemhouse 33, einer Band aus Mumbay (Indien), die ich vorher zu meiner Schande überhaupt nicht kannte. Das wird sich heute Abend aber rigoros ändern. Bereits mit den ersten Takten bin ich drin in der Musik des Quartetts aus Indien, und nicht nur ich. Auf der Rückwand der Bühne prangert das Cover der letzten CD der Jungs. Das wird durch einen Beamer an die Wand geworfen. Dadurch kommt das Cover zwar schön zur Geltung, die Musiker auf der Bühne nehmen jedoch teilweise auch die Farbe des Covers an! Ich bin jetzt mal ehrlich und muss gestehen, dass ich mit solch einer Mucke heute ja überhaupt nicht gerechnet habe. Die Jungs haben mich direkt mit ihrem Mix aus Thrash, Death und Groove gefangen. Nicht nur mich, da sind doch einige im Publikum angetan. Zur Feier des Tages gibt es heute auch noch den offiziellen Release ihrer neuen Scheibe End Of Day! Von dem Album sind dann mit Rapture, End Of Days, Lake Of Sorrow und Stand Up gleich vier geile Songs auf der Setlist. Die Band entfacht hier ein Feuer.

 

Irgendwie wundert es mich, dass das mit den Fans hier so gut geht, denn die nächsten beiden Bands sind doch eher im Progressive Metal angesiedelt. Aber es klappt wirklich vorzüglich. Die anderen beiden Songs kommen vom Vorgängeralbum Regression. Viel zu schnell geht der etwas mehr als eine halbe Stunde dauernde Gig vorbei. Da kann ich nur Beifall klatschen. Ich treffe die äußerst netten Jungs nachher noch am Merchstand. Dort erzählen sie mir, dass sie aus Mumbay kommen. Ich erzähle ihnen, dass ich vor zwei Jahren auf dem Death Feast Festival in Andernach Gutslit aus Indien gesehen habe. Es stellt sich heraus, dass die Jungs von Gutslit praktisch Nachbarn und gute Freunde von ihnen sind. Die Überraschung ist auf beiden Seiten doch riesengroß.

Mit Parker Yowell, der auf der Tour die Drums bedient und das erste Mal in Europa ist, tausche ich die Mailadresse und verspreche ihm die Konzertfotos zu schicken. Da habe ich doch wieder total nette Jungs aus Indien kennengelernt, die mir noch erzählen, dass sie unter anderem bereits Dying Fetus und Six Feet Under supportet haben. Klasse! Dying Fetus habe ich letztes Jahr kennengelernt und Six Feet Under werde ich Ende des Monats in Essen besuchen.

 

Nach der Umbauphase kommen Subterranean Masquerade. Wie der heutige Headliner Orphaned Land ebenfalls aus Israel. Ich habe mir im Vorfeld bereits etwas auf Youtube von Subterranean Masquerade angesehen. Das, was ich dort gesehen habe, hat mich doch voll begeistert. Die Begeisterung wird heute bei ihrer Liveperformance noch größer. Bereits in der Umbauphase während der Einstimmung der Instrumente merkt man, dass die Jungs mit purem Spaß dabei sind. Wer jetzt da überhaupt bei diesem Künstlerkollektiv wer ist, da blicke ich nun überhaupt nicht mehr durch. Eigentlich sind da ja wohl zwei Sänger am Werke. Heute Abend ist es jedoch nur einer. Wenn ich richtig liege, ist es Davidavi Dolev, der heute den Part alleine übernimmt. Der gibt dem Ganzen bereits vor Beginn des Gigs einen orientalischen Anstrich, indem er in ein Gewand gehüllt ist und mit Räucherstäbchen die Bühne und den Vorraum beweihräuchert. Wirkt irgendwie sehr cool.

 

Subterranean Masquerade haben das Publikum sofort im Griff. Feinster Progressiv Metal mit Anteilen an Avantgarde Metal und Wechsel von clean und harsh Voices ist angesagt. Die Band versteht es, das Publikum in ihr Treiben von der ersten Sekunde an einzufangen. Sind die denn jetzt Headliner, oder was geht da ab!? Nein, sie supporten heute nur die noch folgenden Orphaned Land. Sie erzählen mir am Ende des heutigen Konzertabends jedoch, dass sie im Herbst auf eine Headlinertour zurückkommen. Jungs, da bin ich direkt dabei, wenn ihr in meiner Nähe seid.

 

Böse Riffs folgen auf Klargesang, kreischende Gitarren wechseln sich mit bösen Growls ab. Der Mann an der Schießbude steuert seine schmetternden Drumbeats dazu. Immer besteht der Kontakt zum Publikum, das dazu animiert wird mitzumachen. Klar, die sind auf jeden Fall dabei. Tolle Party hier! Orientalischer Prog Metal meets europäischen Death Metal, so könnte man die Mischung beschrieben. Über allem schwebt der Sänger, der hier eine Wahnsinnsshow abreißt, natürlich von den restlichen Bandmembers vorzüglich unterstützt. Auf der Setlist stehen zunächst Specter und Reliving The Feeling vom vorletzten Longplayer The Great Bazar. Danach kommen ausschließlich nur noch Titel vom letzten Album Vagabond, bei dem Matan Shmuely, der Drummer von Orphaned Land, noch dabei war! Auch beim Gig von Subterranean Masquerade lässt sich nur sagen: viel zu schnell vorüber. Da freue ich mich, sie demnächst wieder zu sehen!

 

Natürlich warten heute die allermeisten Fans auf die israelischen Landsleute von Subterranean Masquerade. Die kommen dann auch. Die ersten Töne des letzten Albums (2018) Of Unsung Prophets & Dead Messiahs lassen sich vernehmen. Ein Raunen geht durch das Publikum. Mit The Cave sind wir dann bereits bei Of Unsung Prophets & Dead Messiahs. Danach folgt der Titelsong des vorletzten Albums All Is One, mit dem Orphaned Land in Europa großen Erfolg hatten.
Im Vordergrund der Band steht Kobi Farhi, der Sänger und Frontmann der Band. Der strahlt auch schon einiges aus und nimmt das Publikum auf die Reise der Band mit. Er strahlt zugleich Ruhe und Spannung aus. Der Messias für das Publikum könnte man meinen, auf jeden Fall wirkt er optisch so.

 

Die Band hat ein klares politisches und non-religiöses Standing. Sie setzt sich für Völkerverständigung und -vereinigung ein. Das nimmt man dem charismatischen Kobi Farhi ab. Auf der Setlist steht auch die Single Like Orpheus vom letzten Album, bei dem auf der Aufnahme Blind Guardians Hansi Kürsch dabei war. Der ist heute natürlich (leider) nicht dabei. Schade, das wäre es doch gewesen, wenn er als Überraschungsgast noch aufgetreten wäre. Langsamere Songs mit orientalischem Touch wechseln sich mit härteren Metalsongs ab. Progressiv Metal mit orientalischem Einfluss. Der Auftritt endet mit Norra Et Orna, welches noch als Zugabe gegeben wird. Mit großem Applaus werden die Israelis heute aus Köln verabschiedet. Die einzelnen Bandmembers sind anschließend noch kurz rund um den Merchstand zu sehen und zu sprechen.

 

Lange Zeit, um zu verweilen und mit den Musikern der Bands zu sprechen, bleibt hier im Helios 37 leider nicht. Wie üblich ist das Security Personal schnell da und schickt die Fans, höflich, aber bestimmend aus den Räumlichkeiten. So, wie das im Helios 37 nach den Konzerten immer abläuft, habe ich es noch nie irgendwo anders angetroffen. Schade, denn einige Fans hätten sich gerne noch länger mit den Musikern unterhalten.

 

Fazit: Genialer orientalischer Prog Metal Abend mit zwei ausgezeichneten israelischen Bands im Helios 37. Würzig scharf garniert mit der indischen Death / Thrash Kapelle Systemhouse 33 als Opener

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