Presented by TFM.rocks: Curse Of Khatru & Swart Impaler am 06.12.2025 live im Florinsmarkt Koblenz

Nikolaut zu Nikolaus im Florinsmarkt

Bands: Curse Of Khatru, Swart Impaler

Ort: Florinsmarkt Koblenz, Burgstraße 16, 56068 Koblenz

Datum: 06.12.2025

Genre: Death Metal, Blackened Death Metal, Extreme Metal

Kosten: 13 Euro VVK, 15 Euro AK

Veranstalter: Bands / Florinsmarkt

Ein Nikolausabend in Koblenz

Heute, am 6. Dezember 2025, pünktlich zum Nikolaustag, wird es in Koblenz nicht nur winterlich – es wird laut. Sehr laut. Der Florinsmarkt, die altehrwürdige Metalkneipe in der Altstadt, lädt zu einem besonderen Abend ein. Mit Curse Of Khatru und Swart Impaler stehen zwei Formationen auf der Bühne, die dunkle Stimmung, rohe Energie und packende Live-Atmosphäre garantieren. Klar sind wir dabei und wir treffen etwas vor dem Beginn ein. Die eine oder andere Begrüßung und Umarmung muss natürlich sein, das beginnt schon direkt am Eingang, denn da empfängt uns Jochen, der Inhaber des Florinsmarkt, bereits herzlich.

Swart Impaler eröffnen den Abend

Den Opener heute machen Swart Impaler, die ich zuvor bereits vor fast einem Jahr beim Horns Up Vol. 1 im JUZ Andernach erlebt habe. Damals haben mich die Jungs völlig überrollt. Heute freue ich mich umso mehr, sie erneut live zu sehen, und bin gespannt, ob sie wieder die gleiche Wirkung hinterlassen. Swart Impaler, das sind Steven (Vocals), Andi (Bass), Alex, Chris (Gitarren) und Hendrik (Drums). Eine noch recht junge Band im Koblenzer Metal-Karpfenteich, aber keineswegs unbeschriebene Blätter. Einige von ihnen stammen aus der Koblenzer Sludge-Institution Corova, weshalb man hier durchaus von einem musikalischen Phönix aus der Asche sprechen kann. Zudem spielen Chris und Hendrik aktuell noch bei Alpha Bastard.

Swart Impaler, Florinsmarkt Koblenz 2025, Pic by Big Simonski

„Plaque and Death“: Der Sound von Swart Impaler

Swart Impaler sind vom ersten Ton an rau, roh, dreckig, kompromisslos: Blackened Death Metal volle Breitseite, oder wie sie es selbst nennen: „Plaque and Death.“ Mit dem ersten Song schiebt sich sofort eine massive Klangwand in den Raum. Der Fünfer wirkt entschlossen, kraftvoll und auf den Punkt eingegroovt. Mit Mother Of Lies und Seasnake stehen heute zwei Songs ihrer digitalen EP Darken auf der Setliste, die dieses Jahr erschienen ist und deren Wucht live noch einmal deutlich mehr ins Gesicht fährt.

Steven im Mittelpunkt: Präsenter geht’s kaum

Fronter Steven ist der unbestrittene Dreh- und Angelpunkt der Show. Er entfesselt eine stimmliche Wucht, die alles im Umkreis von zehn Metern erzittern lässt – aber das wirklich Bemerkenswerte ist seine Präsenz. Die Bühne im Florinsmarkt ist klein und eng (gerade für ein Quintett), doch Steven lässt sich davon nicht im Geringsten einschränken. Mehrmals verlässt er die Bühne komplett, mischt sich mitten unter die Zuschauer, schreit seine Vocals direkt in die Menge und sucht den Augenkontakt. Es wirkt unmittelbar, roh und menschlich – genau die Art Live-Energie, die man nicht künstlich erzeugen kann. Und diese Nähe berührt auch ihn selbst: Mehrmals bedankt sich Steven sichtlich gerührt beim Publikum, fast ungläubig über den Zuspruch, und ruft wiederholt: „Leute, das könnt ihr nicht machen – danke!“

Energie, Schnaps und Fäuste: Der Funke springt über

Zwischen den Songs wird es immer wieder laut, Fäuste gehen hoch, Köpfe nicken, und ein paar Mal wird auch eine Flasche Schnaps zur Stärkung auf die Bühne durchgereicht, was in dem kleinen, vertrauten Rahmen fast schon wie ein traditionelles Ritual wirkt. Die Band nimmt es mit Humor und nutzt die kurze Zäsur, um sich gegenseitig und das Publikum anzufeuern. Die restliche Band agiert mit der Präzision eines Holzfällerteams, das mit Äxten und purer Willenskraft arbeitet. Jeder Schlag, jede Linie, jedes Riff ist ein Pfahl – Swart Impaler machen ihrem Namen alle Ehre.

Ich ertappe mich mehrmals dabei, einfach nur dazustehen – hingerissen und völlig eingesogen von diesem schwarzen, zähfließenden Klanghonig. Dass die Band noch so frisch in der Szene ist, wirkt fast absurd – so abgezockt und stilsicher klingt man normalerweise erst nach Jahren. Ein Wehmutstropfen bleibt jedoch am Schluss: Am Merchstand gibt es weiterhin keine Tonträger, die man mitnehmen könnte. Dafür soll demnächst noch etwas erscheinen, wie die Jungs uns versprechen. Ein Datum können sie allerdings leider immer noch nicht vermelden.

Swart Impaler, Florinsmarkt Koblenz 2025, Pic by Big Simonski

Nach dem Gig von Swart Impaler geht es erst einmal raus vor die Türe, Luft holen und fachsimpeln mit den Metal-Kollegen. Die Stimmung ist richtig gut, woran natürlich der Gig von Swart Impaler eben großen Anteil gehabt haben dürfte. Pünktlich dann wieder rein, denn den anstehenden Act will auch niemand verpassen.

Curse Of Khatru – Der Fluch des rohen und ungeschliffenen Death Metals

Curse Of Khatru, das Death-/Extreme-Metal-Trio, das erst im März über FDA Records sein selbst betiteltes Debüt veröffentlicht hat, steht heute zum erst zweiten Mal überhaupt auf einer Bühne. Man spürt es: ein Hauch von Nervosität, ein leichtes Knistern in den Bewegungen, ein kurzes Tiefdurchatmen vor der ersten Note. Doch kaum schlägt die Band an, verwandelt sich diese Nervosität in puren, konzentrierten Furor. Auf die Band aufmerksam geworden bin ich erst beim Stöbern im Labelkatalog von FDA Records, denn da stolperte ich über das Artwork und die Beschreibung des Albums, und plötzlich war ich mittendrin in diesem brodelnden neuen Kapitel des regionalen Death Metals. Ein Review zur Scheibe und ein Interview mit den drei Jungs bei mir zu Hause folgt und nun endlich Curse Of Khatru als Live-Erlebnis.

Curse Of Khatru, Florinsmarkt Koblenz 2025, Pic by Big Simonski

Ein Trio, das live als Quartett vom ersten Moment an zündet

Curse Of Khatru –in Persona 4QSAESH (Vocals/Gitarre), Ace Riker (Gitarre) und KALLE655321 (Drums) und ein zusätzlicher Live-Bassist (verdammt, ich hätte nach dem Namen fragen sollen, hätte aber wahrscheinlich solch einen Namen wie Knufti666ZYZ als Auskunft bekommen) – betreten die Bühne beinahe schüchtern. Doch sobald das Licht wechselt und die ersten Schläge fallen, haut das Trio mit einer Präzision und Wucht rein, als wären sie seit Jahren im Touring-Kreislauf unterwegs. Sie spielen heute das komplette Album mit solchen Bangern u. a. wie The Ancient Fear, Grotesque Enigma, Mexican Service (tequilageölter Wahnsinn, der alle grinsen lässt), oder das bedrohliche, tonnenschwere Cut. Dazwischen stehen die restlichen Songs des Albums so überzeugend wie eine Naturgewalt. Die Tracks fressen sich tief in die Atmosphäre dieses Abends. Diese Mischung aus leichter Unsicherheit und purer Entladung macht ihren Auftritt fast noch authentischer, verletzlicher und ja: ehrlicher.

Ein Finale mit Sodom-Cover

Als das komplette Album durch ist, packen Curse Of Khatru plötzlich noch ein Sodom-Cover aus. Welches? Ganz ehrlich: Keine Ahnung. Ihre eigenen Songs packen mich sowieso mehr als irgendein Sodom oder Gomarrha Cover 🙂 Dann ist kurze Stille und dann Applaus und Zugaberufe. Eine Zugabe gibt es allerdings nicht mehr, 4QSAESH erklärt sogar wieso: „Wir sind durch, wir haben nichts mehr!“ Auch das ist sehr sympathisch und authentisch. So muss das sein. Die Performance selbst war geil. Vielleicht ist genau das die perfekte Art, ein Konzert zu beenden, ungeheuer ehrlich und sympathisch. Und sowieso war der Gig keine einzige Sekunde langweilig: brutal, technisch stark, kompromisslos und überraschend emotional. Wenn das hier der zweite Auftritt war, möchte ich gar nicht wissen, wie der zehnte klingt. Oder doch – sehr sogar!

Curse Of Khatru, Florinsmarkt Koblenz 2025, Pic by Big Simonski

Wieder mal ein klasse Abend im Florinsmarkt in Koblenz mit erstklassigen (regionalen) Underground-Bands. Danke an Jochen, dass er den Bands und uns Metalfans das ermöglicht!

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