Event: Queensrÿche – Europe Summer 2026
Bands: Queensrÿche, Rivers Of Nihil
Ort: Markthalle, Klosterwall 11, 20095 Hamburg
Datum: 16.06.2026
Kosten: VVK circa 49,45 €, AK 50 €
Zuschauer: ca. 750 Leute
Genre: Progressive Metal, Progressive Rock, Progressive Power Metal, Progressive Death Metal, Technical Death Metal
Link: http://www.markthalle-hamburg.de
Setlist Queensrÿche:
- Queen Of The Reich
- Operation: Mindcrime
- Walk In The Shadows
- Speak
- I Don’t Believe in Love
- London
- Best I Can
- Warning
- Neue Regel
- Behind The Walls
- Take Hold Of The Flame
- Jet City Woman
- Screaming In Digital
- Anarchy-X
- Revolution Calling
- Empire
- Eyes Of A Stranger
Die US-Progressive-Metaller Queensrÿche sind auf Sommertour und beehren die altehrwürdige Markthalle. Der Dienstag ist bestimmt nicht der optimale Konzerttag, dazu läuft die Festivalsaison bereits. Aber bei bestem Wetter, trocken, knappe 20 Grad, machen sich doch einige Fans auf den Weg in den legendären Club. Neben der Band zieht auch das Ambiente und ist für die metallisch orientierte Meute aus Hamburg sowas wie ein Nachhausekommen. Viele Jahre war die Markthalle der Treffpunkt mit unzähligen Metal-Konzerten von Saxon über Savatage bis Pretty Maids. Der Club steht vor seinem 50. Geburtstag Ende des Jahres, aber auch vor einem Umbau im kommenden Jahr. Da wird die Kombination Queensrÿche und Markthalle sehr gerne mitgenommen.
Die bekannten Gesichter trudeln nach und nach in der Venue ein. Ob es die Kollegen aus Bremen sind, die Hamburger Metalszene oder auch Schleswig-Holstein. Es wird entspannt geschnackt und gefachsimpelt, dann wird es Zeit für die Vorband und der Zuschauerzuspruch ist um 20 Uhr überschaubar.

Rivers Of Nihil kommen aus Pennsylvania und spielen einen technischen Death Metal. Handwerklich ist das stark. Selbst ein Saxofon haben die Herren am Start. Nur ist der musikalische Cocktail nicht allgemeinverträglich. Die Nummern sind wenig bis gar nicht melodisch und viele Queensrÿche-Fans geben nach zwei Titeln auf. Die Folge ist, dass der Vorraum und die Außenterrasse sehr gut bevölkert sind und im Saal nicht wirklich etwas los ist. 45 Minuten beackern die Tech-Death-Metaller die Bühne. Technisch hervorragend, nur nicht unbedingt für die Anhängerschaft von Operation: Mindcrime geeignet lautet das Fazit. Mit dem Konzertende wechselt sich das Publikum vor der Bühne einmal durch. Die jüngere Fraktion überlässt den Silberrücken die Filetplätze. Ab 21 Uhr füllt sich der Saal mehr und mehr und die Temperaturen bewegen sich in Richtung Sauna. Aber so soll ein Metal-Konzert auch sein. Eng, heiß, stickig und intensiv. Können Bandgründer Michael Wilton und seine Mitstreiter entsprechend abliefern?
Michael Wilton und Co. liefern ab

Wenn eine Band mit einem der Hits eröffnet, dann gleich zwei weitere Klassiker nachlegt, der Sound von A bis Z sofort passt und an den Saiten der Herr agiert, der den Tracks die Ausstrahlung gibt, dann geht nicht viel mehr. Zusammengefasst nennt sich das Queen Of The Reich, Operation: Mindcrime, Walk In The Shadows und die überragende Saitenarbeit eines Michael Wilton. Wer zum Beispiel den ehemaligen Sänger Geoff Tate mit seiner Band erlebt hat, wird den Unterschied sofort wahrnehmen.
Klar, Sänger Todd La Torre hat eine andere Stimmfarbe, aber eine unglaubliche Ausstrahlung auf der Bühne. Er versucht nicht, Tate zu kopieren, sondern interpretiert die Klassiker auf seine Art und Weise, und das macht der ehemalige Crimson-Glory-Fronter hervorragend. Gerade bei den Höhen ist er sicher. Da gibt es keine Abbrüche oder Schwankungen. La Torre zieht einfach durch. Ein Blick auf die Setlist reicht. Es ist ein Old-School-Set, das die Truppe abliefert. The Warning mit dem Titeltrack und Take Hold Of The Flame, Rage Of Order mit Nummern wie London und Screaming In Digital und das Material des Bestsellers Operation: Mindcrime. Die Fans kommen mit Mitgrölen, Headbangen und Fäuste-Recken gar nicht hinterher.

Die Zugabe legt dann nochmals drauf. Revolution Calling, Empire und Eye Of A Stranger. Eigentlich schade, dass mit Behind The Walls nur ein Stück von der noch aktuellen Platte Digital Noise Alliance im Set ist. Covid hat das Release etwas untergehen lassen. Aber auch hier lohnt es sich, die Ohren zu spitzen. Ähnlich wie The Verdict ist auch das 2022er-Release stark und Todd La Torre kommt hervorragend zur Geltung. Gegen wenige Minuten vor 23 Uhr endet die Livemusik und die Fans strömen aus der Venue.
Viel besser als der Gig von Michael Wilton und Co. lässt sich eine Clubshow nicht spielen. Nebenbei gibt es noch die Info, dass Queensrÿche an einer neuen Platte arbeiten, die vielleicht schon 2027 auf den Markt kommt. Danke an das Quintett für den bockstarken Gig. Unterm Strich bleibt festzuhalten, dass Queensrÿche nur echt mit Michael Wilton und dem ÿ sind.



















