Teutonic Slaughter – Cheap Food

30.01.2026 - Thrash Metal - Iron Shield Records - 36:25 Minuten

Von 2009 bis 2011 war die Band Bone Shatters aktiv, aber wenn ich richtig informiert bin, kam da nichts bei raus, außer, dass man sich im Jahre 2011 umbenannte in Teutonic Slaughter. Basser Fabian und Sänger/Gitarrist Philip waren die Mitbegründer und sind heute noch dabei. Und eigentlich ist man als Band recht stabil, denn bis ins Jahre 2023 spielte man mit dem gleichen Line-Up. Seit 2023 sind Drummer Nico (Ex-Reactor) und Gitarrist Ivan mit von der Partie. Bis zum Jahre 2018 hatte man zwei EPs und zwei Alben am Start und 2022 haute man noch eine Kompilation heraus. Mit neuer Truppe macht man sich dran, neues Material zu kredenzen, und dieses Resultat können wir jetzt auf dem dritten Album namens Cheap Food hören. Iron Shield Records zeichnet sich dafür verantwortlich.

Nichts geht ohne ein Intro, so auch bei Teutonic Slaughter, und wenn eine Band schon aus Gladbeck kommt, kann man auch noch einmal die Geschichte des Geiseldramas erzählen. Wer so wie ich schon zu den älteren Genossen gehört, kennt die Geschichte. Sehr interessant und vor allem ohne Pointierung.

Dann lassen sie aber die Musik für sich sprechen, und so soll es ja auch sein. Hostage kommt aus den Boxen geknallt und wer hätte es gedacht – schnelle und aggressive Riffs kommen aus den Boxen geflogen und beide Ohren können diesen nicht aus dem Weg gehen. Sehr lecker. Die Akzentuierung der Vocals bringt eine gewisse Neutralität und Spannung mit sich, und immer wieder kann der gemeine Fan an der heimischen Anlage Murder mitschreien. Sehr geil. Natürlich nicht neu oder anders, aber eben auf den Punkt gebracht, und es wird gedroschen, bis der Notarzt kommt und wieder geht. Nach knappen 150 Sekunden gönnen uns die Burschen eine kleine Pause und liefern ein Heavy-Metal-Solo der alten Schule ab, lassen dieses ausklingen und greifen dann natürlich wieder an. Ja, finde ich sehr geil. Wie gesagt, gerade diese passende Gesangsakrobatik zu den fetten Riffs und dem schnellen Drumming finde ich sehr geil. Am Ende noch ein wildes Gelächter und dann ist es auch erst mal gut gewesen.

Cheap Food gönnt uns dann zu Beginn erst einmal eine kleine Pause und kommt gechillt daher. Langsam, mit einzelnen Gitarrenanschlägen, läutet man den Titelsong des Albums ein. Die Jungs aus NRW liefern so schon einmal eine gelungene Variante. Aber natürlich geht kein Metalhead davon aus, dass es so bleiben wird, zumal der Song sechs Minuten geht. Und nach knappen 45 Sekunden ist es dann auch so weit. Kurz mal die Gitarre vorweg ins Rennen geschickt. Stopp und dann ab ins Inferno mit feinstem Geschrei. Attacke und wehe, hier nimmt irgendjemand jemanden gefangen. Man wird zwar musikalisch verhaftet, und so soll es ja auch sein, aber man bleibt auf freiem Fuß, um das Geschehen auch sachgerecht mitnehmen zu können. Das Teil bleibt straight, selbst beim Refrainpart, aber natürlich lässt man der Gemeinde wieder Platz, um mitmachen zu dürfen, und so kann man des Öfteren Cheap Food aus seinen trockenen Kehlen entrinnen lassen. Sehr schön. Trotz der aggressiven Klänge und der Geschwindigkeit geht man aber recht fachgerecht zur Sache und liefert ein geiles Riff nach dem anderen ab. Natürlich kann man das nicht fünf Minuten so durchziehen, und so baut man einen groovigen Part inklusive wildem Solo nach 20 Sekunden ein. Aus dem Solo heraus nimmt man dann wieder Fahrt auf und die Gitarren machen das, was sie machen sollen – sie dreschen. Geiles Brett und ein wirklich gelungenes Songwriting. Am Ende dreht man beim Gesang noch einmal durch – inklusive Gangshouts – und lässt langsam den Song ausklingen. Das Schöne ist, man achtet wirklich auf Details. Brett!

Thrash Metal ist eben Teutonen Sache

Thrash Metal ist eben Teutonen Sache. Dieses ist ja seit den Achtzigern bekannt und es ist echt schön zu sehen, und wer dieses schon im Namen verankert hat, lässt sich dementsprechend natürlich auch nicht lumpen. Logo. Hier spricht und herrscht der gute, alte Teutonen Thrash.

Songs wie Redistribution zeigen aber auch, dass die Burschen dem Heavy Metal, besonders die Gitarrenfraktion, nicht abgewandt sind. Der Anfang ist ziemlich geil und man baut den Song gelungen auf. Es wird danach zwar auch dem Thrash Metal gehuldigt, aber man bleibt eher gediegen. Und auch in den langsamen Passagen zeigt man sich sehr verspielt, aber man wird nie irgendwie ausfallend, sondern bleibt immer im Flow, und natürlich kann man auch hier mitschreien, wenn man möchte.

Das klingt wirklich ausgetüftelt und überlegt. Das Songwriting und die Herangehensweise sind wirklich alle erste Sahne. Und natürlich kennt man Riffs, wie z.B. das Eröffnungsriff von Witches Rock ‚N‘ Roll, zu Genüge, aber es ist eben die Verarbeitung der zum Metal verwendeten Zutaten, die eine leckere und ansprechende Mahlzeit auf den Tisch bringt. Und dieses haben sie drauf. Dieser Song ist eben auch wieder einfach nur geil. Thrash Metal trifft auf eine gewisse Motörhead-Attitüde, und dieses Ergebnis kann man hier hören. Das Ding wird live sicherlich abgehen wie ein Zäpfchen, da bin ich mir relativ sicher. Mit dabei sind der Rob von Warrant, der Marius von Smorrah und der Rob von Raging Rob. Dieses zeigt auch den Stellenwert der Band innerhalb der Szene.

Acht knallharte Songs im Dreschgewand

Und so kann man das Album einfach genießen. Zurücklehnen, aufdrehen und diese acht Songs im Dreschgewand einfach auf sich wirken lassen. Gewohnte Klänge neu aufgelegt und ein Songwriting, welches wirklich gelungen ist. Mucke, die Spaß macht. Der Nachrichtensprecher, der das Album eröffnet, beendet dieses auch. Alles gut durchdacht.

Hier geht es für weitere Informationen zu Teutonic SlaughterCheap Food in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Teutonic Slaughter – Cheap Food
Fazit zu Cheap Food
Das dritte Album der Gladbecker Formation ist meines Erachtens das Beste, was sie bis dato herausgebracht hat. Hier regiert natürlich der Teutonen Thrash, gepaart mit einigen Zitaten aus dem Heavy Metal und ganz viel Spielfreude. Schnelles und dreschiges Riffing, aber eben auch groovig. Roh, aggressiv und voller Energie wütet man herum, und die giftigen Vocals, zusammen mit der auf alt getrimmten, aber drückenden Produktion und dem präzisen und treibenden Drumming ergeben einfach ein rundes und geiles Ding. Thrash ’em all!

Anspieltipps: Hostage und Cheap Food
Michael E.
8.9
Leserbewertung0 Bewertungen
0
8.9
Punkte