The Journey Continues Tour 2016, Threshold & Support am 22.01.2016 im Turock, Essen

“Ein Mal Power, zwei Mal Prog, aber immer kraftvoll“

Eventname: The Journey Continues

Headliner: Threshold

Vorbands: Damnation Angels, Spheric Universe Experience

Ort: Turock, Essen

Datum: 22.01.2016

Kosten: 23,00 € VK, 28,00 € AK

Genre: Progressive Metal, Power Progressive Metal, Power Metal

Besucher: ca. 300 Besucher

Veranstalter: Nuclear Blast Records (http://www.nuclearblast.de/de/label/music/index.html)

Link: https://www.facebook.com/events/733616796742352/

Setliste:

Threshold:

  1. Freaks
  2. Mission Profile
  3. Watchtower On The Moon
  4. Unforgiven
  5. The Box
  6. Turned To Dust
  7. Lost In Your Memory
  8. Autumn Red
  9. The Mystery Show
  10. Siren Sky
  11. Oceanbound
  12. Pilot In The Sky Of Dreams
  13. Ashes

Zugabe:

  1. The Art Of Reason
  2. Slipstream

The Journey Continues Poster 2016

Nachdem ich ja schon bei der European Journey Tour 2014 dabei war, durfte ich mir natürlich die Fortsetzung in 2016 nicht entgehen lassen, die auch noch am gleichen Ort stattfinden sollte. Dieses Mal haben Threshold die ebenfalls aus Großbritannien stammenden Damnation Angels und die Franzosen Spheric Universe Experience als Support mitgebracht.

Als erstes müssen Damnation Angels ran, und da hat das Turock ausnahmsweise mal ganz großen Mist gebaut. Die Jungs starten pünktlich um 19:35 Uhr, da geht aber leider erst der Einlass los. Als ich als erste in das noch leere Turock komme, denke ich erst, es ist noch Soundcheck, aber nein, die armen Kerle müssen vor leeren Rängen spielen. Meinen Ärger über diesen Faux Pas kriegt dann leider ein vollkommen unschuldiger Ordner ab, sorry dafür, aber der musste raus! Umso mehr freut sich allerdings die Band, und Gitarrist Will Graney winkt mir zur Begrüßung sogar zu. Progressive Elemente sucht man bei Damnation Angels, die bislang zwei EPs und zwei Alben veröffentlicht haben, eher vergeblich, die Männer haben sich dem Power Metal verschrieben. Den zocken sie allerdings ordentlich runter, und die Stimme von Ignacio Rodriguez kommt auch live richtig gut rüber. Zunächst wirkt er noch etwas schüchtern, das gibt sich aber im Laufe des viel zu kurzen Auftritts, der dann auch mit mehr als nur freundlichem Applaus von den mittlerweile eingetroffenen Zuschauern bedacht wird.

Dannation Angels

Dannation Angels

Als nächstes kommen die fünf Männer von Spheric Universe Experience auf die Bühne. Hier geht es deutlich progressiver zur Sache, aber zu viel Vertracktheit ist die Sache der Franzosen nicht, die Songs gehen kraftvoll nach vorn und animieren den ein oder anderen, auch mich, einige Male zum Headbangen. Man merkt den Männern an, dass sie sich ohne Worte verstehen und aufeinander eingespielt sind. Kein Wunder, spielt man doch schon seit über 10 Jahren in der aktuellen Besetzung. Bislang wurden vier Alben veröffentlicht, das letzte in 2012. Da kann man natürlich für die Setliste aus dem Vollen schöpfen, und bei den vielen Instrumentalpassagen bleibt auch genug Zeit für viel Bewegung auf der Bühne. Selbst Keyboarder Fred Colombo kann sich dank einer tragbaren Ausgabe seines Instruments auch mal auf der Bühne aufmachen, um sich mit Gitarrist Vince Benaim bei feinen Soli gegenseitig anzustacheln. Der mit einer richtig tollen Stimme ausgestattete Franck Garcia ist, wenn er nicht gerade singenderweise am Bühnenrand steht, sowieso nur unterwegs. Eben noch beim Schlagzeuger Romain Goulon, steht er im nächsten Augenblick zwischen Keyboard und Bassist John Drai. Dabei findet er auch immer noch die Zeit, den Kontakt zum Publikum zu suchen, zieht dabei auch die anderen Bandmitglieder mit und steckt mit seiner augenscheinlichen Begeisterung alle an. Toller Auftritt, der auch viel zu schnell zu Ende ist. Die Schlussfrage von Franck Garcia, ob wir denn jetzt bereit für Threshold wären, wird natürlich unisono mit einem lauten „Yeah“ beantwortet.

Spheric Universe Experience

Spheric Universe Experience

Genauso unisono und lautstark werden dann die einzelnen Mitglieder von Threshold begrüßt, als sie nacheinander die Bühne betreten. Es war ja vorher angekündigt worden, dass man das komplette Album For The Journey aus dem Jahr 2014 live spielen würde. Los geht es allerdings mit dem Song Freaks vom Album Clone aus dem Jahr 1998, und natürlich wird dieser Song genauso textsicher vom Publikum begleitet, wie auch alle anderen. Von Anfang an ist es natürlich wieder Damian Wilson, der alle Blicke auf sich zieht. Außerordentlich gut gelaunt ist er wieder einmal ständig in Bewegung, nimmt direkt Kontakt zu den Fans in den ersten Reihen auf, schüttelt Hände, klopft auf Schultern und zeigt überwiegend ein freundliches Lächeln. Das vergeht ihm auch nicht, wenn er zu seinen diversen Ausflügen mitten ins Publikum startet und dann plötzlich von irgendwoher wieder auftaucht. Immer wieder streut er auch kleine Anekdoten ein, die ich leider dort, wo ich stehe, nicht immer ganz verstehe. Verstanden habe ich allerdings, warum es das Keyboardspiel heute nicht live gibt. Laut Damian Wilson ist Keyboarder Richard West grippegeplagt und kann deshalb heute nicht dabei sein. Stattdessen habe man sich die Mühe gemacht, das Keyboardspiel der vergangenen Konzerte aufzuzeichnen, damit man es heute aus dem Off laufen lassen kann. Wir würden heute also auch sämtliche Fehler hören, die Richard West in den vergangenen Konzerten unterlaufen seien, scherzt Damian Wilson.

Threshold

Threshold

Und weiter geht es, Song auf Song, bei denen alle drei Männer der Saitenfraktion auch ständig ihre Plätze wechseln, wobei sich Bassist Steve Anderson doch im hinteren Teil der Bühne am wohlsten zu fühlen scheint. Die beiden Gitarristen Karl Groom und Pete Morten lieben es aber anscheinend, sich des Öfteren mal gegenseitig anzustacheln. Dann stehen sie sich gegenüber, hauen sich die proggigen Riffs um die Ohren und grinsen sich breit an. Und Schlagzeuger Johanne James sitzt wieder an seinem angestammten Platz hinten links und verdrischt die Trommelfelle, dass ich mich manchmal frage, woher dieser doch relativ klein gewachsene Mann die Kraft nimmt. Ab und zu huscht ihm auch einmal ein Lächeln über das Gesicht, ansonsten ist der Mann hochkonzentriert.

Threshold

Threshold

Und dann ist das Album For The Journey auch schon durchgespielt, was aber natürlich nicht das Ende des Konzertes ist. Irgendwann fällt Damian Wilson dann auch ein, dass er ja beim letzten Mal einen ordentlichen Stagedive produziert hat, sich dann vom Publikum zum der Bühne gegenüberliegenden Balkon hat tragen lassen und dann von außen den Balkon hochgeklettert war. Da will er doch heute glatt probieren, ob das noch einmal so klappt. Er bittet nur darum, dass ihn das Publikum doch sicher fangen möge, damit er nicht auf den blanken Boden aufschlägt. Aber da muss er keine Angst haben, nach einem perfekten Stagedive wird er von vielen Händen bis vor den Balkon getragen, und alles ist wie im November 2014, als sich ihm viele helfende Hände entgegenstrecken und ihm auch noch das letzte Stück hinauf helfen.

Threshold

Threshold

Nachdem also For The Journey durchgespielt ist, geht es mit dem Song Oceanbound vom Album Hypothetica weiter, und natürlich dürfen zum Schluss des regulären Sets auch weder Pilot In The Sky Of Dreams noch Ashes fehlen. Nicht lange müssen wir die Männer dann noch um Zugaben bitten. Unser Wunsch wird mit den letzten beiden Songs des Abends, The Art Of Reason und Slipstream, erfüllt.

Threshold

Threshold

Und dann sieht man nur glückliche und strahlende Gesichter, egal, wohin man blickt. Tja, so ist das bei einem Threshold-Konzert. Auch mir macht der eklige Nieselregen, der mich auf meinem Weg ins Parkhaus begleitet, nur halb so viel aus, viel zu toll war dieser Abend, als das ich mich noch von irgendwas aus der Ruhe bringen lassen könnte.

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