Faces Of Fear – Veils Of Enchantment

13.03.2026 - Dark Metal, Black Metal - Eigenproduktion - 53:47 Minuten

Wenn man in Magdeburg oder generell in der regionalen Metal-Szene unterwegs ist, dürfte der Name Faces Of Fear eigentlich jedem Black- und Extreme-Metal-Fan ein Begriff sein. Die Band gehört zu den echten Magdeburger Urgesteinen, die seit den späten 90er-Jahren immer wieder ihre Spuren im Underground hinterlassen haben.

Gegründet wurden Faces Of Fear bereits 1997 in Magdeburg und bewegten sich von Anfang an irgendwo zwischen Black Metal, Dark Metal und düsteren, atmosphärischen Einflüssen. Inhaltlich beschäftigen sich die Songs oft mit Themen wie Philosophie, Religion, Metaphysik oder Tod, also genau dem Stoff, der im Black-Metal-Kosmos seit jeher eine große Rolle spielt.

In der Anfangszeit erspielte sich die Band vor allem im Underground einen Namen. In der Region rund um Magdeburg gehörten ihre Auftritte schnell zu den festen Größen in der Szene. Wie bei vielen Bands aus dieser Zeit gab es auch hier längere Pausen, doch die Leidenschaft für düsteren Metal blieb bestehen. Selbst nach Jahren der Stille kehrte die Band immer wieder zurück auf die Bühne und wurde von der lokalen Szene stets mit offenen Armen empfangen. Gerade deshalb hat das neue Album Veils Of Enchantment etwas Besonderes: Es ist kein typisches „neues Album“ einer jungen Band, sondern das Werk von Musikern, die diese Szene seit Jahrzehnten miterlebt und mitgestaltet haben. Und genau das hört man dem Album auch an.

Ein düsterer Einstieg – Atmosphäre statt Kompromisse

Schon beim ersten Song wird deutlich, wohin die Reise geht. Faces Of Fear setzen nicht auf modernen Hochglanz-Black-Metal, sondern auf eine Mischung aus klassischem Underground-Spirit, dunkler Atmosphäre und einer ordentlichen Portion melodischer Elemente.

Die Gitarren sind bewusst leicht hallend und schaffen sofort eine dichte Klangwand, während der Gesang irgendwo zwischen Black-Metal-Screams und düsterem Dark-Metal-Gesang pendelt. Diese Mischung sorgt dafür, dass die Songs zwar roh wirken, gleichzeitig aber auch viel und genau die richtige Atmosphäre besitzen. Genau diese Kombination aus Black-Metal-Riffs und fast schon gothicartigen Melodien verleiht dem Album seinen eigenen Charakter.

Dunkle Themen, starke Riffs – Song für Song durch die Schattenwelt

Der Opener Devil Woman wirkt dabei wie ein Tor in diese Welt. Er baut langsam Spannung auf, arbeitet mit dunklen Harmonien und zieht den Hörer Stück für Stück in die düstere Klanglandschaft hinein. Man merkt sofort: Dieses Album möchte nicht einfach nur brutal sein, es möchte Atmosphäre schaffen.

Im weiteren Verlauf entfaltet Veils Of Enchantment immer mehr Facetten. Ein früher Höhepunkt ist ein Song wie Down The Rhine’s Flow, der mit schweren Riffs und einer beinahe okkulten Atmosphäre arbeitet. Hier treffen klassische Black-Metal-Elemente auf eine leicht düstere Gothic-Note, was dem Stück einen sehr eigenen Charakter verleiht. Mit Chimeras In The Moonlit Gleam wird es noch intensiver. Der Song wirkt deutlich aggressiver und lebt stark von seinem treibenden Rhythmus. Die Gitarren sind scharf, die Vocals bissig – genau die Art von Track, die live ordentlich Druck entwickeln dürfte. Where Darkness Binds schlägt dann wieder eine andere Richtung ein. Hier dominieren epische Gitarrenläufe und ein düsteres Grundgefühl, das fast schon an alte europäische Black-Metal-Produktionen erinnert. Gerade dieser Song zeigt sehr gut, wie viel Erfahrung die Band mittlerweile in ihrem Songwriting hat. Besonders interessant wird es mit Lilith’s Curse Unveiled. Der Titel lässt bereits erahnen, dass es hier auch thematisch etwas moderner wird. Der Song verbindet die düstere Grundstimmung des Albums mit einer gewissen Selbstreflexion und wirkt dadurch überraschend vielschichtig. Der Titeltrack Veils Of Enchantment gehört für mich zu den stärksten Momenten der Platte. Hier kommen viele Elemente zusammen, z. B. atmosphärische Gitarren und eine dichte, nahezu hypnotische Stimmung. Der Song fühlt sich fast wie ein Ritual an, langsam, intensiv und voller dunkler Energie.

Zum Ende hin zeigt das Album noch einmal seine ganze Bandbreite. Die Songs bleiben düster und kompromisslos, gleichzeitig sorgt das abwechslungsreiche Songwriting dafür, dass keine Langeweile aufkommt.

Hier geht es für weitere Informationen zu Faces Of FearVeils Of Enchantment in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Faces Of Fear – Veils Of Enchantment
Fazit zu Veils Of Enchantment
Veils Of Enchantment ist ein Album, das vor allem eines zeigt: Faces Of Fear wissen ganz genau, was sie tun. Nach so vielen Jahren in der Szene klingt hier nichts gezwungen oder trendorientiert, vielmehr wirkt alles sehr authentisch und ehrlich.
Gerade Fans von klassischem Black Metal, der noch stark von Atmosphäre und düsteren Melodien lebt, dürften hier einiges finden, das ihnen gefällt. Die Songs besitzen genug Härte, gleichzeitig aber auch genügend Atmosphäre, um immer wieder neue Details zu entdecken.
Für mich persönlich fühlt sich dieses Album ein bisschen wie eine Rückkehr zu den Wurzeln des Underground-Black-Metal an, roh, düster und mit einer ordentlichen Portion Leidenschaft gespielt. Und genau das macht Veils Of Enchantment so stark.

Songtipps: Veils Of Enchantment, Chimeras In The Moonlit Gleam und A Succubus Affair
Dave S.
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