Das Interview mit Sänger Chris Höudini der Band Notörious zu den aktuellen Shows in Deutschland

Deutschlandtour-Auftakt, nordische Einflüsse, Live-Energie und der Sound zwischen Old School, Glam und Attitude

Band: Notörious

Herkunft: Bergen, Norwegen

Genre: Rock, Hard Rock, Heavy Rock, Heavy Metal, Glam Metal

Link: https://www.facebook.com/Notoriousbandofficial

Bandmitglieder:

Gesang – Chris Höudini
Gitarre, Gesang – Nikki DiCato
Bassgitarre, Gesang – Andy Sweet
Schlagzeug – Freddy Kixx

Mit ihrer energiegeladenen Mischung aus rauem nordischem Rock und kraftvoller Glam-Metal-Bühnenpräsenz haben sich Notörious längst einen Namen in der norwegischen Szene gemacht. Die Band aus der Hansestadt Bergen ist aktuell auf Deutschlandtour unterwegs und brachte ihre Songs bereits am 09.05.2026 auf die Bühne vom Rock Am Knick in Entrup.

Inspiriert von der wilden Natur Skandinaviens und dem Abenteuergeist ihrer Heimat, wollen die Musiker auch hierzulande das Publikum mitreißen. Frontmann Houdini spricht im Interview über den Tourauftakt, besondere Live-Momente und die Stimmung bei den deutschen Fans. Außerdem verrät er, warum sich Notörious auf der Bühne manchmal fühlen wie moderne Wikinger auf musikalischer Reise.

Time For Metal / René W.:
Eure Deutschlandtour hat gerade begonnen – wie habt ihr den Auftakt beim Rock Am Knick am 09.05.2026 in Entrup erlebt?

Notörious / Chris Höudini:
Für uns hätte der Tourauftakt kaum besser laufen können. Schon ab dem ersten Song hatten wir das Gefühl, dass zwischen uns und dem Publikum sofort eine Verbindung entstanden ist. Gerade weil es unsere erste Show in Deutschland war, bedeutet uns dieser Empfang unglaublich viel.

Time For Metal / René W.:
Was war für dich persönlich der emotionalste oder verrückteste Moment bei eurer ersten Deutschland-Show?

Notörious / Chris Höudini:
Der emotionalste Moment für mich ist immer, wenn das Publikum bei Shout Out For Love laut mitsingt. In genau solchen Momenten vergisst man alles um sich herum und realisiert plötzlich, warum man überhaupt Musik macht. Gerade bei unserer ersten Deutschland-Show war das ein unglaubliches Gefühl – ich konnte gar nicht aufhören zu grinsen.

Time For Metal / René W.:
Hat euch das Publikum in Entrup irgendwie überrascht – vielleicht mit einer besonderen Reaktion oder Stimmung?

Notörious / Chris Höudini:
Das Publikum war von Anfang an extrem engagiert und hat direkt bei den Mitsing-Parts mitgemacht. Das hat uns wirklich überrascht, vor allem, weil es unser erstes Konzert in Deutschland war.

Time For Metal / René W.:
Ihr kommt aus Bergen in Norwegen – wie sehr beeinflusst die nordische Atmosphäre eure Musik und euren Sound?

Notörious / Chris Höudini:
Auch wenn unsere Musik stark vom klassischen Heavy Metal der 80er inspiriert ist, steckt definitiv etwas Nordisches darin. Bergen hat etwas Dunkles, Raues und Atmosphärisches – und ich glaube, genau das hört man auch in unserem Sound.

Nordische Einflüsse, der Songwriting-Prozess und das Tourleben

Time For Metal / René W.:
Eure Songs wirken oft roh, kraftvoll und abenteuerlustig – was inspiriert euch beim Songwriting am meisten?

Notörious / Chris Höudini:
Uns inspiriert vor allem die gemeinsame Leidenschaft für diese Art von Musik. Wir sind mit Bands aufgewachsen, die große Refrains, starke Riffs und echte Persönlichkeit hatten – und genau dieses Gefühl wollen wir auch in unsere Songs bringen. Am Ende schreiben wir einfach die Musik, die wir selbst hören wollen, und genau deshalb fühlt sich alles ehrlich und natürlich an.

Time For Metal / René W.:
Auf welche Deutschland-Show der Tour freut ihr euch aktuell besonders – und warum genau diese?

Notörious / Chris Höudini:
Für uns zählt immer die nächste Show – dort wollen wir jedes Mal alles geben. Genau darauf liegt unser Fokus: die bestmögliche Performance beim nächsten Konzert abzuliefern.

Time For Metal / René W.:
Ihr spielt sowohl Clubshows als auch Open-Air-Events: Wo fühlen sich Notörious mehr zu Hause – auf der kleinen, verschwitzten Bühne oder unter freiem Himmel?

Notörious / Chris Höudini:
Beides hat seinen eigenen Reiz, aber wenn wir ehrlich sind, fühlen wir uns auf einer großen Open-Air-Bühne am wohlsten. Da entsteht einfach eine besondere Energie – große Lautsprecher, offene Luft, viele Menschen und dieses Festivalgefühl. Genau dafür ist unsere Musik gemacht.

Time For Metal / René W.:
Wenn du den Sound von Notörious mit drei Worten beschreiben müsstest – welche wären das?

Notörious / Chris Höudini:
Old School, Glam und Attitude. Für uns geht es darum, die Energie und den Spirit des klassischen Heavy Metal einzufangen, aber gleichzeitig alles lebendig und wild wirken zu lassen. Und am Ende soll jeder dabei einfach eine verdammt gute Zeit haben.

Zwischen ernstem Rock’n’Roll und Wikinger-Humor: ein paar ungewöhnliche Fragen an Notörious

Time For Metal / René W.:
Wer aus der Band würde bei einer echten Wikingerreise vermutlich als Erstes über Bord gehen?

Notörious / Chris Höudini:
Freddy wäre wahrscheinlich der Erste, der bei einer echten Wikingerreise über Bord gehen würde. Wahrscheinlich hätte er so eine Reise ohnehin nicht lange ausgehalten und wäre irgendwann nachts nach zu viel Met und zu wenig Schlaf einfach über Bord verschwunden.

Time For Metal / René W.:
Ebenfalls humorvoll: Was darf auf keiner Tour fehlen – Lederjacke, norwegischer Kaffee oder ein geheimer Tour-Snack?

Notörious / Chris Höudini:
Auf Tour darf unser geheimer Tour-Snack auf keinen Fall fehlen!

Time For Metal / René W.:
Ihr seid mit der „True Norwegian Glam Invasion“ in Deutschland unterwegs – was passiert live auf eurer Bühne, was kein Video jemals einfangen kann?

Notörious / Chris Höudini:
Es ist die Energie im Raum – der Schweiß, das Chaos und dieser Moment, in dem alles passieren kann und wir noch härter nachlegen. Es sind die Blicke, die Rufe, die Spontanität und diese rohe Intensität, die es nur genau in diesem Augenblick gibt.

Time For Metal / René W.:
Wer von euch hat eigentlich mehr Haarspray verbraucht als Benzin im Leben?

Notörious / Chris Höudini:
Das bin garantiert ich. Ich glaube, ehrlich gesagt, dass ich im Laufe meines Lebens mehr Geld für Haarspray ausgegeben habe, als für Benzin. Aber bei einer Glam-Metal-Band muss man eben Prioritäten setzen.

Time For Metal / René W.:
Wenn Bergen ein Gitarrenriff wäre – wie würde es klingen?

Notörious / Chris Höudini:
Wenn Bergen ein Gitarrenriff wäre, würde es dunkel, schwer und dreckig klingen. Die Stadt hat etwas Raues und Atmosphärisches – Regen, Nebel, alte Straßen und gleichzeitig eine starke Musikszene. Ich glaube, genau diese Stimmung steckt auch irgendwo in unserer Musik.

Time For Metal / René W.:
Was ist schlimmer: ein kaputter Amp oder ein Bad-Hair-Day vor der Show?

Notörious / Chris Höudini:
Ein kaputter Verstärker ist schlimmer – Haarspray kann man immer benutzen, um einen Bad-Hair-Day zu retten.

Time For Metal / René W.:
Glam Metal oder True Norwegian Glam Metal – wo genau beginnt der Wahnsinn?

Notörious / Chris Höudini:
Der Wahnsinn beginnt wahrscheinlich genau dort, wo klassischer Glam Metal auf norwegische Energie und Mentalität trifft. Wir lieben den großen 80er-Sound, aber gleichzeitig steckt bei uns etwas Rohes und Unberechenbares drin. Genau daraus entsteht dieser „True Norwegian Glam Metal“-Gedanke.

Time For Metal / René W.:
Wer von euch ist backstage am lautesten, bevor ihr überhaupt spielt?

Notörious / Chris Höudini:
Ich bin wahrscheinlich backstage am lautesten, wenn ich meine Stimme vor der Show aufwärme. Kurz vor dem Auftritt steigt die Energie immer komplett an – da wird viel gelacht, herumgeschrien und jeder versucht, sich noch einmal in den richtigen Modus zu bringen.

Time For Metal / René W.:
Wenn eure Musik ein 80er-Film wäre – welcher wäre es?

Notörious / Chris Höudini:
Wahrscheinlich Top Gun. Dieser Film hat genau die Energie, die auch wir an unserer Musik lieben – Geschwindigkeit, Attitude, große Emotionen und dieses leicht gefährliche Gefühl, dass jederzeit alles eskalieren könnte. Gleichzeitig steckt darin aber auch etwas Großes und Hymnenhaftes, und genau das versuchen wir ebenfalls mit unserer Musik einzufangen.

Time For Metal / René W.:
Wer würde in der Band am schnellsten in einer schlechten Hair-Metal-Biografie sterben?

Notörious / Chris Höudini:
Freddy würde in einer schlechten Hair-Metal-Biografie definitiv als Erster sterben – wahrscheinlich wegen irgendeiner völlig absurden Entscheidung mitten in der Nacht. Aber genau deshalb wäre er vermutlich auch einer der unterhaltsamsten Charaktere im ganzen Film.

Time For Metal / René W.:
Was ist wichtiger: Riff, Refrain oder Pose?

Notörious / Chris Höudini:
Attitude – das Riff und der Refrain können noch so gut sein, aber ohne Attitude bringt das alles nichts.

Time For Metal / René W.:
Habt ihr jemals versucht, nicht wie eine Band aus den 80ern zu klingen?

Notörious / Chris Höudini:
Nicht wirklich. Diese Musik steckt einfach tief in uns drin und genau daraus ziehen wir unsere Energie. Natürlich wollen wir keine Kopie der Vergangenheit sein, aber wir lieben diesen Sound, diese großen Hooks und diese kompromisslose Attitude. Alles andere würde sich für uns einfach unehrlich anfühlen.

Time For Metal / René W.:
Welche Stadt in Deutschland schreit am lautesten zurück?

Notörious / Chris Höudini:
Bisher definitiv Entrup – aber das liegt natürlich auch daran, dass dort unsere erste Deutschland-Show stattgefunden hat. Das Publikum hat uns sofort unglaublich viel Energie zurückgegeben, und genau solche Abende vergisst man nicht so schnell.

Time For Metal / René W.:
Was ist schlimmer: falscher Ton oder falsches Outfit?

Notörious / Chris Höudini:
Ein falscher Ton ist schlimmer – das Outfit kann man zur Not einfach ausziehen.

Time For Metal / René W.:
Wenn eure Tour 2026 ein Auto wäre – welche völlig übermotorisierte, leicht gefährliche Karre wäre das und wer sitzt am Steuer, wenn alles schiefgeht?

Notörious / Chris Höudini:
Es wäre ein roter Ferrari mit viel zu viel Motor und null Selbstkontrolle. Er sieht perfekt aus – bis er es plötzlich nicht mehr tut. Und natürlich sitzt Freddy am Steuer.