Kalamata – Zenosyne

26.06.2026 - Psychedelic Stoner Rock, Post Rock - Copper Feast Records / Made Of Stone Recordings - 41:08 Minuten

Zenosyne, das dritte Studioalbum der Hildesheimer Band Kalamata, erscheint am 26.06.2026 über Copper Feast Records / Made Of Stone Recordings und wird als CD sowie in limitierten Vinylvarianten (Purple Galaxy, Red/Blue Cornetto und A-Side/B-side Pink/White) erhältlich sein.

Rückkehr nach neun Jahren

Neun Jahre nach Disruption melden sich Kalamata mit ihrem dritten Studioalbum zurück. In der Zwischenzeit hat sich vieles verändert: Die Band hat personelle Umbrüche erlebt, Konzerte und Touren gespielt, schwierige Phasen durchgestanden und zugleich neue musikalische Wege erkundet. All diese Erfahrungen scheinen auf Zenosyne ihren Platz gefunden zu haben. Das Ergebnis ist kein nostalgischer Rückblick, sondern ein Album, das sich mit Bewegung, Wandel und der Wahrnehmung von Zeit beschäftigt.

Zeitgefühl und Bedeutung

Der Titel verweist auf das Gefühl, dass die Jahre mit zunehmendem Alter immer schneller vergehen. Dieses Motiv schwingt über der gesamten Platte, ohne jemals aufdringlich in den Vordergrund zu treten. Wie schon auf den Vorgängern You (2014) und Disruption (2017) ergeben auch diesmal die fünf Songtitel hintereinander gelesen einen vollständigen Satz: „There, Is, No, Coming, Back“. Was zunächst resignativ wirken könnte, entfaltet im Kontext des Albums vielmehr eine nachdenkliche Kraft. Es geht um Veränderung, Vergänglichkeit und die Erkenntnis, dass der Blick stets nach vorne gerichtet bleiben muss.

Bildwelt des Albums

Auch das Artwork fügt sich nahtlos in diese Gedankenwelt ein. Es basiert auf der Legende der Hildesheimer Jungfrau, die nach dem Verlust ihres Bräutigams orientierungslos durch die Dunkelheit irrt, bis das ferne Läuten einer Glocke sie zurück in die Welt führt. Dieses Bild steht sinnbildlich für einen Zustand zwischen Verlorensein und Rückkehr, zwischen innerer Starre und neuer Bewegung. Das Cover erweitert damit die emotionale Ebene des Albums, ohne sie zu illustrieren – vielmehr öffnet es einen zusätzlichen Raum für Interpretation und Atmosphäre.

Klang zwischen Schwere und Weite

Musikalisch gelingt es Kalamata, diese Gedanken in Klang zu übersetzen, ohne auf Worte angewiesen zu sein. Die fünf Instrumentalstücke entwickeln sich langsam und organisch. Statt schneller Höhepunkte setzt das Trio auf Atmosphäre, Dynamik und einen sorgfältigen Spannungsaufbau. Motive werden eingeführt, variiert und weiterentwickelt, bis sie sich in kraftvollen Ausbrüchen entladen.

Dabei bewegt sich die Musik zwischen mehreren Polen: schwere Riffs und die erdige Kraft des Stoner Rock treffen auf weite, cineastische Klangräume. Psychedelische Gitarrenflächen, markante Bassläufe und ein präzises, dynamisches Schlagzeugspiel verbinden sich zu dichten, oft hypnotischen Kompositionen. Die Band (Peter Jaun – Gitarre, Niki Hosseinian-Sereshki – Bass und Olly Opitz – Schlagzeug) versteht es dabei, Spannung nicht nur durch Lautstärke, sondern durch Geduld und Struktur entstehen zu lassen.

Auch die Produktion trägt wesentlich zur Wirkung bei. Statt roher Direktheit liegt der Fokus auf Klangtiefe, Details und Texturen. Dadurch gewinnt die Musik an Räumlichkeit und Intensität, viele Nuancen erschließen sich erst nach wiederholtem Hören.

Hier! geht es für weitere Informationen zu Kalamata – Zenosyne in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Kalamata – Zenosyne
Fazit zu Zenosyne
Zenosyne ist ein intensives, atmosphärisch dichtes Album, das Geduld verlangt und genau dadurch überzeugt. Kalamata verbinden Stoner-Wucht mit psychedelischer Weite und postrockiger Spannungskultur zu einem Werk, das sich stetig entfaltet.

Anspieltipps: There, No und Back
Juergen S.
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