Masterplan – Metalmorphosis

26.06.2026 – Power Metal, Melodic Metal – Frontiers Records – 50:39 Minuten

Neun Jahre hat es gedauert, bis der ehemalige Helloween-Gitarrist Roland Grapow mit seiner Band Masterplan neues Material veröffentlicht. Nach PumpKings 2017 herrschte Funkstille. 2026 folgt Metalmorphosis und damit verbunden ein Labelwechsel. Es geht von AFM Records zu Frontiers Records, dem italienischen Spezialisten für melodischen Rock und Metal. Ein Wink mit dem Zaunpfahl?

Metalmorphosis beendet eine neunjährige Pause

Personell hat sich nichts verändert. Die gleiche Bandbesetzung, die PumpKings eingespielt hat, ist auch für Metalmorphosis zuständig. Die Tour zum neuen Release ist bereits Geschichte. Im April waren Masterplan unter anderem auch in Hamburg und präsentierten die bis dato veröffentlichten Singles. Wie schlägt sich das neue Material im Vergleich zu den Klassikern von Masterplan?

Chase The Light nennt sich der Anfang und bietet einen melodischen Metaller, dem die großen Momente fehlen. Handwerklich ist die Nummer in Ordnung, aber die Initialzündung für die neue Platte ist das Stück nicht. Etwas power-metallischer kommt Electric Nights aus den Boxen, Shadow Man klingt vom Titel bereits düster. Stampfend, zwischen Rock und Metal, mit einer dunklen Attitüde, aber ausreichend Melodie, gibt es einen interessanten stilistischen Schlenker und das Prädikat absolut hörenswert.

Das nachfolgende Bound To Fall kommt über den Status eines modern angehauchten melodischen Standard-Metallers nicht hinaus, Pain Of Yesterday knüpft mit einer getragenen Midtempo-Nummer an seinen Vorgänger an, verzichtet aber auf die modernen Elemente. Ob der mit Keyboardklängen aufgepeppte Titeltrack Metalmorphosis, der schnelle und zielstrebige Power-Metaller Through The Storm oder Ghostlight: Masterplan verpacken Melodie auf Melodie, wobei Through The Storm mit Old-School-Vibes punkten kann.

In Richtung Finale holen die Herren mit The Call die Moderne ins Boot. Mit einer Laufzeit von mehr als acht Minuten sticht die Nummer bereits von den Eckdaten hervor. Das tatsächliche Resultat ist eher ernüchternd. Melodie, Keyboard und wenig Reibungspunkte. Für einen Langläufer bietet The Call kaum bis keine Ohrenhaken, die sich in den Gehörgängen der Fans festsetzen. Grapows ehemalige Band Helloween hat nicht nur in der Vergangenheit ganz andere Longtracks geliefert und zeigt Masterplan klar und deutlich die Rücklichter. Die Neuauflage der 2024er-Single Rise Again setzt den Schlusspunkt unter circa 50 Minuten Metalmorphosis.

Hier geht es für weitere Informationen zu MasterplanMetalmorphosis in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Masterplan – Metalmorphosis
Fazit Metalmorphosis
Grundsätzlich ist Metalmorphosis keine schlechte Platte, jedoch drängt sich das Gefühl auf, dass Grapow und Co. ihr Potenzial liegenlassen. Was Frontiers Records als Label verspricht, setzen Masterplan um. Melodien kreieren die Herren im Dutzend. Bis auf das düstere Shadow Man gibt es viel zu wenig Haltepunkte für die Fans, sodass kaum mehr als die eine oder andere Tempovariation im Gedächtnis bleibt und die Masse der Nummern sich den Begriff Standardmaterial verdient. Eine Enttäuschung ist der Longtrack The Call, bei dem keine stilistischen Ausbrüche zu finden sind, sondern auf moderne und eingängige Elemente gesetzt wird, die genauso schnell in Vergessenheit geraten wie die ganze Nummer.

So bleibt am Ende kaum mehr als ein knapp überdurchschnittliches Fazit, wobei neben Shadow Man noch die Power-Metaller Electric Nights und Through The Storm überzeugen können. Schade, etwas mehr Mut beim Songwriting hätte Metalmorphosis gutgetan. Dass die Herren mehr draufhaben als Standardkost, zeigt der hervorstechende Shadow Man.

Anspieltipps: Electric Nights, Shadow Man und Through The Storm
Jürgen F.
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