Seit Covid war viel los bei Matthias Lasch, alias Matt Sinner. Erst die langwierige Erkrankung, bei der verschiedene Ärzte ihm keine gute Prognose ausstellten, dann die Aufsplittung bei Primal Fear und das langsame Zurückkämpfen auf die Bühnen dieser Welt. Sinner, das eigentliche Soloprojekt von Lasch, sagt nach 45 Jahren Boom Bang Goodbye. Das finale Album ist produziert und steht ab Ende Juli in den Plattenläden.
Boom Bang Goodbye – Sinner verabschieden sich
Ob es sich bei dem Abschied um das komplette Ende der Band handelt, oder um das finale Studioalbum, haben die Protagonisten offengelassen. Eine Abschiedstour sollte möglich sein, trotz der Überschneidungen mit Primal Fear. Damit kommen wir zu der Personalrotation, die auch Sinner für Boom Bang Goodbye erfasste. Gitarrist Alex Scholp und Drummer Moritz Müller gehören zum Bestand. Neu dabei sind Jim Müller von Kissin‘ Dynamite und Lisa Müller an den Keyboards. Verlassen haben Giorgia Colleluori, Markus Kullmann und Tom Naumann die Band im Vergleich zu den Vorgängern Brotherhood und Santa Muerte. Geblieben ist der Hang zu Melodien zwischen Rock und Metal, die sich zum Beispiel an den Dänen von Pretty Maids oder den Hardrockern Victory orientieren. Auch das Gastsängerprinzip ist geblieben. Unter anderem sind Michael Bornemann, Ronnie Romero, Michael Sadler, Björn Strid und Erik Märtensson auf der finalen Platte zu hören. Mit dem ehemaligen Sinner- und U.D.O.-Gitarristen Mathias „Don“ Dieth gibt es sogar noch einen zusätzlichen Gast an den Saiten.
Dreams Can Come True – vermutlich wirft Sinner hier einen intensiven Blick in den Lebensrückspiegel. Klare melodische Struktur, eingängiger Refrain und der raue Gesang von Renan Zonta. Das schreit nach einem „Welcome Back“ auf der Lebensbühne, Mat Sinner. Wait schlägt in einem rockigeren Gewand in eine ähnliche Kerbe, bevor die auf ein melodisches Rock- und Metal-Album gehörende Ballade mit Leave It All Behind folgt. Auf einen zu großen Schmalzfaktor verzichtet das Ding, aber derartige Stücke gibt es wie Sand am Meer.
Das Segment ist abgesteckt und darin fühlen sich Sinner wohl. Ob All Night Long, Are You Ready oder Born To Run: Melodien liefern Sinner wie am Fließband, den herausragenden Moment, der aus den ganzen Melodien noch hervorsticht, aber nicht.
Hellbreaker oder Chainbreaker?
Etwas mehr Schwung bringt Hellbreaker in die melodische Phalanx, wobei nicht nur der Titel an den Chainbreaker von Primal Fear erinnert. Der Ausflug in härtere Gefilde war kurz, und mit der nachfolgenden Seite folgt ein weiteres Kapitel des melodischen Rock (Turn The Page). Dass Sinner Ohrwürmer können, zeigt Richtung Ende Road To Remember, bei dem die Truppe zum Refrain an Härtegrad draufsattelt.
Über das unspektakuläre Under The Moonlight geht es mit Power gen Scheibenende. Das Beste kommt zum Schluss? Es geht mit Power und Melodie voran und das Ding könnte auch aus einer Schreibsession von Primal Fear stammen.
Hier geht es für weitere Informationen zu Sinner – Boom Bang Goodbye in unserem Time For Metal Release-Kalender.



