Emerald Rage – The Eyes Of The Dragon

29.05.2026 – Heavy Metal, Power Metal, Thrash Metal – Stormspell Records – 40:50 Minuten

Der Name Emerald Rage aus Ohio dürfte bisher kaum im klassischen Heavy Metal aufgetaucht sein. Das ist wenig verwunderlich. Die bisherigen Veröffentlichungen sind eher Power Metal mit einer folkigen Note. Zum jetzt wegweisenden dritten Album haben Emerald Rage fast jeden Ballast über Bord geworfen. The Eyes Of The Dragon wühlt im klassischen Segment, sodass Emerald Rage als Donnerstag-Opener auf dem diesjährigen Headbangers Open Air agieren dürfen.

The Eyes Of The Dragon verändert den bisherigen Sound von Emerald Rage

Bereits der Opener Ringwraiths wandert auf den Pfaden bekannter US-Metaller aus den 80ern und 90ern. From Here To Kingdom Come legt noch einen drauf und erinnert in Teilen an Helloween oder Blind Guardian in den späten 80ern. Eingängig, aber auch mit einer gewissen musikalischen Komplexität, setzen Emerald Rage ein klares Ausrufezeichen. Danach mit Iconoclast eine Mischung aus Speed-Thrash und Heavy Metal nachzuschieben, zeigt die Vielfältigkeit der LP. Drei Stücke und keins klingt ähnlich seinem Vorgänger.

Das Interlude Sanguineous Aether eröffnet für Of Feast And Fear, wo Emerald Rage beim melodischen Thrash Metal angekommen sind. Dass Megadeth für das Songwriting Vorbilder sind, lässt sich kaum leugnen, auch wenn das Gitarrenspiel nicht ganz mit Dave Mustaine mithalten kann.

Stilbruch: Trough The Winter bezieht den folkigen Ansatz aus früheren Tagen bei Emerald Rage mit ein. Wobei die Protagonisten nicht in einen kitschigen Sound abdriften, sondern mit akustischer Gitarre einen Übergang zu mehr als sieben Minuten The Eyes Of The Dragon erschaffen. Was vom Titel nach Power Metal klingt, entpuppt sich als eher durchschnittlicher Track, der über die lange Laufzeit etwas fantasielos wirkt. Daran ändern auch der mehrfache Rhythmuswechsel und die Tempoverschärfung im hinteren Teil wenig. Vor allem der Refrain kommt etwas zahnlos daher.

Das nachfolgende King Of Swords bietet deutlich mehr als der Vorgänger. Hohes Tempo, irgendwo mit einem leicht stampfenden NWoBHM-Einschlag, kommt das Ding deutlich gradliniger aus den Boxen. Zum Finale heißt es Titan Of Sacred Fire und Moonlight. Es wird kompakter und härter. Der Thrash Metal lugt nochmals um die Ecke, bevor knapp drei Minuten Moonlight folkig akustisch die Hörerschaft zum Scheibenende begleitet.

Das Album ist auf YouTube komplett verfügbar:

Hier geht es für weitere Informationen zu Emerald RageThe Eyes Of The Dragon in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Emerald Rage – The Eyes Of The Dragon
Fazit The Eyes Of The Dragon
The Eyes Of The Dragon, die dritte LP von Emerald Rage, ist ein zweischneidiges Schwert. Mutiges Songwriting ist vorhanden, das gelegentlich in Übermut ausartet. Auf der anderen Seite hätte ein Stück wie der Langläufer The Eyes Of The Dragon etwas mehr Mut vertragen können. So bleibt unterm Strich ein zehnteiliges Sammelsurium. In dem Sammelsurium gibt es Power Metal, Heavy Metal, Thrash Metal, folkige Passagen und Speed Metal. Wer seine metallische Kost eher gradlinig zu sich nimmt, dem dürften bei der Beschreibung die Haare zu Berge stehen. Die Beschreibung klingt dramatischer, als sich die Platte selbst anhört. Klar gibt es immer wieder einen anderen Ansatz, aber trotzdem ist die LP kein Ausfall und die Nummern an sich sind gut konzipiert. Wer in ein paar Wochen beim Headbanges Open Air aufschlägt, kann schon mal Probehören.

Anspieltipps: From Here To Kingdom Come, Of Feast And Fear und King Of Swords
Jürgen F.
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