Ice Nine Kills am 16. und 17.06.2026 im LKA-Longhorn

Stuttgarter Kultlocation wird zum Horrorschauplatz!

Event: Silver-Scream-A-Thon

Headliner: Ice Nine Kills

Support: TX2

Datum: 16. & 17.06.2026

Ort: LKA-Longhorn, Stuttgart

Genre: Metalcore, Nu Metal, Emo

Link: https://lka-longhorn.de/

Nachdem ich Ice Nine Kills bereits letztes Jahr auf ihrer bislang größten Tour besuchen durfte (Bericht hier!), hat es mich umso mehr gefreut, dass diese Ausnahmekünstler neben den Festivalshows auch Konzerte im kleineren Rahmen angekündigt haben. Das Besondere hierbei ist, dass es sich um den Silver Scream-A-Thon handelt. An zwei Abenden hintereinander zelebrieren INK ihre erfolgreichsten Alben The Silver Scream und Welcome To Horrorwood – The Silver Scream 2. Jedem Album wird somit eine eigene Show gewidmet. Dass ich mir das als alter Horrorfilm- und Metalcore-Fan nicht entgehen lassen kann, ist ja schon fast selbstverständlich. Außerdem wird es auch mal wieder höchste Zeit, dem LKA Longhorn einen Besuch abzustatten.

Beide Abende werden von TX2 eröffnet. Wer schon die letzte INK-Tour oder eines der Juni-Festivals besucht hat, konnte sich bereits von den Live-Qualitäten von Timothy Evan Thomas und seinen Mitmusikern überzeugen. Dass der Sänger bereits beim zweiten Song mit seinem Gitarristen Cam Rostami inmitten eines großen Circlepits steht, zeigt, dass sich die aus Colorado stammenden Musiker bereits eine beachtliche Fanbase erspielt haben. In den gut 40 Minuten Bühnenzeit kommt vor allem das aktuelle Album End Of Us zum Zuge, doch auch die neuste Single Confession darf bei dem Auftritt nicht fehlen. Die Setlists der beiden Abende unterscheiden sich dennoch ein wenig, damit für Gäste beider Abende keine Langeweile aufkommt. TX2 und Ice Nine Kills haben zusammen auf Tour eine gute Zeit und die noch recht junge Band ist äußerst dankbar für die Unterstützung ihrer Freunde, sowohl auf der Bühne als auch abseits. Dieses Mal kommt nicht nur Miles Dimitri Baker zu dem Song Mad hinzu, sondern auch Joe Occhiuti und die Statistencrew stürmen die Bühne und heizen somit den Fans noch mal ordentlich ein, bevor sie mit Ice Nine Kills erneut die Bühne entert.

Night #1 – The Silver Scream

Nachdem Nick Caves Red Right Hand zur Einstimmung schon mal für düstere Stimmung gesorgt hat, startet um 20:10 Uhr auf den beiden großen LED-Monitoren das TV-Programm, welches durch den Abend führt. Für Ersttäter ist das vielleicht neu, doch langjährige Fans wissen bereits, wie eine Ice-Nine-Kills-Show abläuft. Die Band betritt die Bühne und die Fans empfangen die Horrormeister mit Jubel. Passend zu The American Nightmare trägt Spencer Charnas einen Freddy-Krueger-Handschuh. Thank God It’s Friday und Stabbing In The Dark folgen und die Stuttgarter Fans geben sich textsicher, während das Blutbad mit jeweils passenden Kostümen und statistischer Untermalung fortgesetzt wird. Ob gerade das jüngere Publikum alle Filme, die als Inspiration für die Songs dienen, kennt, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, doch die Stimmung ist am Kochen!

© Harry Steel
© Harry Steel

Während Savages und The Jig Is Up die Bewegung im Publikum weiter vorantreiben, sorgt das balladeske A Grave Mistake für eine kurze Verschnaufpause, die die Fans im mittlerweile eingeheizten LKA-Longhorn gut gebrauchen können. Doch die Ruhe hält nur kurz, denn nun folgen Schlag auf Schlag die verbleibenden Songs von The Silver Scream. Neben den ganzen Massenmördern und Slasherfiguren, sorgt vor allem das Haikostüm zu Rocking The Boat für Lacher in Band und Publikum. Generell ist Spencer extrem gut aufgelegt, der mit schon fast schwäbischem Akzent „Schduagerd“ immer wieder motiviert. Als sich die Show langsam dem Ende nähert, sorgen INK noch mal für eine kleine Überraschung. Den Song Love Bites performt die Band zusammen mit Alissa White-Gluz (Ex-Arch Enemy). Mit It Is The End endet The Silver Scream und die Musiker verlassen, zumindest ganz kurz, die Bühne.

Meat & Greet, The Great Unknown und The Laugh Track, selbstverständlich mit jeweils passender Darbietung, bilden die Zugabe, und Ice Nine Kills verabschieden sich endgültig für den heutigen Abend. Zum krönenden Abschluss lässt sich auch Alissa nicht nehmen, an der Parade teilzunehmen, und so hinterlassen alle Beteiligten jede Menge glücklicher Fans.

Night #2 – Welcome To Horrorwood

Auch am zweiten Abend startet das Programm wieder pünktlich um 20:10 Uhr. Nach den Nachrichten startet zuerst Spencer Charnas alleine mit Welcome To Horrorwood, bis seine Band zu ihm stößt und direkt die Energie des Vorabends wieder aufleben lässt. A Rash Decision, Assault & Batteries und The Shower Scene reihen sich, mit kurzen Einspielern auf den Monitoren, nahtlos ein. Selbstverständlich wieder mit passender schauspielerischer Begleitung. Für die cinematischen Inspirationen sorgten dieses Mal unter anderem Cabin Fever, Child’s Play (Chucky) oder Psycho. Dass es heute noch ein paar Grad wärmer ist, merkt man direkt. Die Luft ist zum Schneiden, doch den Spaß lässt sich niemand verderben. In der Mitte der Tanzfläche bildet sich ein Pit, doch die meisten Fans um mich herum singen einfach nur lauthals mit.

© Harry Steel
© Harry Steel

Die Werbeunterbrechungen nutzt die Band, allen voran Fronter Spencer, um sich neue Kostüme überzuziehen. Mit schwerem Mantel und Pinhead-Maske ist es noch mal eine ganz andere Hausnummer, bei diesen Temperaturen zu performen! Aber generell gilt meine Hochachtung der kompletten Band, die an jedem der beiden Abende 16 unterschiedliche Songs performt. Leider habe ich das Gefühl, dass der Sound an Abend Nummer zwei ein wenig schlechter ist. Die beiden Bläser von Reel Big Fish, die INK bei einigen Songs unterstützen, sind kaum zu hören. Dennoch ist die Stimmung super und obwohl schon allen der Schweiß von der Stirn tropft, wird gesprungen, geklatscht und mit den Armen gewedelt, was das Zeug hält. Ice Nine Kills haben ihre Fans voll im Griff und selbst als Welcome To Horrorwood mit Farewell II Flesh zu Ende geht, ist die Energie ungebrochen. Im Gegensatz zum Vorabend nimmt sich die Band einen Moment mehr Zeit, als sie die Bühne verlässt, doch die lauten „Zugabe“-Rufe holen die Musiker dann doch zurück.

Wer einen Blick auf die Monitore riskiert, weiß, was jetzt kommt. Hell Or High Slaughter vom fiktiven Sideproject Grave Diggler in bester 80er-Jahre-Spandex-Metal-Manier lässt den Fans noch mal letzte Energiereserven entlocken. Im Anschluss widmet sich Twisting The Knife dem Lieblingsfilm des Fronters, welchen Special Guest Alissa und Spencer im Duett singen. Nach diesem eher ruhigen Song blasen INK nun zum Finale. A Work Of Art bläst noch mal die Gehörgänge der Fans frei und in bester Terrifier-Manier schleudert Art The Clown ein Neugeborenes an der Nabelschnur über die Köpfe der ersten Reihen. Geschmacklos? Vielleicht! Polarisierend? Auf jeden Fall! Und so bleibt der Silver-Scream-A-Thon in Stuttgart bestimmt positiv in den Köpfen der Fans!

Vielen Dank an Oktober Promotion und Vaddi Concerts, dass ich an diesen beiden tollen Abenden dabei sein durfte!

Photocredits: Harry Steel

© Harry Steel