Rockharz 2026 – Das Festival an der Teufelsmauer vom 01.07. bis 04.07.2026 in Ballenstedt – Mittwoch

Das Rockharz ruft - zehntausende kommen

Event: Rockharz 2026

Bands: Agnostic Front, Airbourne, Alice Cooper, Annisokay, Avatar, Betontod, Biohazard, Black Label Society, Crypta, Danko Jones, Dogma, Die Apokalyptischen Reiter, Dominum, Doro, Drone, Emperor, Ensiferum, Feuerschwanz, Fiddler’s Green, Final Cry, Finntroll, Gothminister, Die Habenichtse, Haggefugg, Harakiri For The Sky, Hämatom, Heavysaurus, Helloween, Hiraes, Knorkator, Kreator, Majestica, Mittel Alta, Motorjesus, Necrotted, Paradise Lost, P.O.D., Rauhbein, Rodeo 5000, Sagenbringer Anger, Soen, Soulbound, Stahlmann, Steve N Seagulls, Subway To Sally, Tailgunner, The Haunted, Tungsten, Walls Of Jericho, Warmen, Hagane, Decapitated, Cypercore, Saint City Orchestra, Pinhead, Artillery

Datum: 01.07. – 04.07.2026

Genres: Power Metal, Symphonic Metal, Progressive Metal, Heavy Metal, True Metal, Metalcore, Dark Metal, Dark Rock, Black Metal, Death Metal, Thrash Metal, Speed Metal

Besucher: ca. 25.000 Sold Out

Kosten: Dreitagesticket ab 190 €, Tagetickets 90 €

Ort: Verkehrslandeplatz Asmusstedt Ballenstedt

Veranstalter: Veruga GmbH

Da haben wir uns bereits das ganze Jahr drauf gefreut. Es geht nach Ballenstedt in den Harz, um am diesjährigen Rockharz, dem inzwischen 33., teilzunehmen. Begleitet werden wir diesmal von zwei lieben Kollegen, die sich in diesem Jahr mit eingeklinkt haben. So muss ich nicht alle Bands aus dem Fotograben ablichten und es bleibt Zeit, auch mal über das Gelände zu schlendern, ein wenig zu shoppen beziehungsweise die kulinarischen Angebote wahrzunehmen. Da gibt es wieder eine breite Palette von vegan bis Fleisch und den stark frequentierten Leber-Apfelmus-Kartoffelstampf-Stand. Preislich ist es auch von bis, man findet aber genügend zu erschwinglichen Preisen. Alex und Heina haben ihren Sohn Lemmy mit dabei, der vor allem bei Heavysaurus abgeht. Ansonsten ist es natürlich für so einen jungen Menschen schon spannend, bei so einem Event dabei zu sein und zu sehen, wofür 25.000 Begeisterte brennen.

Apropos Brennen: Nur der erste Tag hat noch ordentlich Wärme dabei, die folgenden Tage sollen kühler werden. Wir werden sehen.

Nach dem Bezug unseres Domizils und dem obligatorischen Einkauf sowie dem Besuch beim örtlichen Griechen, der diesmal eher enttäuschend ist, geht es noch einmal zum Flugplatz Asmusstedt, um unsere Bändchen abzuholen. Natürlich gibt es noch einen Rundgang über das Gelände und auch ein Pils beim Mutantenstadl darf nicht fehlen. Dann wird auch noch das aktuelle Merch geholt, da die Schlange nicht ganz so lang ist. Trotzdem dauert es schon gut eine halbe Stunde. Nicht zu spät geht es in die Unterkunft zurück, die uns mit gefühlten 50 Grad in der Dachgeschosswohnung empfängt.

Das soll der Dienstag gewesen sein. Am morgigen Mittwoch geht es mittags, na ja, eher am frühen Nachmittag, mit Heavysaurus los.

Dark Stage, Heavysaurus
Rockharz 2026 – Heavysaurus

Vier Dinos und ein Drache sind Opener des Rockharz 2026. Heavysaurus haben sich auf den Weg gemacht, um die musikalische Früherziehung der kleinsten Festivalbesucher in die richtige Richtung zu schubsen. Bevor der erste Vorhang sinkt, sammeln sich 153 ortsansässige Kinder und ihre Betreuer, bewaffnet mit Eis und Gehörschutz, in einem abgesperrten Bereich vor der Bühne und liefern wieder einmal den Beweis dafür, dass das Rockharz ein kinder- und familienfreundliches Festival ist. Doch auch eine große Crowd erwachsener Fans und einiger Dinos versammelt sich vor der Dark Stage. Pünktlich um 15.30 Uhr geht es los, und während einige Kids mit offenem Mund vor der Bühne stehen, sieht man auch schon einige textsichere Kandidaten unter ihnen. Nach 45 Minuten Dinometal und Songs wie Kaugummi Ist Mega wird der erste Act des Tages mit viel Jubel verabschiedet.

 

Rock Stage, Soulbound
Rockharz 2026 – Soulbound

Es folgen die Jungs von Soulbound auf der Rockstage. Und wo hier noch vor zwei Jahren eine übersichtliche Crowd vor der Bühne versammelt war, ist heute das Infield schon unfassbar voll. Die Bielefelder haben aufgerüstet und diesmal ein ordentliches Banner dabei, nachdem sich das letzte wie eine Briefmarke auf der großen Bühne präsentiert hatte. Ob Saint Sinner, Alive oder Devil: Das Publikum ist voll dabei und die ersten Crowdsurfer machen sich schon zu dieser frühen Uhrzeit auf den Weg. Mit jedem Song beweisen sie einmal mehr, dass sie sowohl laut und düster als auch empathisch und gefühlvoll performen können. Viel zu schnell endet der 45-minütige Slot und die zufriedenen Gesichter im Publikum zeigen, dass die Band mit ihrem „We Don’t Give A Fuck Metal“ auf dem absolut richtigen Weg ist.

Dark Stage, Harakiri For The Sky

Nun stehen Harakiri For The Sky auf der Bühne. Das eigentliche Duo, bestehend aus Sänger Michael Kogler und Gitarrist Matthias Sollak, beschert uns das Album III: Trauma aus dem Jahre 2016. Musikalisch hätten die atmosphärischen Songs sicherlich besser in den frühen Abend gepasst. Aber auch so ist die Anhängerschaft groß und verschafft den Österreichern einen gekonnten Auftritt. Verstärkt durch Bass, Gitarre und Drums steuern sie gekonnt durch die Post-Black-Metal-Tracks. Überraschend gut, hätte ich so nicht gedacht, und mit ihrem Auftritt haben sie sich auf meinem Schirm eingetragen.

Rock Stage, The Haunted

Dafür wird es nun etwas thrashiger. Eigentlich sollen The Haunted Melodic Death Metal mit Thrash-Einflüssen beisteuern, aber es ist eigentlich durchweg mehr Thrash. In der Band sind bekannte Gesichter, die bereits bei At The Gates, In Flames oder auch bei The Halo Effect gespielt haben. Die in der Stockholmer Schule angesiedelte Band macht ihre Sache recht gut, was die große Anzahl an Fans vor der Bühne beweist. Die Setlist bietet einen Querschnitt durch ihre Alben, auch wenn nur gut 45 Minuten Spielzeit zur Verfügung stehen.

Immerhin bleibt bis zum nächsten Auftritt noch etwas Zeit, sodass ein Kaltgetränk den Weg durch die Kehle findet, während unter den Schirmen etwas Schatten vor einem Hitzschlag sorgt. Viele Kollegen nutzen die Zeit bereits, um ihre Bilder im Pressezelt zu bearbeiten. Das mache ich erst später.

Dark Stage, Ensiferum
Rockharz 2026 – Ensiferum

Nun aber zu Ensiferum, die immerhin 50 Minuten Zeit haben. Von Anbeginn geht es zur Sache und auch hier gibt es einen Querschnitt durch ihre Alben. Bassist Sami Hinkka ist dabei die treibende Kraft und ist mal links, mal rechts mit seinem Kilt unterwegs und feuert die Menge an. Grinsebär Markus Toivonen sieht dem bunten Treiben zu und unterstützt ab und an mit Gesang, während der hauptamtliche Sänger Petri Lindroos sicher durchs Set führt. Diesmal haben auch die Grabenschlampen ihren Auftritt. Im Minutentakt kommen die Crowdsurfer nach vorn. Viele ordnungsgemäß mit guter Körperspannung, allerdings sind auch einige schwierige Brocken dabei. Trotzdem schaffen es die großen, kräftigen Kerle, die Wagemutigen sicher wieder auf ihre eigenen Beine zu stellen, und unter Abklatschen verlassen die Surfer den Graben. Für uns Fotografen ein gern gesehenes Bild, vor allem, als eine junge Dame fast stehend auf ihrem männlichen Surfbrett nach vorne getragen wird. Musikalisch liefern Ensiferum ab und neben Songs vom letzten Album Winter Storm wie Aurora und Fatherland kommt natürlich auch Lai Lai Hei mit großem Mitsingpotenzial zum Zuge. Wie immer ein gelungener Auftritt, wie man es von Ensiferum gewohnt ist.

Rock Stage, Paradise Lost
Rockharz 2026 – Paradise Lost

Die englischen Rockharz-Wiederholungstäter Paradise Lost betreten um 19:45 Uhr die Rock Stage und liefern uns eine solide Show. Dass sie seit Ende der 80er auf der Bühne stehen, merkt man ihrem routinierten Auftritt an. Was das Songwriting angeht, sind sie ebenfalls noch lange nicht fertig: Ihr 17.!!! Studioalbum Ascension ist im letzten Herbst erschienen. Paradise Lost haben sicherlich viele Fans und eine davon ist meine ehemalige Abteilungschefin. Sie hat sich extra ein Tagesticket gekauft, nur um dann Paradise Lost zu sehen. Nun ja, sie kommt ganz aus der Nähe, aus der Lutherstadt Eisleben, aber trotzdem, nur um eine Band zu sehen, ist das schon ein kostspieliges Unterfangen. Nach dem Auftritt nutze ich die Zeit, um ein wenig über alte Zeiten zu quatschen. Paradise Lost haben mich persönlich noch nie richtig abgeholt, aber die hohe Zahl an Menschen vor der Bühne sieht das natürlich anders. Zum Glück sind Geschmäcker unterschiedlich.

Dark Stage, Black Label Society

Dadurch verkürzt sich die Wartezeit auf Zakk Wylde und seine Band Black Label Society, die noch vor Helloween dran sind. Der gute Zakk hat ja bereits ein umtriebiges Musikerleben hinter sich, aber sicherlich dürfte seine Zeit bei Ozzy Osbourne für den größten Bekanntheitsschub gesorgt haben. Auf der Setlist stehen fast ausschließlich seine eigenen Songs, aber mit No More Tears wird dem Fürsten der Dunkelheit Tribut gezollt. Ansonsten ist es ein sehr gitarrenlastiges Konzert, das zumindest bei den Fans, viele davon mit dem typischen Backpatch von Black Label Society, für Begeisterung sorgt. An vielen Stellen steht natürlich die Gitarrenarbeit im Vordergrund, was in einigen ausufernden Soli endet.

Rock Stage, Helloween
Rockharz 2026 – Helloween

Mit Helloween kommt dann auch schon die vorletzte Band des ersten Tages auf die Bühne. Als alte Recken der Szene tauchen entsprechend viele Shirts aus allen Generationen der deutschen Power-Metal-Band im dicht gedrängten Publikum auf. Ob in der ersten Reihe oder ganz hinten in der riesigen Crowd, der Sound ist hier heute wirklich gut und es macht Spaß, die Bühnenshow zu verfolgen. Bereits der Opener March Of Time kann überzeugen. Beide hauptamtlichen Sänger kommen zum Zuge, während der dritte im Bunde, Kai Hansen, sich zunächst auf die Gitarrenarbeit konzentriert. Später sind dann auch mal alle drei gefragt, so wie bei Future World zu hören. Ansonsten gibt es einen Durchgang durch den üppigen Katalog und nicht selten stehen drei bzw. vier Gitarristen nebeneinander am Bühnenrand und jammen. Markus Grosskopf ist auch das eine oder andere Mal mit vorne zu sehen, ansonsten ist er meist in der Nähe von Drummerkollege Dani Löble zu finden. Da es nun auch dunkel genug ist, kommt die Feuer – und Lichtshow gut zur Geltung. Ein kurzweiliges Set mit Mitsingpotenzial bei I Want Out und natürlich dem Klassiker in der Zugabe, Dr. Stein. Ein formidabler Auftritt der Hamburger Erfolgsband.

Dark Stage, Steve ‚N‘ Seagulls
Rockharz 2026 – Steve’N’Seagulls

Inzwischen ist es bereits nach Mitternacht, als die durch YouTube bekannt gewordene Band Steve ’N’ Seagulls auftritt. Es ist auch recht abgekühlt, aber so heizen die Coverspezialisten noch einmal ordentlich ein. Bluegrass-Versionen von bekannten Songs wie Run To The Hills, Seek & Destroy, More Than A Feeling oder auch Perfect Strangers von Deep Purple erfahren eine eigenwillige, aber erfolgreiche Interpretation. Das kommt gut an und entlässt die noch zahlreichen Gäste in die Nacht.

Damit endet der erste Tag und hatte mit Harakiri For The Sky eine Überraschung parat und hat mit Soulbound, Helloween und Ensiferum drei persönliche Highlights geliefert.

Für Time For Metal vor Ort: Alex D., Heina N., Kay L., Maren J.