Psycroptic – The Pulse Of Annihilation

17.07.2026 - Death Metal - Metal Blade Records - 40:07 Minuten

Die Brüder Joe und David Haley gründeten im Jahre 1999 die Band Psycroptic und haben damit Tasmanien im Metalbereich sehr bekannt gemacht. Anfang der 2000er stand ich mit den Burschen auch in Briefkontakt, und wer hätte gedacht, dass sie 2026 eine der bekanntesten technischen Bands sind, die im Metaluniversum unterwegs sind? Seit 2018 sind die jetzt in dieser Konstellation zusammen, und eine längere Zusammenarbeit zahlt sich ja meistens aus. Vier Jahre nach dem achten Album namens Divine Council erscheint nun Album Nummer neun, welches auf den Namen The Pulse Of Annihilation hört und bei Metal Blade Records erscheinen wird.

Los geht es mit Ashes Of A New Dawn. Langsam, aber druckvoll und recht unheimlich starten die Tasmanier das Geschehen. Break und gleich eine technische Attacke. Treibend und auf den Punkt kommen. Erst screamt man, später folgen dann die Growls. Das Tempo wird dauerhaft verschoben und die Gitarren nehmen einen sofort mit und hypnotisieren einen förmlich. Klingt so gar nicht so nach Death Metal, vor allem, als sie das Tempo mehr oder weniger ganz herausnehmen. Klingt ein wenig nach cineastischer Unterhaltung, nur eben böser und intensiver. Hat aber auf jeden Fall was. Die Blastbeats werden geschickt eingestreut und untergemischt.

Weiter geht es mit Gathering A Venomous Herd. Vertrackte Gitarrenarbeit zu Beginn und aggressive, screamige Vocals geben sich hier die Klinke in die Hand und übernehmen das Kommando. Die Gitarrenarbeit ist recht progressiv und technisch. Zu den Screams gesellen sich nun auch die Growls. Hier erhöht man das Tempo zum Vorgänger und treibt das Ganze auf die Spitze. Klingt irgendwie krank, aber im positiven Sinne. Nach einem Break wird dann der Song noch einmal neu aufgearbeitet, mit einer wahnwitzigen Fingerfertigkeit. Der Song setzt sich aus diesen eben genannten Teilen zusammen und bohrt ein Loch in die Gehörgänge, und dann ist der Song auch, ehe man sich versieht, vorbei.

Dieser cleane und atmosphärische Anfang von A Sword Of Me hat etwas Episches und etwas Gediegenes, und wird bei dem weiteren Songaufbau berücksichtigt. Der Anfang könnte auch für einen Film gut verwendet werden. Der Song nimmt dann Elemente des Death Metals mit auf. Am Anfang wird auch kurz richtig gesungen, bevor dann die Screams und die Growls wieder die Hauptrolle übernehmen. Das Ganze ist wieder so treibend und überzeugt mit absolut geiler Gitarrenarbeit. Aber im Grunde sind Drums, Bass und Gitarren aufeinander angepasst und der Gesang passt sich dann bösartig der kompositorischen Situation an. Aber auch dieser Song nimmt ein abruptes Ende.

Die progressive Gitarrenarbeit bzw. die Progressivität nimmt auch beim Song No Time For The Weak nicht ab. Das ist schon großes Kino, was die Burschen da an der Gitarre so zaubern. Dabei ist der Gesamtsound irgendwie träge und schwer. Um etwas dagegenzuhalten, werden melodische Passagen in kleinen Schüben geschickt mit eingebaut. Die Gesangslinien gehen dann wieder in eine andere Richtung und die Drums sind nur am Treiben, aber das bekommt man so gar nicht wirklich mit. Alles steht im Kontrast zueinander, ergibt aber ein Ganzes, welches dann auch einheitlich klingt.

No Blade Of Grass ist eine Mischung aus dieser typischen Gitarrenarbeit, welche man von Psycroptic gewohnt ist, sludgigen Momenten und eben Zitaten aus dem Death Metal. Beim Refrainpart verwendet man eine chorisch-orchestrale Attacke, welche es in sich hat und absolut passt. Dass die Burschen ihre Instrumente beherrschen, muss man jawohl nicht extra noch einmal erwähnen, ist aber eben so. Und ein Händchen, wie ein Song aufzubauen ist, haben die Burschen ebenfalls.

Mit Forging The Crown entlassen uns die Tasmanier noch mit einem musikalischen Leckerbissen. Der dramatische Songaufbau und dann diese wilden und abgedrehten Riffs und die schnellen, betonenden Drumeinheiten sind einfach fett. Dann wird ein wenig dramatisch gegroovt und man wiederholt die vorherige Einheit. Dass die Burschen sich bei den Riffs keine Finger brechen, ist ein echtes Wunder. Das kann doch nicht gesund sein. Dann wird es atmosphärisch düster und eine erneute kurze Attacke, die dann wieder in einer wahnwitzigen Fingereinheit endet, gefolgt von einem atmosphärischen Part. So geht es noch weiter, bis man dann am Ende das Teil kurz, aber dramatisch beendet.

Hier geht es für weitere Informationen zu Psycroptic – The Pulse Of Annihilation in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Psycroptic – The Pulse Of Annihilation
Fazit zu The Pulse Of Annihilation
Das neunte Album der Band Psycroptic namens The Pulse Of Annihilation erscheint als erstes Album der Band bei Metal Blade Records. Laut Label präsentieren sich Psycroptic darauf fokussiert, diszipliniert und zugleich mit viel Erfahrung in der kompositorischen Umsetzung. Das kann man so unterschreiben. Die technischen Fähigkeiten der Tasmanier sind überall zu spüren und zu hören, aber sie stören den Ablauf der jeweiligen Songs nicht. Ich bin immer noch ein Fan des Debütalbums The Isle Of Disenchantment, aber wahrscheinlich ist dieses Werk hier das zweitbeste Album der Band und zeigt sie in absoluter Frische und in Bestform. Technischer Death Metal, dessen Hauptaugenmerk auf dem Riffing liegt. Geiles Werk.

Anspieltipps: Ashes Of A New Dawn und Forging The Crown
Michael E.
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