Vorax – Volcano Shock

26.06.2026 - Death Metal - Eigenproduktion - 33:02 Minuten

Die Schweizer von Vorax verdunkeln die Alpen seit 2020 und haben mit Basser Frugi und Sänger Beni zwei recht bekannte Eidgenossen in den Reihen. Frugi ist im Hauptleben Basser bei den genialen Messioa und Beni ist Sänger bei Omophagia. Das Quintett haute im Jahre 2022 die EP Jurassic Dawn heraus, machte sich an die Arbeit, schrieb neue Songs, und nun ist es soweit: Das erste Full Length namens Volcano Shock erblickt das Licht der Welt.

Mit Magma Ocean startet man direkt ohne große Umschweife und zeigt den musikalischen Verbündeten sofort, wohin die Reise geht. Hier regiert der Death Metal, hier regiert die alte Schule. Fettes Midtempo-Riffing übernimmt die Verantwortung und wird dieser gerecht. Das klingt alles aggressiv und energiegeladen. Ein Uargh erklingt und langsam schreitet man vorwärts. Ein etwas längerer Scream verdunkelt die Geschichte und dann geht es in die Vollen. Die Vocals sind aggressiv tief. Keine tiefen Growls, sondern eben dunkel gescreamt. So, wie es eben früher war. Im Midtempo nimmt man die Bude auseinander und bringt den geneigten Zuhörer zum Bangen. Hier geht es nicht darum, wer technisch den längsten hat oder am schnellsten knüppeln kann. Hier geht es um Feelings im Death Metal, hier geht es um das old schoolige Songwriting. Man erhöht das Tempo ein wenig und fügt dann am Ende ein Solo ein.

Im alten Uptempo fegt man zu Beginn von Devouring Raw Flesh über die Meute herüber und haut dann ein fettes Riff heraus, und man bleibt aggressiv und einigermaßen fix. Der Gesang wird gedoppelt. Kommt gut. Das Riffing macht echt Laune. Dann geht man immer wieder vom Tempo herunter und lässt ein Solo für sich sprechen. Jo, schockt. Damit macht man nichts verkehrt. Klaro, ist das hier alles nicht neu, aber es macht einfach Spaß. Dieser aggressive Part danach und der lange Scream darüber und dann das schnelle Midtempo mit groovigen Momenten anschließend haben ein wenig etwas von Bolt Thrower. Der Song kommt so etwas von fett aus den Boxen. Ein absolutes Highlight für mich, da er auch relativ fix  und total abwechslungsreich um die Ecke kommt. Wahrscheinlich der beste Song auf dem Album.

Langsam, drückend und schleppend bewegt man sich zu Beginn von Volcano Shock und bedient sich eines Sprechgesangs. Nicht mein Fall, ist aber auch nur kurz, danach nehmen die aggressiven Vocals wieder die Oberhand. Das Tempo wird erneut ein wenig angezogen, ohne dass sie wirklich schnell sind, eher im Midtempo, und dann erinnern sie wieder an die Engländer. Gerade diese Mischung aus den geilen Riffs, dem schleppenden Rhythmus und den starken Vocals macht die Geschichte aus. Melodische Einsprengsel und ein wildes Solo müssen dabei sein und dürfen natürlich nicht fehlen. Langsam zieht man dann wieder seine Kreise und drückt uns ordentlich eine rein. Kann man so machen, auch wenn das Ende ein wenig komisch klingt.

Und so geht es auch bei Burning Lava ordentlich zur Sache. Auch hier wieder dieser Sprechgesang, der dann wie ein Nachrichtensprecher rüberkommt, und dann gibt es eine Midtempo-Faust, die sich gewaschen hat. Die Burschen interessiert nicht, was die anderen machen, und vom Thema Modernität halten sie auch nicht viel, so viel ist klar. Burning Lava kann man schön mitbölken – der ganz langsame Part hat einen melancholischen Touch und das melodische Solo fruchtet ohne Ende.

Inhaltlich beschäftigt man sich mit prähistorischen Welten, Naturkatastrophen, Dinosauriern und dem Überlebenskampf.

Hunter Killer kommt dann wieder etwas fixer aus der Anlage. Feine Uftata dabei und auch natürlich ein Solo. Sehr archaisch und ungestüm. Vor allem auch sehr druckvoll, was auch an der Produktion liegen mag.

Das Album wurde größtenteils mit restaurierter Studiohardware aus den 1980er und 1990er-Jahren aufgenommen, gemischt und gemastert.

Leider verliert sich der Effekt des Albums bei den letzten drei Songs, aber ansonsten kann man von einem guten, selbstproduzierten Death-Metal-Album sprechen.

Hier geht es für weitere Informationen zu Vorax – Volcano Shock in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Vorax – Volcano Shock
Fazit zu Volcano Shock
Selbst ist der Schweizer. Vorax, bestückt mit bekannten Musikern von Bands wie Messiah, Omophagia und Death Kommander, veröffentlichen ihr Debüt in Eigenregie und bedienen sich der analogen Technik. Musikalisch ist man dann ja quasi verpflichtet, die alte Schule zu bedienen. Hier regiert der Death Metal, der bis auf einige Ausnahmen im Midtempo präsentiert wird. Hier und da wird man härter, verschleppt aber auch das Tempo und fügt gute Soli bei. Fette Riffs und Rhythmuswechsel bestimmen den Alltag und die Vocals sind aggressiv und abwechslungsreich. Roh und voller Energie geht man zu Werke. Am Ende verliert man ein wenig an Effizienz, aber ansonsten handelt es sich bei Volcano Shock um ein echt gutes und ehrliches Death-Metal-Album.

Anspieltipps: Magma Ocean und Devouring Raw Flesh
Michael E.
7.6
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