Coven Japan – Promised Land

24.06.2026 – Heavy Metal, NWoTHM – No Remorse Records – 43:35 Minuten

Die Frage, aus welchem Land Coven Japan kommen, stellt sich nicht. 2016 als Coven gegründet, erfolgte 2019 die Umbenennung, vermutlich um sich von den anderen Bands mit dem Namen Coven, allen voran Coven mit Jinx Dawson aus den USA, die sich  seit circa fünf Jahrzehnten im psychedelischen Rock tummeln, zu unterscheiden. Hoffen wir, dass wir von Sachen wie Iron Maiden Seychellen oder Manowar Fidschi Island verschont bleiben. Ob Coven Japan mit der Umbenennung das gelobte Land gefunden haben? Promised Land nennt sich zumindest das Zweitwerk und ist der Nachfolger von Earthlings aus dem Jahr 2023.

Haben Coven Japan ihr Promised Land gefunden?

Bezüglich des tieftönenden Viersaiters haben Coven Japan das gelobte Land, oder besser die richtige Person zum Zupfen der vier Saiten, noch nicht gefunden. Auf dem Album agieren Taka für den Gesang und Akihiro an den Saiten. Die Drums dürfte vermutlich Angelo Sasso, der bereits vor 25 Jahren bei Running Wild auftauchte, dazugegeben haben. Von einem Einspielen kann kaum die Rede sein. Als Gastsänger sind Tomas „Witchfinder“ Ericson (Helvetets Port) und Niels Bang (Animalize) auf der LP verewigt. Was hat uns das verbliebene Duo Coven Japan auf Promised Land gepresst?

Der Titeltrack zum Start klingt nach England und nicht nach Japan. Klassische Kost im Style der NWoBHM, die auf der Bühne gut funktionieren könnte. Kritik geht aber an die Drums, die nahezu monoton ihren Sound hämmern. Das geht selbst mit Angelo Sesso besser. Auch Samurai Rising stampft und poltert vor sich hin, wobei das groovende Riffing positiv auffällt.

Wie eine japanische Band auf den Titel Sein Zum Tode kommt, ist nicht bekannt. Auf deutsche Lyrics setzen die Protagonisten nicht, schlürfen den Tee aber im bekannten Rhythmus, egal ob mit japanischem Zucker oder britischer Milch. Der Drumcomputer lässt das eigentlich gute Songwriting nicht zur vollen Entfaltung kommen, und hier stellt sich die Frage, wie das Ding mit einer handwerklich besseren Produktion klingen würde.

Song für Song läuft durch, der Sound bleibt ähnlich, sodass kaum mehr als gute Ansätze mit für ein Old-School-Album zu schwachem Handwerk zu notieren sind. Dazu kommt das Material gefühlt nicht zum Punkt. Tracks mit mehr als fünf Minuten im klassischen Metal sind selten. Da muss beim Songwriting schon eine echte Koryphäe mitwirken. In Bezug auf Coven Japan wirken die Sachen unnötig verlängert.

Die Suche nach hervorstechenden Merkmalen geht über das finale Dreigestirn weiter, wobei der Schlusspunkt Retribution Of Death schon beim Anblick der mehr als siebenminütigen Laufzeit die Ohrmuscheln zusammenzucken lässt. Zunächst kommt Breath Of The Distant Land mit viel Melodie, aber erstaunlich kurzweilig zum Punkt. Keine herausragende Kost, aber gut konsumierbar. Über das kurze, aber langweilige Eternal Oath, geht es zum bereits angesprochenen Retribution Of Death, bei dem sich das Duo an frühen Iron-Maiden-Sachen orientiert. Tatsächlich gibt es solche Ansätze auch in schlechter. Insgesamt gehört die Nummer noch zu den stärkeren Sachen, wobei die Richtungswechsel nicht wirklich gelungen sind und damit die Platte abrunden. Willkommen in der Masse der monatlichen Veröffentlichungen.

Hier geht es für weitere Informationen zu Coven Japan  Promised Land in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Coven Japan – Promised Land
Fazit Promised Land
Gute Ideen, schwache Produktion und somit ein Fall für die Masse der Veröffentlichungen, die jeden Monat den Markt überschwemmt. Coven Japan und Promised Land reihen sich genau hier ein und lassen die Frage offen, welche Zielgruppe sich die Platte zulegen soll. Klassisches Material gibt es seit mehr als 40 Jahren mehr als genug und in deutlich besseren Ausprägungen. Eventuell funktioniert das Material auf der Bühne besser. Das Songwriting an sich ist nicht schlecht, die Umsetzung aber nicht ausreichend.

Anspieltipps: Breath Of The Distant Land antesten, wenn der mundet, Retribution Of Death nachlegen
Jürgen F.
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