Heimburger Metalnacht Festival vom 23.07. bis 25.07.2026 im Harz

Familiär, schnörkellos, nahbar, abwechslungsreich, idyllisch und unterstützenswert – ein etwas anderer Festivalbericht

Event: Heimburger Metalnacht Festival 2026

Bands: Aeonblack, Bloody Invasion, Chaos And Confusion, Defacing God, Deliver The Galaxy, Disminded, Extinct, Graveworm, Iadul, Illdisposed, In Demoni, Infestation, Obscurity, Red Running River, Rise Of Kronos, Rotting Demise, Source Of Rage, Unrast, Zeit

Ort: Heimburg/Benzingerode (Harz), MetalnachtPlatz Heimburg, Deutschland

Datum: 23.07. – 25.07.2026

Kosten: 70 Euro (Frühbucherticket bis 90 Euro (Supporter Ticket), 85 Euro Weekendticket

Zuschauer: etwa 450

Genre: Death Metal, Thrash Metal, Heavy Metal, Black Metal, Dark Metal, Pagan Metal

Veranstalter: Kay Sebastian und sein komplettes „familiäres“ Team

Link: https://www.heimburgermetalnacht.de / https://www.instagram.com/metalnacht

Prelude

Es gibt Festivals, die mit großen Namen, gewaltigen Bühnen und beeindruckenden Besucherzahlen glänzen. Und es gibt Festivals wie das Heimburger Metalnacht Festival. Ein Wochenende, das nicht von Superlativen und Kirmes-Charakter lebt, sondern von Leidenschaft und Liebe zum Metal in allen Genres. Von Menschen. Von Gemeinschaft. Von dem unverwechselbaren Gefühl, genau dort zu sein, wo man sein möchte.

Seit seiner ersten Ausgabe im Jahr 2018 erarbeitet sich das Heimburger Metalnacht Festival einen festen Platz in der deutschen Festivallandschaft. Zwischen dem legendären Regenstein und dem Wernigeröder Schloss, eingebettet in die idyllische Natur zwischen Heimburg und Benzingerode, liegt das Festivalgelände wie ein kleiner Rückzugsort für all jene, deren Herz im Takt der metallischen Subkultur schlägt. Ringsum erheben sich mitunter bewaldete Hänge, oberhalb des Geländes grast friedlich das Vieh an der Waldgrenze, und wer in den Morgenstunden über den Platz blickt, versteht sofort, warum Stammgäste Jahr für Jahr zurückkehren und es gern immer mehr werden dürfen. Das Heimburger Metalnacht Festival besitzt eine ganz eigene Festivalromantik, die man nicht planen kann, sondern erleben muss.

Doch bevor so ein Festival startet, beginnt die Geschichte eines jeden Festivaljahres bereits Wochen und Monate zuvor. Sichtbar wird sie besonders am Freitag, wenn die letzten Vor-Ort-Vorbereitungen laufen und aus einer grünen Wiese langsam wieder ein Zuhause für Hunderte Metalheads entsteht.

Auch 2026 unterstütze ich gemeinsam mit vielen anderen freiwilligen Helfern das ehrenamtliche Team um Veranstalter Kay Sebastian und seine Familie. Was dabei sofort auffällt: Hier arbeitet keine anonyme Crew, sondern eine eingeschworene Gemeinschaft. Menschen, die dieses Festival nicht nur organisieren, sondern es leben. Mit bemerkenswerter Selbstverständlichkeit werden Aufbauten erledigt, Zelte errichtet, Kabel verlegt und Zapfanlagen angeschlossen. Und während anderswo Hektik, Zeitdruck und Stress den Ton bestimmen, herrscht hier etwas ganz anderes: Vorfreude.

Bei jeder festgezogenen Schraube, bei jedem Handgriff und bei jedem Aufbauabschnitt ist spürbar, wie viel Herzblut in diesem Wochenende steckt. Die Vorbereitungen sind geprägt von gegenseitiger Wertschätzung, von freundschaftlichem Miteinander und von der gemeinsamen Freude auf die Besucherinnen und Besucher, die bald das Gelände füllen. Zwischen Werkzeugkisten, Bierbänken und Bühnenmaterial fliegen die lockeren Sprüche genauso zuverlässig wie die helfenden Hände. Gelacht wird viel. Gemeckert: nahezu gar nicht.

Genau das macht die Crew und das Heimburger Metalnacht Festival aus. Es ist kein Festival, das lediglich veranstaltet wird. Es wird von Menschen geschaffen, die mit Leidenschaft und Hingabe etwas Besonderes entstehen lassen wollen. Die vielen kleinen Details, die oftmals unbemerkt bleiben, sorgen am Ende dafür, dass sich Bands und Fans gleichermaßen willkommen fühlen. Und genau daraus entstehen jene Momente, die lange in Erinnerung bleiben: Begegnungen vor der Bühne, Gespräche am Bierwagen, gemeinsame Lieblingssongs unter freiem Himmel oder einfach das Gefühl, Teil von etwas Echtem zu sein.

Während anderswo oft nur von Familie gesprochen wird, lebt das Heimburger Metalnacht Festival diesen Gedanken tatsächlich. Und genau deshalb ist es weit mehr als nur ein Festivalwochenende im Harz. Es ist ein Ort, an dem Metal nicht nur gespielt wird, sondern auch Gemeinschaft schafft. Ein Ort, an dem Leidenschaft auf Menschlichkeit trifft. Und ein Ort, der auch 2026 wieder beweist, warum er für mich und hoffentlich bald vielen mehr längst zu den schönsten kleinen Festivalperlen Mitteldeutschlands gehört.

Donnerstag, 23.07.2026 | der erste Festivaltag | ein gelungener Auftakt

Mit dem Donnerstag schlägt das Heimburger Metalnacht Festival 2026 ein neues Kapitel auf. Erstmals wird der Anreisetag offiziell in das Festivalprogramm integriert. Ab 18:00 Uhr öffnet das Festivalgelände seine Tore und lädt bei freiem Eintritt dazu ein, bereits einen Tag früher in die besondere Atmosphäre des Heimburger Metalnacht Festival einzutauchen. Eine Neuerung, die sich durchaus etablieren könnte. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Aufbauarbeiten und dem letzten Soundcheck finden die ersten Besucher den Weg auf das Gelände und können dabei gleich eine weitere Veränderung in Augenschein nehmen. Die Platzaufteilung wird für 2026 noch einmal überarbeitet und optimiert. Im Verlauf des Wochenendes zeigt sich, dass diese Anpassungen absolut gelungen sind.

Musikalisch stehen am Donnerstag vier Bands auf dem Programm, die den offiziellen Auftakt des Heimburger Metalnacht Festivals  gestalten.

Den Anfang machen Infestation aus Schaumburg. Die junge Thrash-Metal-Band setzt konsequent auf die Tugenden der alten Schule und bringt mit schnellen Riffs, aggressiven Gitarren und einer ordentlichen Portion Old-School-Feeling die ersten Besucher vor die Bühne. Ein gelungener Auftakt, der direkt Lust auf mehr macht und zeigt, dass auch im Underground-Nachwuchs reichlich Potenzial steckt.

Im Anschluss betreten Extinct aus Kiel die Bühne. Die Norddeutschen sind bereits seit vielen Jahren Teil der deutschen Thrash-Metal-Szene und liefern einen routinierten Auftritt ab. Ihr Sound bewegt sich zwischen klassischem und modernem Thrash Metal und überzeugt durch Druck, Spielfreude und die nötige Portion Härte.

Unrast / Foto: S. Bollmann
Unrast / Foto: S. Bollmann

Mit Unrast aus Magdeburg wird es anschließend deutlich düsterer. Die Band verbindet Black Metal mit atmosphärischen Elementen und sorgt mit ihrem Auftritt für einen interessanten stilistischen Kontrast zu den vorherigen Bands. Gerade die inzwischen langsam einsetzende Dunkelheit über den Harzer Berghängen verleiht dem Auftritt eine passende Kulisse und unterstreicht die intensive Atmosphäre der Musik.

Den Abschluss des ersten Festivaltages übernehmen Source Of Rage aus Niedersachsen. Die Band steht für modernen Melodic Death Metal mit Groove-Metal-Einflüssen und überzeugt mit einem druckvollen Set, das Härte und Melodie gekonnt miteinander verbindet. Mit ihrem energiegeladenen Auftritt sorgen sie für einen gelungenen Ausklang des Donnerstags und entlassen die Besucher kurz vor Mitternacht zufrieden in die erste Festivalnacht.

Als die letzten Klänge in der Nacht des Donnerstags verklungen sind, lässt sich bereits ein positives Fazit ziehen. Der neue Donnerstag funktioniert, die neue Geländeaufteilung erweist sich als durchdacht und die vier auftretenden Bands liefern durchweg starke Leistungen ab. Einzig bei der Besucherzahl wünscht man sich für die engagierten Underground-Bands noch etwas mehr Zuspruch. Sie verdienen es zweifellos, vor einer noch größeren Kulisse zu spielen. Dennoch ist der Donnerstag ein rundum gelungener Auftakt und ein vielversprechender Einstieg in ein weiteres Wochenende voller Metal, Gemeinschaft und Festivalromantik im Herzen des Harzes.

Freitag, 24.07.2026 | Festivaltag #2 | So warm ist es noch gar nicht …

Am Freitag nimmt das Heimburger Metalnacht Festival 2026 dann endgültig Fahrt auf. Bereits ab 12:00 Uhr ist das Gelände für die Besucher geöffnet und füllt sich nach und nach mit Metalheads aus der Region und weit darüber hinaus. Das Wetter zeigt sich dabei von seiner angenehmsten Seite. Es ist nicht zu warm, gelegentliche Wolken sorgen für etwas Abkühlung, und so steht einem entspannten Festivaltag nichts im Wege.

In Demoni / Foto: S. Bollmann

Den musikalischen Auftakt des Tages gestalten In Demoni. Die Band aus Magdeburg überzeugt mit ihrem Mix aus Brutal Death Metal und technischen Finessen, sie sorgt direkt für Stimmung vor der Bühne. Gleichzeitig ist der Auftritt ein emotionaler Moment, denn es handelt sich um die letzte Show von Drummer Dennis mit der Band. Musikalisch gewohnt druckvoll, wird die Performance durch die typischen Ansagen von Sänger Steiner aufgelockert. Wer die Band kennt, weiß, dass man diese nie allzu ernst nehmen sollte. Zwischen trockenem Humor und augenzwinkernden Kommentaren bleibt kaum eine Ansage ohne Schmunzeln im Publikum.

Mit Disminded folgt eine moderne und erfrischende Metal-Formation. Die Band bringt viel Energie auf die Bühne und setzt mit ihrem modernen Sound einen gelungenen Kontrast zum vorherigen Auftritt. Die Spielfreude der Musiker überträgt sich schnell auf die anwesenden Festivalbesucher und macht den Auftritt zu einer kurzweiligen Angelegenheit.

Anschließend betreten Chaos And Confusion die Bühne. Die Band hat sich dem Sound von Hypocrisy verschrieben und überzeugt dabei mit erstaunlicher Authentizität. Wer die schwedischen Death-Metal-Legenden mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Druckvolle Gitarren, starke Melodien und die charakteristische Mischung aus Härte und Atmosphäre machen den Auftritt zu einem echten Pflichttermin für Fans des melodischen Death Metals.

Mit Rotting Demise wird es anschließend dunkler und epischer. Die Gelsenkirchener gehören seit vielen Jahren zu den festen Größen im deutschen Melodic-Death-Metal-Underground und präsentieren ihre Songs mit viel Leidenschaft und Routine. Besonders die melodischen Leads und die atmosphärischen Passagen kommen auf der Bühne des Heimburger Metalnacht Festivals hervorragend zur Geltung und sorgen für zahlreiche begeisterte Reaktionen vor der Bühne.

Einen der stärksten Auftritte des Tages liefern anschließend Defacing God aus Dänemark ab. Die Band um Sängerin Sandie und Gitarrist Jakob Batten verbindet Blackened Death Metal mit symphonischen Elementen und einer beeindruckenden Bühnenpräsenz. Vom ersten Song an wirkt die Performance perfekt abgestimmt. Druckvoll, professionell und gleichzeitig intensiv präsentiert sich die dänische Formation und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

Mit Aeonblack folgt anschließend gewissermaßen der Exot im Line-Up. Zwischen den zahlreichen Death- und Extreme-Metal-Bands setzt die Gruppe auf klassischen Heavy Metal und bringt damit bewusst frischen Wind ins Programm. Genau diese Andersartigkeit macht den Auftritt so angenehm. Traditionelle Heavy-Metal-Riffs, eingängige Melodien und eine starke Bühnenpräsenz sorgen dafür, dass die Band bei vielen Besuchern positiv in Erinnerung bleibt.

Illdisposed / Foto: S. Bollmann

Einer der Höhepunkte des gesamten Freitags und auch des Festivals ist zweifellos der Auftritt von Illdisposed. Die dänischen Death-Metal-Veteranen beweisen eindrucksvoll, warum sie seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Namen der europäischen Szene gehören. Hier stimmt einfach alles. Die Band wirkt hervorragend aufgelegt, der Sound ist druckvoll und Frontmann Bo Summer liefert die legendären Ansagen, für die ihn viele Fans seit Jahren schätzen. Seine lockeren Kommentare zwischen den Songs sorgen regelmäßig für Lacher im Publikum. Musikalisch setzt besonders der Song Dark ein Ausrufezeichen. Während des Songs werden die Möglichkeiten der Subwoofer eindrucksvoll ausgereizt. Die Druckwellen sind auf dem gesamten Gelände förmlich körperlich spürbar und sorgen für einen der eindrucksvollsten Momente des Tages.

Den Abschluss des Freitags übernehmen Red Running River. Die Braunschweiger präsentieren ihren modernen Melodic Death Metal mit viel Energie und sorgen dafür, dass auch zu später Stunde noch zahlreiche Besucher vor der Bühne ausharren. Mit ihrem druckvollen und zugleich melodischen Sound liefern sie einen würdigen Schlusspunkt unter einen starken Festivaltag.

Als gegen halb eins die letzten Töne verklungen sind, blickt das Heimburger Metalnacht Festival auf einen rundum gelungenen Freitag. Das Wetter spielt mit, die Atmosphäre auf dem Gelände ist hervorragend und die Besucher erhalten acht abwechslungsreiche und durchweg sehenswerte Auftritte. Es ist einer dieser Festivaltage, an denen zumindest für mich einfach alles stimmig wirkt und die Vorfreude auf den Samstag noch einmal deutlich steigen lässt.

Samstag, 25.07.2026 | Festivaltag #3 | Es ist der letzte Tag und es ist verdammt heiß …

Der Samstag des Heimburger Metalnacht Festivals beginnt bereits mit einem Blick zum Himmel. Die Sonne steht schon früh hoch über dem Harz, die Temperaturen klettern stetig nach oben und man merkt schnell: Heute wird geschwitzt. Zwar bleibt man von einer extremen Hitzewelle verschont, doch die Wärme liegt spürbar über dem Gelände. Umso erfreulicher ist es, dass ausreichend Schattenplätze, kalte Getränke und die entspannte Atmosphäre dafür sorgen, dass sich die Besucher trotzdem wohlfühlen. Auf dem Heimburger Metalnacht Festival ist es ohnehin nie nur die Musik, die den Charakter ausmacht. Es sind die Gespräche zwischen den Konzerten, die Begegnungen am Bierwagen, die Bands, die sich unter die Besucher mischen, und das angenehme Gefühl, Teil einer großen Gemeinschaft zu sein.

Den musikalischen Auftakt des Samstags übernehmen Zeit aus Leipzig. Leider haben sich um 12:30 Uhr noch nicht allzu viele Besucher vor der Bühne eingefunden, was die drei sympathischen Musiker durchaus mehr verdient hätten. Musikalisch liefern sie jedoch einen der eindrucksvollsten Auftritte des Festivals ab. Ihre Songs transportieren Botschaften, erzeugen Atmosphäre und leben von einer besonderen Stimmung, die sich nicht allein durch Härte definieren lässt. Die Leipziger schaffen es, das Publikum auf eine emotionale Reise mitzunehmen, und setzen damit früh ein erstes Ausrufezeichen.

Mit Iadul wird das Tempo deutlich angezogen. Die Band bewegt sich irgendwo zwischen Grindcore, Death Metal und rasender Geschwindigkeit. Von der ersten Minute an wird kompromisslos nach vorne gespielt. Druck, Aggression und Spielfreude gehen dabei Hand in Hand und sorgen für einen kurzweiligen Auftritt, der bei den Freunden der härteren Gangart bestens ankommt.

Anschließend entführen Helgrindur die Besucher in nordische Klangwelten. Die Solinger verbinden Black- und Viking-Metal zu einer atmosphärischen Mischung, die auf der Bühne hervorragend funktioniert. Während die Sonne über dem Gelände brennt, fühlen sich viele Songs dennoch wie eine Reise auf einem Drachenboot durch raue nordische Gewässer an. Der Auftritt wirkt kraftvoll, stimmungsvoll und gehört zweifellos zu den stärkeren Darbietungen des Nachmittags.

Mit Bloody Invasion folgt eine Band, die perfekt zum Charakter des Heimburger Metalnacht Festivals passt. Die sympathischen Musiker aus Brandenburg stehen für ehrlichen Death Metal aus dem Underground und wirken dabei angenehm nahbar. Zwischen Band und Publikum entsteht schnell eine Verbindung, wie man sie vor allem auf familiären Festivals erlebt. Musikalisch überzeugt die Band mit viel Energie und einer gehörigen Portion Leidenschaft.

Am frühen Abend betreten Deliver The Galaxy die Bühne. Die Modern-Melodic-Death-Metal-Band kann kurz zuvor noch ihre neue Single präsentieren und nutzt die Gelegenheit, sich auf dem Heimburger Metalnacht Festival von ihrer besten Seite zu zeigen. Der moderne Sound, die starken Melodien und die professionelle Performance kommen beim Publikum hervorragend an. Die Band wirkt eingespielt und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

Rise Of Kronos / Foto: S. Bollmann

Mit Rise Of Kronos folgt anschließend für mich einer der absoluten Höhepunkte des Tages. Die Hamburger überzeugen nicht nur musikalisch mit ihrem kraftvollen Olympic Death Metal, sondern vor allem auch durch ihre sympathische und positive Ausstrahlung. Egal ob auf oder neben der Bühne, die Band wirkt authentisch und nahbar. Jeder Song sitzt, die Energie stimmt und die Reaktionen vor der Bühne sprechen für sich. Für einige Besucher liefern Rise Of Kronos an diesem Samstag den heimlichen Headliner-Auftritt.

Graveworm / Foto: S. Bollmann

Danach wird es international. Graveworm aus Südtirol betreten die Bühne und verwandeln das Gelände mit ihrem epischen und mächtigen Sound in eine düstere Metal-Kulisse. Seit Jahrzehnten steht die Band für eine einzigartige Mischung aus Black, Gothic und Melodic Death Metal. Diese Erfahrung ist jederzeit spürbar. Die Italiener präsentieren sich souverän, kraftvoll und atmosphärisch dicht. Gerade in den langsameren und epischeren Passagen entfaltet sich eine beeindruckende Wirkung.

Obscurity / Foto: S. Bollmann

Den offiziellen Abschluss des Samstags und damit auch des musikalischen Programms des Heimburger Metalnacht Festivals übernehmen Obscurity. Die Mannen aus dem bergischen Land stehen seit Jahren für kraftvollen Pagan Metal mit unverwechselbarer Handschrift und erweisen sich als genau die richtige Wahl für den letzten Slot des Festivals. Von Beginn an herrscht Bewegung vor der Bühne, die Band hat das Publikum fest im Griff und liefert einen würdigen Headliner-Auftritt ab. Mächtige Riffs, eingängige Hymnen und eine starke Bühnenpräsenz sorgen dafür, dass die letzten Reserven mobilisiert werden. Es ist einer dieser Auftritte, bei denen man schnell merkt, dass Band und Publikum gemeinsam den Schlusspunkt eines besonderen Wochenendes feiern wollen.

Als kurz nach Mitternacht die letzten Töne verhallen, endet ein weiterer Festivaltag, wie ihn das Heimburger Metalnacht Festival seit Jahren auszeichnet. Trotz der sommerlichen Temperaturen herrscht den ganzen Tag über eine entspannte und familiäre Atmosphäre.

Epilog, das war es also, das Heimburger Metalnacht Festival 2026

Das war es also. Das Heimburger Metalnacht Festival 2026 geht zu Ende. Drei Tage voller Musik, Begegnungen, Schweiß, Staub, Lachen und unzähliger Momente, die man nicht planen kann, die aber genau deshalb in Erinnerung bleiben.

Während die letzten Besucher nach den Klängen von Obscurity den Heimweg antreten oder die letzte Nacht auf dem Campingplatz genießen, wird einmal mehr deutlich, was dieses Festival so besonders macht. Es sind nicht allein nur die Bands. Es sind nicht die Bühnen oder die Technik. Es sind die Menschen. Die Fans genießen die Stimmung und die Musik, die Bands zeigen sich nahbar und die vielen Helfer sorgen im Hintergrund dafür, dass alles reibungslos funktioniert. Genau diese Mischung aus starken Undergroundbands, etablierten Szenegrößen, kurzen Wegen, freundlichen Gesichtern und echter Leidenschaft macht den besonderen Charme des Heimburger Metalnacht Festivals aus.

Wer aufmerksam über das Gelände blickt, erkennt schnell, dass hinter dem Heimburger Metalnacht Festival eine eingespielte Gemeinschaft steht. Viele Menschen tragen mit ihrem Engagement dazu bei, dass die Abläufe reibungslos funktionieren und Besucher, Bands sowie Helfer ein gelungenes Festivalwochenende erleben können. Gerade weil vieles scheinbar mühelos wirkt, wird oft erst auf den zweiten Blick deutlich, wie viel Einsatz, Organisation und Herzblut dahinterstecken. Genau dieses harmonische Zusammenspiel ist eine der großen Stärken des Festivals und trägt maßgeblich zu seiner besonderen Atmosphäre bei.

Dabei beginnt diese Leistung nicht erst mit der ersten Band. Bereits die Aufbauphase zeigt, mit wie viel Hingabe hier gearbeitet wird. Was in wenigen Tagen entsteht, verschwindet nach dem letzten Ton fast genauso schnell wieder. Kaum sind die letzten Besucher abgereist, wird bereits angepackt. Besonders beeindruckend bleibt dabei die Tatsache, dass keine 48 Stunden nach dem letzten Ton der gesamte Platz wieder nahezu weidefertig hergestellt ist.

Veranstalter Kay Sebastian nutzt auch 2026 die Gelegenheit, sich während des Festivals immer wieder bei Besuchern, Bands, Helfern und Partnern zu bedanken. Sowohl am Freitag als auch am Samstag sorgen Tombola-Verlosungen mit Festival-Tickets und Merchandise-Artikeln zusätzlich für gute Stimmung auf dem Gelände. Gleichzeitig wird in seinen Ansprachen deutlich, was ihm besonders wichtig ist: Dankbarkeit und Zusammenhalt. Immer wieder verweist er auf die gewachsenen Kooperationen und Freundschaften innerhalb der Szene, auf die Zusammenarbeit mit dem Hellbollwerk e.V., dem Metal Frenzy Festival, den Damned Souls und vielen weiteren Unterstützern. Eine Botschaft zieht sich dabei wie ein roter Faden durch das gesamte Wochenende: Alleine funktioniert vieles, gemeinsam funktioniert alles besser.

Und genau das spürt man an jeder Ecke des Heimburger Metalnacht Festivals. Hier geht es nicht um Selbstdarstellung. Hier geht es nicht um Rekorde. Hier geht es um Musik, Gemeinschaft und Leidenschaft. Während andere Veranstaltungen gerne mit den Begriffen Underground, Freiheit oder Szeneverbundenheit werben und diese als leere Phrasen verhallen, werden diese Werte in Heimburg tatsächlich gelebt. Ohne großes Karussell. Ohne Kirmescharakter. Ohne künstliche Attraktionen. Stattdessen stehen die Musik, die Menschen und das gemeinsame Erlebnis im Mittelpunkt.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum dieses Festival deutlich mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung verdient. Die Lage mitten im Harz, das liebevoll gestaltete Gelände, die familiäre Atmosphäre und vor allem die Menschen hinter dem Festival bilden eine Kombination, die man heute nicht mehr allzu oft findet. Das Heimburger Metalnacht Festival beweist auch 2026 erneut, dass man keine riesigen Bühnen, keine fünfstelligen Besucherzahlen und keine internationalen Superstar-Headliner benötigt, um ein großartiges Festivalwochenende auf die Beine zu stellen.

Wer in diesem Jahr dabei war, weiß genau, warum viele Besucher immer wieder zurückkehren. Und wer bisher noch gezögert hat, sollte dieses Festival unbedingt im Auge behalten.

Wir sehen uns 2027 vor der Bühne. Holt euch eure Tickets. Ihr werdet es nicht bereuen.